Die Hexe von Vadim Panov

Buchvorstellungund Rezension

Die Hexe von Vadim Panov

Originalausgabe erschienen 2009unter dem Titel „An Attack by the Book“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 550 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Matthias Dondl.

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In Kürze:

Unbemerkt von den Bewohnern Moskaus existiert mitten in Russlands Hauptstadt ein geheimnisvoller Ort: die verborgene Stadt, Heimat von Elfen, Magiern und Werwölfen. Als eine mächtige Hexe namens Kara beschließt, die Zügel der Macht an sich zu reißen und mittels dunkler Magie ihr Leben zu verlängern, droht sie das Geheimnis der verborgenen Stadt zu offenbaren. Doch Major Kornilow und seine Verbündeten sind Kara bereits auf der Spur. Wird die verborgene Stadt unentdeckt bleiben?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Moskau, die Verborgene Stadt und die Hexe“45

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Seit Jahrhunderten existiert sie – die Geheime Stadt der Magier und übernatürlichen Wesen, verborgen vor den Menschen, aber doch Bestandteil Moskaus. Doch in all den Jahrhunderten ist es nie vorgekommen, dass die Menschen wirklich und wahrhaftig Jagd auf die Verborgene Stadt und deren Bewohner gemacht haben.

Sicherlich gab es die Inquisition, der viele, beinahe alle der menschlichen Hexer aber auch einige exponierte Vertreter der anderen Welt zum Opfer fielen. Nun aber entsendet ein Unbekannter ganz gezielt Hooligans und Schlägertruppen des organisierten Verbrechens, um Unruhe zu sähen, alt-ehrwürdige Institutionen anzugreifen und Misstrauen zu schüren.

Der Verdacht von Sanitiago, dem Kriegsmeister des Dunklen Hofes und Major Kornilow fällt auf die Hexe Kara, deren Dasein sich dem Ende zuneigt. Nur ein lang verschollener Zauber kann ihr die ewige Jugend zurückgeben, ein Zauber, dessen Suche die Verborgene Stadt an den Rand des Untergangs bringt …

Es dauert, bis sich der Lesezug in Bewegung setzt

Wie formuliert der Verlag zu schön – Nach Sergej Lukianenkos Wächter und Dmirty Glukhovskys Metro 2033 der neue Millionen-Bestseller aus Russland. Schaut man sich die bislang vorliegenden drei Romane um die Verborgene Stadt einmal ein wenig näher an, so muss man feststellen, dass diese den Vergleich mit den ebenfalls bei Heyne erschienenen russischen Bestsellern nicht ganz aushalten.

Anders als die Genannten verwurzelt Panov seine Romane nicht tief in der russischen Seele – soll heißen, dass der direkte Bezug zu Moskau, zu der besonderen Art und Weise, wie die Menschen dort Denken, Leben und und Hoffen, nicht in die Romane einfließt.

Das Wesentliche, das sowohl Lukianenkos Werke, als auch – inhaltlich zwar ganz anders, aber eben doch vorhanden – Glukhovskys Metro-Bände auszeichnet, nämlich, dass der Leser in die ihm fremde und unbekannte, gerade darum aber so interessante Welt des Russischen Reiches eintaucht, fehlen den Bänden um die Verborgene Stadt. Hier kommt man eben dem Leben, dem Glück aber auch der Trauer – und die russische Seele trauert oft und tief – nicht näher.

Dabei weiß Panov seine Leser durchaus an die Seiten zu fesseln. Mit jeder Menge packend ausgeführter Kämpfe, einem Pfund Intrigen und einem Gewirr aus Geheimnissen und Motivationen bietet sich die Handlung durchaus spannend und kurzweilig an. Dabei baut der Autor seine Welt immer weiter aus, verfolgen wir, was das Schicksal mit den uns bereits bekannten Gestalten weiter anstellt.

Dennoch vermag vorliegender Roman weder an den überaus rasanten ersten Teil noch an den demgegenüber schon etwas schwächeren, aber dennoch lesenswerten zweiten Band anschließen. Zu oft wechselt die Perspektive, insbesondere im ersten Dritten des Bandes bleibt unklar, was hinter den Vorfällen steckt. Um es deutlich auszudrücken, der Roman braucht lange, zu lange, um in Fahrt zu kommen. Leser, die die ersten Teile nicht verschlungen haben, werden sich in dem verschachtelten Plot nicht zurechtfinden, eine echte Identifikationsfigur vermisst man insbesondere zu Beginn schmerzlich.

Als der Roman nach der anfänglichen Durststrecke dann in Fahrt kommt, sich die Handlungsstränge stärker verbinden und das zugrundeliegende größere Bild erkennbar wird, steigt die Faszination und damit die Lesefreude an. Bis dahin aber werden viele das Buch bereits zugeklappt haben.

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