Böser Engel von Timothy Carter

Buchvorstellungund Rezension

Böser Engel von Timothy Carter

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „Evil“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 224 Seiten.ISBN 3-426-50698-X.Übersetzung ins Deutsche von Nicole Friedrich.

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In Kürze:

Stuart ist ein ganz normaler Teenager, und zwar einer, der sich hin und wieder gerne ein bisschen selbst befriedigt. Macht doch jeder! Stuart ahnt nicht, dass er dadurch versehentlich einen Engel erzürnt, der das für eine Todsünde hält. Plötzlich schwebt der Junge in höchster Gefahr – und sein einziger Verbündeter ist ein übellauniger Dämon …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Strafe der Engel kommt über den Onanisten“80

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Was macht man, wenn man männlich, fünfzehn Jahre alt ist, als Hobby Dämonen beschwört und, damit nicht genug, auch noch schwul ist? Man zieht um. Stuart hat da wenig mitzureden, als seine Mutter die Koffer der drei Kinder packt, sie ins Autor verfrachtet und in Richtung Ontario abdampft. In einer kleinen, ländlichen Gemeinde in der die moralischen Werte noch hochgehalten werden, hofft sie mit ihren Kindern eine neue Heimat zu finden.

Stuarts Coming-Out wurde – wenn auch widerstrebend – akzeptiert, doch dann erwischt ihn sein kleiner Bruder unter der Dusche bei der Sünde des Onan, und schon wird seine unverzeihliche Tat Gegenstand der Predigten in der Sonntagsschule – und damit stadtbekannt.

Plötzlich steht er wieder einmal am Pranger des öffentlichen Gewissens, wird angefeindet, ausgegrenzt, ja angegriffen. Dabei hat er doch Einen gefragt, der es wissen muss. Seit den Ereignissen in „Dämonenhunger“ beschwört er regelmäßig seinen Dämon. Fon Pyre berichtet ihm nicht nur davon, dass Gott tatsächlich existiert, sondern auch, dass seine göttlichen Heerscharen allenthalben unterwegs sind – und eben auch, dass Selbstbefriedigung keine Todessünde ist. Dabei beweisen auch die Engel, dass sie sich in ihrer Mission verrennen können. So hat sich ein gefallener Engel in seiner neuen Heimat breit gemacht, und wettert, was das Zeug hält, gegen den moralischen Sittenverfall der Onanie. Mit den Engelgaben beeinflusst er dabei selbst Stuarts Mutter, die sich an der Sühneaktion gegen ihren eigenen Sohn tatkräftig beteiligt. Das hat nichts von andere Wange und Vergebung mehr, das heißt Säure auf das Körperglied des Anstoßes ..

Und so macht Stuart sich, tatkräftig, wenn auch wider Willen von seinem Dämon unterstützt auf, einen Engel auszuschalten – was sich als gar nicht so einfach erweist . …

Ideen, Tempo und ein ungewöhnlicher Protagonist – die etwas andere Urban Fantasy des Mr Carter

Schon mit „Dämonenhunger“ bewies der Autor, dass er abwechslungsreich und unterhaltsam zu erzählen weiß. Mit vorliegendem zweiten Band der Erlebnisse von Stuart setzt er noch einen drauf. Voller unerwarteter Wendungen, teilweise mit bitterbösem, tiefschwarzem Humor angereichert, zieht er über die oftmals falsche Frömmigkeit des Bible Belts her, zeigt auf, wie religiöse Verbohrtheit, wie jede fundamentalistische, allein selig machende Lebenseinstellung und das entsprechende Sendungsbewusstein missbraucht werden kann. Das liest sich spannend, abgedreht und unterhaltsam, bietet aber auch einige Gedanken und Überlegungen, die dem Text ungewohnte Tiefe verleihen.

Schon die Idee einen jungen Schwulen als Held auszuwählen zeigt, dass der Autor seine Leser gerne ein wenig provoziert. Dass er die realen Probleme, der sich Homosexuelle nach wie vor in der Realität ausgesetzt sehen, überzeichnet, den Mut, den es erfordert, sich zu outen, anspricht und dem Leser trotz oder gerade deswegen einen sehr sympathischen Helden präsentiert, trägt zum Lesevergnügen nicht unwesentlich bei.

Unser Dämon erinnert fast ein wenig an den unvergleichlichen Bartimäus, auch wenn er – noch zumindest – nicht ganz dessen vorlaute Tiefe erreicht.

Insgesamt gesehen, ein interessanter, ideenreicher und abwechslungsreicher zweiter Band einer der interessanteren Reihen des Sub-Genres.

Ihre Meinung zu »Timothy Carter: Böser Engel«

Lesermensch zu »Timothy Carter: Böser Engel«23.12.2015
Mir fiel dieses Buch, wie vielen anderen auch, als ausrangiertes Remittendenexemplar in die Hände. Von dem Autoren hatte ich bislang noch nicht gehört. Die Covergestaltung und der Titel fielen mir sofort positiv ins Auge. Ein Blick hinten drauf auf die kurze Inhaltsbezeichnung: Ein Junge, Engel und Dämonen ... nun, was will man mehr?

Genug Fantasiestoff also für ein Buch. Als die Einleitung dann aber von Onanie, schwul sein und Sünde, sprich: Kirche, etc. begann und der Autor eine angenehm lockere (nicht unkompetente!) gute Schreibweise zeigte, las ich das Buch, fast, in einem Zug.

Nein, auch bei DIESEM Buch habe ich den Kauf nicht bereut und möchte es daher sehr gerne weiterempfehlen. Von was die Geschichte handelt, naja, habe ich teils angesprochen und zum Teil kann man sich den Rest denken: von Problemen mit der eigenen Sexualität und Engel und Dämönen. Etwas wovon seit Roche und Potter also jeder etwas finden wird, was ihm oder ihr gefallen sollte.

Höchste Punktzahl und vielleicht höchste Zeit diesem Buch auf sein entsprechendes Podium zu verhelfen - Danke, Herr Carter!...
konan zu »Timothy Carter: Böser Engel«06.12.2010
also ich habe das buch ebenfalls gekauft.
Ich fand es wegen dem namen ,Böser Engel"
richtig interessant und ich konnte das buch einfach nicht aus den Händen lassen es war einfach so spannend.Ich dachte am anfang ich hätte was falsches für meine Buchvorstellung ausgesucht doch ich hab mich geierrt.Ich kann es nur weiter empfehlen.Es ist unwiederstehlich xD
Veronique zu »Timothy Carter: Böser Engel«14.06.2010
Also ich habe mir das Bucg gekauft,
weil ich erstens den Titel toll fand
und die kurz beschreibung auf dem einband hat mich ebenfalls gefesselt.
Den ich finde es schade das es so wenige Bücher mit Scwulen haupt charakteren gibt.
Aber nun zum Buch, ich fand es wirklich spannend,
einmal angefangen konnte ich einfach nicht mehr aufhören zu lesen.
Ich war wirklich begeistert und der schreibstil war wirklich gut, sowas isr eben nicht immer einfach.
Wobei mich einige sachen doch ziemlich zum lachen gebracht haben vorne an der name das Dämons Fon Pyre ich wüsste gerne wie man auf so einen namen kommt, aber ich bin ehrlich das buch kann ich nur empfehlen, musste es sogar gerade erst ausgelesen einer Freundin ausleihen.
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