Verseucht von Tim Curran

Buchvorstellung

Verseucht von Tim Curran

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „BIOHAZARD“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 380 Seiten.ISBN 3865520995.Übersetzung ins Deutsche von Usch Kiausch.

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In Kürze:

»Du willst weiterleben? Dann vergiss, was sie einst »Menschlichkeit« nannten.« Atomarer Regen …Mutationen …tödliche Pandemien …Städte voller Leichen …Die Menschheit steht vor ihrem Ende. Rick Nash ist einer der letzten Überlebenden. Aber dafür muss er einen unglaublichen Preis zahlen: ein Bündnis mit dem gefräßigen Bösen, das im radioaktiven Feuer Gestalt angenommen hat. Damit zu leben, bedeutet für Rick den lebendigen Tod. Es zu bekämpfen, die Hölle auf Erden …

 

Ihre Meinung zu »Tim Curran: Verseucht«

Ringo Hienstorfer zu »Tim Curran: Verseucht«27.09.2017
Ein Atomkrieg hat fast die gesamte Menschheit ausgelöscht. Die Erde ist bevölkert von Mutanten, Monstern, marodierenden Banden und mannigfaltigen Gefahren. Die letzten Menschen kämpfen ums nackte Überleben und verlieren dabei jede Menschlichkeit und Moral.
Tim Currans besonderes Talent als Autor liegt eigentlich darin, immer neue und stetig steigernde abscheuliche, perverse und verstörende Grausamkeiten absolut realistisch und äußerst bildlich zu beschreiben, ohne dass man ihn deshalb gleich für eine kranke Sau hält, die man am besten für immer wegsperrt. Dessen ist sich der Autor wohl auch durchaus bewusst, denn er schöpft in diesem Roman wieder genüsslich aus seinem vollen und vor Ekelhaftigkeiten überquellenden Wortschatz-Abfallkübel.
Was er allerdings nicht sonderlich gut vermag ist das Geschichtenerzählen selbst. Er verstört lieber so gekonnt systematisch und kalkuliert mit seiner bildgewaltigen Sprache, dass die Story nebensächlich wird.
In diesem Buch, das an sich eine Art literarisches Roadmovie ist, schildert er dem Leser auf zu vielen Seiten die scheinbar ziellose Irrfahrt des Erzählers aus der Ich-Perspektive bis zu seiner finalen Destination; gespickt in typischer Curran-Manier mit eingangs erwähnten Schmankerln, schonungslos dargestellt und keine verstörende Einzelheit auslassend. So weit, so gut; dies hat in „Zerfleischt“ ja auch bestens funktioniert, weil meisterhaft geschildert und ein klares Konzept bietend. Dort hat man dann die auch Story nicht so wirklich vermisst: es dürfte einem nach den ersten Seiten nämlich schon klar gewesen sein, dass die Gewalt und deren schonungslos explizite Darstellung der eigentliche Daseinszweck der bedruckten Seiten war.
Im vorliegenden Falle ist dies aber leider anders.
Curran versucht hier nämlich „L’art pour l’art“ in eine Rahmenhandlung zu zwängen, jedoch gelingt dies nicht besonders überzeugend, sondern wirkt hölzern, unbeholfen und eigentlich unnütz.
Das Misslingen des Vorhabens begründet sich einerseits wohl daran, dass der Umfang des Buches der eher dünnen und nicht sonderlich originellen Grundidee unangemessen ist: die Hälfte der Seiten wären hier absolut ausreichend gewesen, bzw. sie hätte (wenn sie straight genug und konsequent erzählt worden wäre) eine sehr gute und gelungene Novelle (wie z.B. Blackout)abgegeben.
Es dominiert auch in diesem Roman über weite Passagen die - schon aus „Zerfleischt“ bekannte und - gewohnte und in diesem Buch gefühlt endlose Gewaltorgie; nur ab und an (und vor allem gegen Ende) besinnt sich der Autor dann immer wieder auf seine Rahmenhandlung und versucht diese peitschenknallend wieder voranzutreiben. Was aber nicht so recht gelingt, so dass das Konzept letztlich nicht funktioniert; die beiden Komponenten finden wie die berühmten Königskinder einfach nicht zueinander und ergänzen sich letztendlich dann auch nicht. Das Zentralthema um das „Schattengebilde“ ist an sich noch durchaus interessant und vielversprechend, wirkt aber insgesamt nur aufgesetzt und letztlich auch überflüssig.
Richtig schlau war man als Leser am Ende des Buches dann auch nicht mehr als am Anfang.
Was sich in der Gesamtbetrachtung auch – zumindest für mich – störend auswirkte, war die innere Logik des Endzeit-Szenarios selbst. Eine solche Vielfalt an den hier vorkommenden und sich tummelnden Mutationen und Phantasmagorien aufgrund eines - nennen wir es einfach mal so – banalen Atomkriegs, noch dazu in einem lächerlich kurzen Zeitraum von nur knapp 6 Monaten nach dem Fallout wäre einfach nicht möglich, und ist daher auch völlig unglaubwürdig. Eine phantastische Geschichte sollte wenigstens als absolutes Minimum in sich selbst stimmig sein und eine gewisse Glaubwürdigkeit bieten. Ist leider hier nicht der Fall.

Fazit:
Ein an sich typischer Curran, der nur oberflächlich den Erwartungen durchaus entspricht, ihnen aber letztlich nicht gerecht wird. Tatsächlich nicht schlecht, aber auch nicht wirklich gut: eher unausgegoren und unbeholfen.
Ich vergebe 3 von 5 Leichenwürmern
rugrat zu »Tim Curran: Verseucht«30.05.2013
So gesehen keine schlechte Idee, einen Roman zu schreiben, in dem detailreich beschrieben wird, was mit einer Welt geschehen kann, wenn irgendein Hirnie den wohlbekannten roten Knopf drückt.

Allerdings verliert sich m.M.n. dieses Buch zusehr in einer Aneinanderreihung immer wieder gleicher Beschreibungen von sich auflösenden Körpern- und vergisst dabei völlig, die Protagonisten näher kennenzulernen.

Das Auftreten einer alles beherrschenden Seuche, welche sich im Zuge des Untergangs der Menschheit entsteht bzw in Laboren entwickelt wird, bringt Spannung- wobei ein "gottgleiches" Wesen hinter einer Seuche und der daraus resultierende Showdown für meinen Geschmack einfach übertrieben und affig ist...
0 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Alexi1000 zu »Tim Curran: Verseucht«05.09.2012
In VERSEUCHT wirft uns Autor Curran ohne große Umschweife in eine aus den Fugen geratene "Post - Apokalyptische" Welt...

der große Knall ist dann doch noch gekommen, Erklärungen werden wenige gegeben, sind in dieser Konsequenz aber eh überflüssig; es geht fortan nur noch um das nackte Überleben.

Wobei man sich öfter genau wie die Protagonisten fragt, ob "überleben" in dieser so grausamen wie "fremdartigen" Welt überhaupt die besser "Option" ist...

wir folgen im Laufe der Handlung Rick, einem Mann, der nach Ausbruch der etlichen Seuchen, seine Frau bis zum letzten Atemzug zur Seite stand, und der sich danach so langsam aufrafft, "nach Westen" und einem vermeintlichen Ziel zu pilgern.

Er wird auf seinem Weg immer wieder mal auf Überlebende stossen, einige werden dabei auf der Strecke bleiben...bis man auf einen schier unglaublichen Showdown zusteuert...

also mal wieder ein "Endzeitroman"...auch Curran kann in diesem doch etwas begrenztem Rahmen nicht viel mehr draus machen, als den geneigten Leser in eine möglichst üble Welt zu werfen, und uns mit immer neueren und abartigeren "Mutationen" etc. zum schaudern zu bringen, und genau das macht er mal wieder perfekt.
Er gehört nicht umsonst zur neuen Garde der "Schock - Autoren", feinfühlige Leser könnten sich hier absolut "abgestossen" fühlen, daher lassen wir die Warnung mal so stehen...

allerdings schafft er in diesem Roman (im Gegensatz zu seiner anderen "Endzeitvision" ZERFLEISCHT") etwas neues:

er erzeugt "Mitgefühl" für die Protagonisten, so das einem das Geschehen doch unterschwellig mehr mitnimmt, als man sich das anfangs noch denkt...vor allem in den letzten Kapiteln wirft er mit Fragen über Schuld, Sühne zutiefst menschliche Fragen auf...

letztlich hat mir der Roman trotz allem "abstossens" sehr gut gefallen...und ich hätte sogar über 90° vergeben, wenn nicht manchmal das fast "klinisch" anmutende runterleiern von sich auflösenden Körpern etc. etwas monoton vorgekommen ist, obwohl es passend zur Geschichte sicher zuträglich ist...

so bin ich weiterhin gespannt, auf weitere "Abenteuer" von Tim Curran.

Hartgesottenen "Endzeitfans" vollauf zu empfehlen...
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