Nachtmahr - Das Erwachen der Königin von Ulrike Schweikert

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2014, 416 Seiten.ISBN 3-7645-3084-7.

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In Kürze:

Sie ist schön, sie ist verführerisch – sie ist das gefährlichste Wesen der Nacht

Tagsüber ist Lorena eine unscheinbare, junge Frau – aber jede Nacht verwandelt sie sich in ein wunderschönes Wesen, getrieben von unbändiger Lust: Sie ist ein Nachtmahr. Kein Mann kann ihr widerstehen, und wer einmal ihren Reizen erlegen ist, verfällt ihr auf ewig. Aber dann trifft sie auf David, ihre große Liebe. Ihm zuliebe versucht Lorena verzweifelt, den zerstörerischen Nachtmahr in ihr zu bändigen. Lorena ahnt jedoch nicht, dass sie ihr wahres Wesen nicht verleugnen kann. Denn sie ist die Auserwählte, die über das Schicksal der Nachtmahre entscheiden wird …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Tausend Mal berührt ...“27

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Als Lorena am 21. Dezember 1984 in Schleswig-Holstein geboren wird ahnt sie noch nicht, welches Erbe sie in sich trägt. Im Verlauf ihrer Pubertät entfalten sich ihre Kräfte, sie bildet Schwingen aus, und wandelt ihren unscheinbaren Körper in eine hoch-erotische Figur. Als ihre Mutter bei einem scheinbaren Treppensturz zu Tode kommt, die Schwester verschwindet und kurz darauf ihr Vater einem Autounfall erliegt, kommt sie nach England. Hier schließt sie ihre Ausbildung ab, arbeitet als erfolgreiche Investment-Bankerin und hat ihre besonderen Gaben und alten Erinnerungen verdrängt.

Als sie eines Tages Jason, einen alten Schulfreund, in den sie einst verschossen war wiedertrifft, gerät ihr bislang so geordnetes und übergeregeltes Leben aus den Fugen.

Zwischen Mitternacht und 1 Uhr morgens verwandelt sie sich in einen Vamp, sucht nach dem schnellen erotischen Abenteuer, das sie als Nachmahr bis an die Grenzen auskostet.

Wie aber soll sie dies, ihre Obsession Jason erklären, zumal sie erstmals bemerkt, dass sie mit ihrem Los nicht alleine ist, dass es andere, wie sie gibt? Und die betörende Raika, wie sie selbst ein Nachtmahr, hat ein Auge auf Jason geworfen.

Damit nicht genug, stecken die Wanderer, die uralten Feinde der Nachtmahre hinter der Entführung ihrer Schwester und dem Tot der Eltern.
Für Lorena ist all dies schwer zu akzeptieren und dabei den Glauben an sich selbst und ihre geweissagte Rolle als Retterin der Nachtmahre anzunehmen – zumal der an der Sommersonnenwende geborene Jason hier eine nicht unwichtige Rolle einnehmen muss …

Ulrike Schweikert ist uns aus dem Bereich des historischen Romans ebenso bekannt, wie durch ihre Urban Fantasy-Jugendbuchreihe um die Kinder der Nacht bei cbj.

Nun also wagt sie sich an eine phantastische Trilogie für ein erwachsenes Publikum, das den gängigen und erfolgreichen Rezepten folgt. Man nehme eine junge, unbedarfte Protagonistin, die von ihrer Rolle im bevorstehenden Kampf nichts ahnt, fügt eine gehörige Prise Erotik hinzu, packende Kämpfe, uralten Geheimnisse und eine Prophezeiung – fertig ist der Bestseller.

Doch ganz so einfach ist es leider nicht, die Lesermassen anzusprechen. Schweikert begeht den Fehler zu viel Bekanntes in ihren Plot hineinzumischen, dabei aber ihre ganze eigenen Elemente zu vernachlässigen.

Immer wieder hatte ich das Gefühl, die geschilderten Ereignisse bereits einmal anderweitig ähnlich gelesen zu haben, konnte mich die Handlung nicht wirklich in ihren Bann ziehen.

Die Charaktere agieren flach und schablonenhaft – Raika als Femme fatal ist eine ungewollte Persiflage in sich selbst – die Handlung selbst benötigt zu lange, bis sie in Gang kommt und bleibt dann vorhersehbar, die Dialoge wirken hölzern und überkonstruiert.
So bleibt viel Faszination auf der Strecke, das Einstimmen ins Banker-Bashing wirkt aufgesetzt, der Handlungsort – London – bleibt eine leider uninteressante Kulisse ohne wirkliches Leben.

Dabei hätte der Plot seine Möglichkeiten gehabt. Die Anknüpfungspunkte wären in der traumatischen Jugend der Protagonistin vorhanden gewesen, um daraus folgend von ihren Schwierigkeiten im sozialen Umgang zu berichten und uns so für Lorena einzunehmen, sie auch als Person einfach interessanter zu machen. Doch diese Chance wird ebenso vertan wie andere Möglichkeiten den Roman aus dem allerlei der monatlichen Publikationen hervorzuheben.

So bleibt als Fazit, dass die Autorin vergeblich versucht der Urban Fantasy mit Romance Einschlag etwas Eigenes, Neues hinzuzufügen, dass man hier besser zu anderen Titeln greifen sollte.

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