Aschamdon von

Buchvorstellungund Rezension

Aschamdon von

Originalausgabe erschienen 2011, 720 Seiten.ISBN 3981442105.

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In Kürze:

Rafaela jagt dem Geheimnis des ewigen Lebens nach. Atila glaubt, den Schlüssel für grenzenlosen Reichtum und Ruhm in den Händen zu halten. Sie folgen einer rätselhaften Spur, die sie durch die Epochen der Menschheitsgeschichte führt. Doch bevor sie das mehr als 40.000 Jahre alte Geheimnis lüften können, geraten sie zwischen die Fronten eines Krieges, den die übermenschlichen Ariach seit Äonen austragen.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Im Verlauf der Handlung zunehmend verworrener“40

Mystery-Rezension von Peter Kümmel

Während einer Gerichtsverhandlung im Jahr 1944 lernen wir das Mädchen Rafaela kennen. Angeklagt ist ihr Vater, der für den Tod ihres kleinen Bruders verantwortlich sein soll. Rafaela lebt in ständiger Angst vor ihrem Vater, der sich in den letzten Jahren in einen Tyrannen verwandelt hat und sogar versucht hat, Rafaela zu ertränken. Auch das Leben ihrer Mutter hat er zerstört. Als sich abzeichnet, dass der Vater mit einem Freispruch davon kommt, tötet Rafaela ihn durch einen Stich mit einem Füllfederhalter ins Auge.

Rafaela verbringt die folgenden acht Jahre in einer psychiatrischen Anstalt, bis dort Aschamdon erscheint, ein übermenschliches Wesen, der Rafaela einen Handel anbietet. Sie soll für ihn arbeiten, dafür befreit er sie aus der Anstalt. Gezwungenermaßen willigt Rafaela ein und tritt dem „Orden des Sarastro“ bei. Fortan lebt sie abgeschottet in einem Kloster, wo sie als Bannzauberin ausgebildet wird und für Aschamdon nach alten Informationen suchen soll. Dafür soll ihrer Mutter und ihren beiden noch lebenden Geschwistern geholfen werden.

Szenenwechsel in die Gegenwart: Der Antiquitätenhändler Atila steckt in einer finanziellen Klemme. Der finstere DeLucia hat ihn reingelegt. Dessen Geldeintreiber lassen nicht mit sich spaßen, wie Atila bereits körperlich spüren musste. Ein Tipp führt ihn nach Prag, wo ein altes Kartenspiel zum Verkauf steht. Doch hier hat er ebenso Pech wie bei den angebotenen Textseiten. Eine hübsche junge Frau namens Liya, offensichtlich eine Anfängerin im Antiquitätenhandel, überbietet ihn und verbrennt anschließend die erworbenen Blätter. Atila verliebt sich in die mysteriöse Liya, erhält jedoch kurze Zeit später die Nachricht, dass Liya bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist.

„Don’t judge a book by its cover“

Aufmerksamkeit erweckt der erste Band der „Amizaras Chronik“ jedoch zunächst durch sein äußeres Erscheinungsbild. Optisch verschönert der prachtvoll ausgestattete Band jedes Bücherregal. Schwarzes Lederimitat am Buchrücken, Vorder- und Rückseite hell marmoriert mit farbig gestalteten Symbolen, die im Verlauf der Handlung eine Rolle spielen. Die Innenseiten auf grauem, zum Rand hin dunkler werdenen, auf alt getrimmtem Papier. Jede Seite individuell mit zum Inhalt passenden Illustrationen gestaltet, deren Herkunft im Anhang akribisch aufgelistet wird.

Beim Lesen des Buches erinnert man sich automatisch des englischen Idioms „Don’t judge a book by its cover“. In diesem Falle jedoch eher im umgekehrten Sinn als dem allgemein gebräuchlichen gemeint.

Dabei krankt das Buch vor allem daran, dass der Autor die zu Beginn durchaus vorhandene Spannung nicht halten kann. Beide oben angerissenen Stories werden durchgehend abwechselnd in ca. 10-seitigen Kapiteln erzählt, ohne am Ende wirklich zusammengeführt zu werden. Je weiter das Geschehen voranschreitet, je mehr der mysteriösen Wesen in die Handlung eingebracht werden, um so verworrener wird der Plot. Engelartige Wesen lenken die Geschicke der Menschheit. Diese gehören verschiedenen rivalisierenden Gruppierungen an. Ich könnte das Geschehen nicht besser zusammenfassen als der verwirrte Atila:

„Prophezeiungen!“, sagte Atila abfällig. „Finsteres Schicksal der Menschheit! Dunkle Kräfte! Haben jetzt alle den Verstand verloren?“

Zumindest muss man sich keine Gedanken darum machen, wer nun auf der Seite der Guten steht und wer zu den Bösen gehört. Im Prinzip stehen alle Charakter mehr oder weniger auf der finsteren Seite. Gegen Ende hin fiel es mir zunehmend schwerer, die Aschamdons, Amizaras, Ariochs, Azraels und Abbadons auseinander zu halten. Selbst die beiden Protagonisten vermögen kaum die Sympathien des Lesers zu erwecken. Dazu sind sie zu schwach und zu unausgegoren dargestellt. Durch das Einarbeiten von historisch verbürgten Charakteren versucht der Autor der Story eine gewisse Authentizität zu vermitteln. Genremäßig eindeutig einordnen lässt sich das Werk nicht. Es ist eine Mischung aus Urban Fantasy, Dark Fantasy und Mystery.

Jedes geklärte Rätsel wirft wieder mindestens zwei neue Fragen auf und der Leser fühlt sich wie Rafaela, die immer wieder glaubt, nun endlich mit Aschamdon quitt zu sein, jedoch von diesem hingehalten wird und schließlich merkt, dass sie in einem Teufelskreis steckt, aus dem sie nicht mehr heraus kommt.

Band 1 endet unbefriedigend und ohne einen wirklichen Abschluss. Das Ende des ersten Teils bildet vermutlich nur einen Einschnitt innerhalb der gesamten Chronik. Sicherlich machen die drei Bände nebeneinander im Bücherregal etwas her. Ob man aber wirklich wissen will, wie es mit Rafaela und Atila weiter geht, das muss jeder Leser für sich selbst entscheiden.

Egal, wie man das Buch des anonymen Autors Valerian Çaithoque beurteilt: der neugegründete Verlag „Amizaras Edition“ bleibt durch diese Ausgabe auf jeden Fall im Gespäch.

Ihre Meinung zu »Valerian Çaithoque: Aschamdon«

Alex zu »Valerian Çaithoque: Aschamdon«11.04.2017
Ich habe das erste Kennenlernen mit diesem Werk auf der Buchmesse 2017 in Leipzig gehabt. Die Pråsentation und die ganze Aufmachung von ASCHAMDON Band 1, hat nicht zu viel versprochen. Großes können, viel Arbeit und Liebe zum Detail, spiegeln sich hier wieder.

Ich als Leser möchte einfach nur mal danke dafür sagen ;-)

Alex
Solitude zu »Valerian Çaithoque: Aschamdon«26.01.2012
Die Geschichte beginnt in Boston, im Jahre 1944, mit der Gerichtsverhandlung gegen Rafaelas Vater, den sie für den Schuldigen am Tode ihres kleinen Bruders hält. Nach einem Angriff auf ihren Vater wird Rafaela in eine Irrenanstalt einge-wiesen. Dort erscheint ihr Aschamdon, ein engelsgleiches Wesen, dem sie schon früher begegnet ist. Aschamdon bietet ihr an, sie aus der Anstalt herauszuholen. Im Gegenzug soll Rafaela für ihn ein geheimnisvolles Artefakt
finden. Rafaela nimmt das Angebot an und wird in den Orden der Sarastro eingeschleust, eine riesige Burg, die sich unterhalb von Rom befindet. Innerhalb des Ordens herrschen sehr strenge Regeln und alle, die sich nicht daran
halten, müssen mit harten Strafen rechnen. Heimliche Herrscher des Ordens sind die Ariach, engelsgleiche Wesen, die schon von jeher die Geschicke der Menschen lenken. Die Ariach scheinen das Geheimnis des ewigen Lebens zu kennen, und so begegnen wir in der Burg Menschen, die eigentlich schon lange tot sind, u. a. einem ehemaligen Papst und auch Cesare Borgia.
Rafaela gelingt es schließlich, das Artefakt zu finden und sie soll endlich ihre Freiheit erhalten. Aber da bietet ihr Aschamdon an, ihr das Wissen um das ewige Leben zugänglich zu machen, wenn sie weiter für ihn arbeitet...

Im zweiten Erzählstrang begegnen wir Atila, einem Kunst- und Antiquitätenhändler. Dieser befindet sich in einer Zwangslage. Da er bei einem Geschäft sehr viel Geld verloren hat, das er nun den falschen Leuten schuldet, muss er
innerhalb kürzester Zeit eine Unmenge an Geld auftreiben, wenn er seine Gesundheit und sein Leben behalten will. Auf der Suche nach irgendeinem Objekt, das er möglichst gewinnbringend verkaufen kann, wird auch er in die Jagd nach einem geheimnisvollen Artefakt verwickelt, hinter dem mehrere Personen her zu sein scheinen. Er begegnet merkwürdigen Personen, u. a. auch Azrahel, einem Wesen, dessen Rückkehr schon seit ewigen Zeiten prophezeit und von den verschiedenen Parteien aus ganz unterschiedlichen Gründen erwartet wird. Widerwillig beteiligt sich Atila an der Suche nach dem Artefakt, da es für ihn keine andere Möglichkeit gibt, sein Leben zu retten. Jedoch nicht, ohne dabei immer seinen eigenen Vorteil im Hinterkopf zu behalten...

Meine Meinung:

Zuerst möchte ich sagen, dass "Aschamdon" wohl das schönste Buch ist, das ich je in den Händen gehalten habe. Die Seiten sind nicht einfach nur weiß, sondern in verschiedenen Grautönen schattiert. Sehr viele der Seiten sind mit kleinen Illustrationen oder handge-schriebenen Randbemerkungen verziert, die oft auch einen direkten Bezug zur Handlung haben. Auch, wenn ich das Buch sehr kompliziert zu lesen fand, allein schon wegen der vielen vorkommenden Personen und des doch etwas verworrenen Aufbaus der Struktur der Ariach, hat mir "Aschamdon" sehr gut gefallen. Es gibt zwar am Ende des Buches eine Art Skizze zu diesem Aufbau, aber ein Personenverzeichnis hätte ich auch sehr hilfreich gefunden.
Die Erzählung der Geschichte in zwei Strängen und Zeitebenen fand ich schön, ich mag Bücher, die in verschiedenen Zeitebenen spielen. Während die Geschichte um Atila stets im Jahr 2002 bleibt, umfasst Rafaelas Geschichte einen
Zeitraum von 1944 bis 1965, fast so, als würden sich die beiden Geschichten einander annähern.
Die handelnden Personen sind sehr unter-schiedlich. Rafaela ist, aus sehr persönlichen Gründen, auf der Suche nach dem ewigen Leben. Aschamdon bietet ihr immer wieder an, ihr das Wissen darum zugänglich zu machen. Aber jedes Mal, wenn sie glaubt, am Ziel zu sein, wartet schon die nächste Aufgabe auf sie.
Atila ist eigentlich eher ein Unsympath, der nur seinen eigenen Vorteil im Kopf hat. Im Verlauf der Handlung erkennt er so langsam, dass das, was er bisher für Einbildung hielt und worüber er noch nie gesprochen hat, nämlich die Fähigkeit, die "Anderen" zu erkennen, tatsächlich bei ihm vorhanden ist. Obwohl ich an ihm bisher nicht sehr viel Positives entdecken konnte, glaube ich, dass er das Potenzial hat, sich noch zum Helden zu entwickeln. Ich bin jedenfalls gespannt, wie die Geschichte weiter geht. Zumal ich das Ende des Buches ziemlich abrupt fand. Es war fast so, als würde einem jemand ein Buch, das man gerade zur Hälfte gelesen hat, wegnehmen.

Fazit:

Ein doch recht kompliziert aufgebautes Buch, zumindest nach meinem Empfinden, das mich aber trotzdem sehr gefesselt hat. Auch wegen der wirklich herausragenden Gestaltung, die mich immer wieder dazu gebracht hat, auf der einen oder anderen Seite länger zu verweilen. Ich vergebe 81°.
Yoorro zu »Valerian Çaithoque: Aschamdon«01.09.2011
Ich gebe dem Buch 100 %. es hat mir so einen Spaß gemacht mich durch das Buch zu lesen, wie zu dem Zeitpunkt schon lange durch kein anderes mehr. Gerade die kurzen Kapitel und das immer hin und her zwischen den beiden Handlungssträngen fand ich super. Man war immer im Thema. Auch der Schluß hat mir gefallen. Es gibt natürlich noch viel ungeklärtes, aber es sollen ja auch drei Bücher werden. Und ein bisschen ist ja auch am Schluss erklärt worden. Mir hat es genauso gefallen. Über die Aufmachung will ich gar nicht viel sagen. Die ist ungeschlagen. Was mich stört ist die scheinbar ewig lange Zeit bis es weitergeht. Wird wohl erst nächstes Jahr gegen April werden. Ich empfehle es ganz geradeaus.
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