Das Drachentor von Ulrike Schweikert

Buchvorstellungund Rezension

Das Drachentor von Ulrike Schweikert

Originalausgabe erschienen 2007, 442 Seiten.ISBN 3-442-36304-7.

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In Kürze:

Wer die in alle Winde verstreuten Teile der Drachenkrone wieder zusammenfügt, wird die Welt beherrschen. Deshalb setzt der finstere Zauberer Astorin alles daran, ihrer habhaft zu werden. Doch die Mondpriesterin Rolana und ihre vier Freunde wollen die Welt vor dem bösen Magier bewahren. Mit Hilfe des goldenen Drachens gelangen sie zum Drachentor zwischen den Welten, wo die Krone zusammengefügt werden muss, um ihre Kraft zu entfalten. Dort kommt es schließlich zum entscheidenden Kampf zwischen dem Zauberer und den fünf Freunden …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Quest mit allen üblichen Verdächtigen“48

Fantasy-Rezension von Eva Bergschneider

„Das Drachentor“ ist der Abschluss der „Drachenkronen-Trilogie“, dem bereits älteren Fantasy-Epos einer Autorin, die sonst eher im historischem Genre heimisch ist. Es wurde häufiger in Kritiken angemerkt, dass Schweikerts Leidenschaft für Rollenspiele die ersten beiden Bände „Die Drachenkrone“ und „Das Vermächtnis des Kupferdrachens“ deutlich geprägt habe. Trotzdem oder gerade deswegen warteten viele Fantasy-Fans gespannt auf den Abschluss der Reihe.

Vorab eine Warnung: Wer sich die Spannung erhalten möchte, lese bitte nicht die Inhaltsangabe zum Buch auf der ersten Seite. Selten hat ein Verlag so viele Details vorweg genommen.

Zusammensetzen oder zerstören – der Wettlauf zu den Drachenfiguren beginnt

Nach der Geburt des weißen Drachens Covalin glaubten die Mondpriesterin Rolana und ihre Freunde, das Verhängnis um die Macht der Drachenkrone sei gebannt, da sie ohne eine weiße Drachenfigur nicht zusammengesetzt werden kann. Doch dem dunklen Zauberer Astorin gelingt es, die fehlende weiße Figur zu erschaffen.

Rolana macht sich sofort mit ihren Freunden auf den Weg nach Ehniport, um das silberne Drachenfragment zu finden, das sich in der Akademie der Magier befinden soll. Der oberste Meister der Magier gibt sich jedoch sehr zugeknöpft, so dass die Elbe Ibis ihre alten Verbindungen zur Unterwelt nutzen muss, um etwas über den Verbleib der Figur heraus zu finden.

Währenddessen reist Astorin zum Hüter der schwarzen Figur, dem Vampir Graf von Draka. Mit Hilfe einer Novizin des dunklen Magier-Ordens von Morad, die Dämonen beschwören kann, will er alle Drachenfiguren vereinen und die Herrschaft über die Welt erlangen. Sowohl Astorin, als auch Rolana müssen nicht nur die Drachenfiguren, sondern auch das zerstörte Drachentor zwischen den Welten der Elben und der Menschen finden, wo der Zauberer Inthan schon seit 4000 Jahren auf Erlösung wartet.

Rollenspielschemata hin oder her

 – positiv anzumerken ist, dass im dritten Teil der „Drachenkronen-Trilogie“ zumindest ein neuer, lebendig gezeichneter Charakter eingeführt wird. Zu den bereits bekannten Protagonisten, gesellen sich nun eine Dämonen anrufende Novizin und ein Vampir. Während die Eigenschaften des Graf von Draka kaum über die bereits hinlänglich beschriebenen Kräfte und Fähigkeiten hinaus gehen, ist der Autorin mit Tonya eine interessante Figur gelungen. Angst und Verunsicherung kämpfen in ihr gegen die Loyalität zum Orden. Dieser spannende Widerstreit der Gefühle, macht dem Leser das  Mädchen sympathisch, obwohl es eindeutig zu den Bösen gehört.

Logische Patzer und zu viele Zufälle …

...gehören zu den prägnantesten Schwächen in der Storyline von „Das Drachentor“. Anfangs mag man aufgrund der schnellen und daher recht spannenden Ereignisfolge über die an den Haaren herbeigezogen wirkenden Aktionen hinweg sehen. Doch zumindest die abschließende Auflösung einer Trilogie sollte von den Protagonisten ansatzweise erarbeitet und logisch nachvollziehbar sein.

Die Autorin geht bei der Zusammenführung der Handlungsstränge den denkbar einfachsten Weg, indem sie alle beteiligten Akteure auf absurd wundersame Art aufeinander treffen lässt. Zum Schluss dominieren überwiegend zusammenhanglose Einzelaktionen das Geschehen.

Einzelne Heldentaten formen keine Geschichte

Ulrike Schweikerts „Das Drachentor“ ist eigentlich sehr unterhaltsam zu lesen, denn ihr Schreibstil ist flüssig und humorvoll, wenn auch eher einfach, als tiefgründig.
Die Abenteuer, die die Suche nach den Drachenfiguren begleiten, werden durchaus spannend beschrieben und stetig voran getrieben.

Aber leider ist es Ulrike Schweikert nicht gelungen, aus einer Fülle von bereits mehrfach verarbeiteten, aber durchaus ansprechenden Ideen und Aktionen, eine als Gesamtwerk überzeugende Erzählung zu kreieren.

„Das Drachentor“ kann allenfalls sehr eingefleischten Fans der High-Fantasy empfohlen werden, die von dessen üblichen Verdächtigen wirklich nicht genug bekommen können. Noch ein abschließendes Wort zum Lektorat: Das fällt äußerst unangenehm durch zahlreiche Wortauslassungen und Fehler auf.

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