Das Spiel der Ornamente von Tobias Bachmann

Buchvorstellungund Rezension

Das Spiel der Ornamente von Tobias Bachmann

Originalausgabe erschienen 2007ISBN nicht vorhanden.

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Das meint Phantastik-Couch.de: „Solider Grusel-Krimi im besten Sinne“70

Horror-Rezension von Elmar Huber

„ …kommen wir zur mythologischen Sicht der Dinge.“ „Zur mythologischen? Kommst du mir jetzt mit Hexen und Alchemisten an, ja?“ „In der Tat, Holmes (...) Quarz findet häufig Verwendung bei Hexern, Magiern, Alchemisten und Schamanen.“

Eine grausame Mordserie erschüttert Westvorstadt. Die ermittelnden Beamten stoßen auf jedem der Tatorte auf winzige Quarzsplitter. Auch weitere seltsame Vorkommnisse scheinen durch Quarzkristalle beeinflusst zu sein.

Bereits auf den ersten Seiten lässt Tobias Bachmann den Geist aus der Flasche, der im weiteren Verlauf zu einer tödlichen Bedrohung für Westvorstadt und die gesamt Welt werden soll. Parallel zu dieser zunehmenden Bedrohung stellt Tobias Bachmann eine bunte Reihe Personen vor, die er im weiteren Verlauf der Geschichte im Angesicht der Gefahr zueinander führen wird. Jede hat ihrem eigenen Blick auf die seltsamen Ereignisse in Westvorstadt, die schon bald auf einen apokalyptischen Höhepunkt zusteuern.

„Und was steht nun gleich in diesem Azathothe Dagon...“


„Das Spiel der Ornamente“ weist den typischen Aufbau eines „Groschenromans“ auf. Die Beschreibung der Gefahr, der sofortige Einstieg in die Handlung verbunden mit einer knappen Personenvorstellung und parallel das unaufhaltsame Ausbreiten des Quarzes. Durch die wechselnde subjektive Sicht der Beteiligten zeichnet der Autor nach und nach das gesamte Bild der Bedrohung, während die Handlung auf Hochtouren läuft. Dabei legt der Roman ein erstaunliches Tempo vor. Die Haupthandlung spielt innerhalb von etwa 30 Stunden, die „schnellen Schnitte“ lassen den Leser in rasender Folge die Ereignisse aus den verschiedenen Perspektiven der Hauptpersonen miterleben, zum Luftholen bleibt keine Zeit. Tobias Bachmann hat hier einen Grusel-Krimi im besten Sinne verfasst.

Es scheint, als wollte sich Tobias Bachmann mit „Das Spiel der Ornamente“ losschreiben von den teils sehr persönlichen und düsterschweren Geschichten aus „Kaleidoskop der Seele“ und „Novalis’ Traum“. Hier herrscht keine Spur des innerlichen, mürrischen Schreckens eines Edgar Allan Poe oder der verstörenden Surrealität eines Franz Kafka, die noch auf den Klappentexten von Bachmanns früheren Erscheinungen zum Vergleich herangezogen wurden.
Der Erzählton ist durchweg unbelastet, die eingestreuten Scherze funktionieren gut und die beschriebenen Personenkonstellationen würden im echten Leben nie zustande kommen. Doch „Das Spiel der Ornamente“ gibt sich auch nicht als Meisterwerk aus, sondern möchte zu keinem Zeitpunkt mehr sein als leichte Unterhaltung.

Das Covermotiv von Timo Kümmel ist ein echter Blickfang. Passend zum Inhalt zeigt es scheinbar aus Glas gebildete organische Strukturen, die den Betrachter vermeintlich in die Tiefe ziehen.

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