Skin Medicine - Die letzte Grenze von Tim Curran

Buchvorstellungund Rezension

Skin Medicine - Die letzte Grenze von Tim Curran

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „Skin Medicine“,deutsche Ausgabe erstmals 2015, 450 Seiten.ISBN 3958350283.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Etwas unaussprechlich Böses wandelt durch die Utah-Territorien im Jahre 1882. Bürgerkriegsveteran und Kopfgeldjäger Tyler Cabe, der seinen Lebensunterhalt mit der gnadenlosen Verfolgung von Straftätern bestreitet, muss nun etwas jagen, das die Vorstellungskraft eines lebendigen Menschen bei weitem übersteigt. Tim Curran – Der Choreograph des Grauens!

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein knallharter Horror-Western“76

Horror-Rezension von Carsten Kuhr

Whisper Lake, Utah ist eine ganz typische Minenstadt. Überall wo man in der Erde reiche Bodenschätze findet, kommen die Menschen zusammen um den Reichtum auszubeuten. Drei verschiedene Silberunternehmen wetteifern in der Stadt, die Saloons, Bordelle und selbst der eine Arzt stehen im Dienst der Minengesellschaften. Dass es hier rau zugeht ist normal, doch in letzter Zeit mehren sich die Gewaltverbrechen, denen der örtliche Sheriff nachgehen muss. Messerstechereien und Prügeleien sind an der Tagesordnung, doch auch die Colts sitzen locker.

Als ein Kopfgeldjäger, der mit dem Sheriff noch eine Rechnung offen hat, auf der Suche nach einem perversen Serienkiller in die Stadt kommt, scheint eine Grenze überschritten zu sein. Im benachbarten Sunrise, einer alten, fast aufgegebenen Goldgräberortschaft haben Tiere oder menschliche Bestien gewütet und alle Einwohner bestialisch geschlachtet, ja gefressen. Der Sheriff hat schon viel gesehen, aber angesichts des Gemetzels, das ihm hier begegnet hat auch er Mühe die Eindrücke des Massakers zu verarbeiten.
Gleichzeitig ist der Sin City Strangler in Whisper Lake nicht untätig. Eine erste Hure wird ausgeweidet aufgefunden, die Gedärme um sie drapiert, das Herz fehlend. Haben beide Vorkommnisse gar etwas miteinander zu tun und wird das Böse, das in die Gegend gekommen ist überhaupt zu stoppen sein?

Nichts für Bonanza-Fans, eher eine Horror-Version von Spiel mit das Lied vom Tod

Tim Curran ist für den Fan der unheimlichen Literatur wahrlich kein Unbekannter. Was der erfahrene Horror-Autor aber hier vorlegt, das hat mich zumindest überrascht. Den Leser erwartet eine überaus gelungene Mischung aus Western-Motiven und einer übernatürlichen Handlung.

Mit großem Fachwissen um die Lebensumstände im 19. Jahrhundert, den Kämpfen und Kriegen in den süd-westlichen Staaten der sich gerade bildenden USA ausgestattet zeichnet der Autor das Bild eines Wilden Westens, das sich von den bekannten Klischees doch markant unterscheidet. Hier wirkt nicht alles klinisch rein und sauber geordnet, statt dessen wird das Leben als mühsam dargestellt, versinken die Straßen im Dreck und leeren die Huren ihre Nachttöpfe auf den Gehweg. Das verleiht dem Roman als Setting eine gewisse Wahrhaftigkeit, in der die grauenhaften Verbrechen dann um so greller einbrechen.

Und diese haben es in sich – wir erfahren die Geschichte eines Mannes, dessen Mutter als Hexe verbrannt wurde, erleben mit, wie der Mann das Böse in sich im Bürgerkrieg zunächst gegen die Mexikaner später gegen die Indianer entdeckt, hegt und entwickelt. Mehr noch, als er die Überreste eines vernichteten indianischen Stammes findet kommt er auf den Geschmack – nach Menschenfleisch.

Das ist von den Motiven her zwar nicht unbedingt neu oder sonderlich innovativ, dafür aber in der Mischung zwischen knallharten Western-Motiven und Horror-Sequenzen genial konstruiert. Gerade, weil wir die verwandten Versatzstücke zu kennen glauben, wirken die Einbrüche des Grauens in diese vertraute Umgebung um so greller.

Das hat unzweifelhaft Suchtcharakter, liest sich spannend und faszinierend und bietet letztlich ungewohnte, aber bockstarke Kost!

Ihre Meinung zu »Tim Curran: Skin Medicine - Die letzte Grenze«

Alexi1000 zu »Tim Curran: Skin Medicine - Die letzte Grenze«22.04.2015
WOW! Das war ein Hammer! Zählt für mich bis jetzt mit zum Besten, was ich von dem vielversprechenden (Horror)Autoren Tim Curran bis jetzt gelesen habe.

Sicher nicht sonderlich innovativ oder neu vom Thema her, schafft Curran es allerdings absolut glaubwürdige und vor allem tiefgründige Charaktere zu schaffen, die sogar "uralte" Fragen des Lebens aufkommen lassen über Schuld, Sühne, Vergebung etc.

Das "Setting" im "Wilden" Westen bis hin zu Indianischen Legenden tut ein übriges um den Leser bei der Stange zu halten...und auch ein nicht zu verachtender Härtegrad führt uns wahrlich in ein tristes Grenzland...

Volltreffer, Tim!

sehr zu empfehlen: 92°
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