Unverwüstlich von W. C. Bauers

Buchvorstellungund Rezension

Unverwüstlich von W. C. Bauers

Originalausgabe erschienen 2015unter dem Titel „Unbreakable“,deutsche Ausgabe erstmals 2016, 580 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Christian Humberg.

»Unverwüstlich« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

Die Kolonisten des Planeten Montana sind es gewöhnt, ignoriert zu werden. In der Pufferzone zwischen zwei rivalisierenden menschlichen Imperien gelegen, ist ihre Welt provinziell und unabhängig. Selbst als vorläufiges Mitglied der Republik verbündeter Welten wird Montana kaum beachtet – bis es zum Krisenherd eines drohenden interstellaren Kriegs wird.
Als Piratenüberfälle die Region zu destabilisieren drohen, beauftragt die RVW ihre Panzergrenadiere damit, der Situation Herr zu werden. Der Angriff wird von Marine-Corps-Lieutenant Promise Paen, ehemaliger Bewohnerin von Montana, geleitet. Vor Jahren schloss sich Promise den Marines an, nachdem ihr Vater bei einem solchen Überfall getötet wurde. Rache ist süß, aber sie hat einen enormen und verheerenden Preis. Und Promise ist keineswegs glücklich, wieder auf ihrer Heimatwelt zu sein, nicht mal, als die Bevölkerung des Planeten, einschließlich seines schillernden Präsidenten, sie als Heldin begrüßt. Was die Sache noch schlimmer macht: Promise wird immer wieder von der Stimme ihrer toten Mutter heimgesucht.
Währenddessen hat der erbittertste Rivale der RVW, das Lusitanische Imperium, die Ereignisse im Montana-System mit Interesse verfolgt. Die Truppen haben nur auf den richtigen Moment gewartet, einen Brückenkopf im Territorium der Republik an sich zu reißen, und nachdem Promises Marines drastisch dezimiert wurden, halten sie den Moment geeignet, um zuzuschlagen.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Auf den Spuren von Honor Harrington und Kris Longknife“73

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Seitdem die Menschheit die Erde zerstört und hinter sich gelassen hat, ist sie auf der Suche nach Vielem. Auf Aliens ist man nicht gestoßen, doch ferne Sonnensysteme wurden erkundet, kolonialisiert und Sternenreiche gegründet. Der Republik Angeschlossener Welten steht dabei das der RAW, das Lusitanische Imperium feindlich gegenüber. Gegenwärtig ist es noch ein kalter Krieg, der von beiden Seiten mit waffenstarrer Vehemenz geführt wird. Ein Krieg aber, der sich anschickt ein heißer zu werden. Millionen Menschenleben sind in Gefahr, Soldatinnen und Soldaten auf beiden Seiten bereiten sich auf diese drohende Auseinandersetzung vor.

Dies ist die Geschichte eines von ihnen. Sergeant Promise Paen stammt von Montana, einem gottvergessenen Siedlungsplaneten im Niemandsland zwischen den beiden verfeindeten Imperien. Nachdem sie aus der Ferne hilflos mit ansehen musste, wie Piraten ihren pazifistischen Vater für ein paar wertlose Maschinen umbrachten, hat sie sich bei den Marines der RAW eingeschrieben. Und sie hat ihren Weg gemacht. Talentiert, immer ein offenes Ohr für ihre Kameraden wird ihr jetzt der, eigentlich viel zu früh, aber Dank der Personalknappheit verständlich, der Befehl über die Victor Kompanie übertragen. Einziger Wermutstropfen – ihr erster Einsatzort ist ausgerechnet der Planet, von dem sie unbedingt weg wollt. Montana wird von Piraten heimgesucht und sie soll sich darum kümmern.

Schon beim Flug auf den Planeten aber geht alles schief. Ihr Shuttle wird abgeschossen,d er befehlshabende Kommandeur stirbt, und Promise findet sich plötzlich mit einer Handvoll Kameraden auf einem Planeten wieder, der sie und die unter ihrem Kommando stehenden nicht eben herzlich empfängt. Zu oft wurde die Randwelt enttäuscht, wurde sie vergessen und als unwichtig abgekanzelt. Dann fliegen gleich mehrere Raumschiffe der RAW ins System. Dass diese planen, den Planeten zur Hilfe zu eilen und dabei zu annektieren ist klar, doch wie nur kann man die perfiden Pläne vereiteln? Promise steht vor einem gewaltigen Problem – gut für sie, dass sie Schwierigkeiten immer als Herausforderung sieht und die Arme hochkrempelt um die Karre aus dem Schlamm zu ziehen – wie der RAW leidvoll und verlustreich feststellen muss …

Packende Military SF mit einer Soldatin, die uns packt

Wir kennen sie inzwischen gut – die toughen Damen, die in der jeweiligen Raummarine ihres Heimatsystems Karriere machen. Sei es Honor Harrington (David Weber, dt. bei Lübbe) oder Kris Longknife (Mike Shepherd, dt. bei Lübbe) um nur die beiden Bekanntesten zu nennen, die holde Weiblichkeit und packende Kämpfe schließen sich nicht aus. Nun also stellt sich uns also eine neue Heldin in Soldatenstiefeln und mit einem großen Schießeisen vor. Promise Paen reiht sich dabei mühelos in die Reihe der Vorbilder ein. Sie ist fähig, aufopfernd und integer, dabei aber auch von ihren eigenen Erinnerungen getrieben – schlicht ein interessanter Charakter. Dass sie dann zunächst auf ihren – ungeliebten – Heimatplaneten zurück muss um diesen vor den Bösen zu retten ist Karma, bietet dem Autor aber die Möglichkeit, seine alles beherrschende Hauptperson mit einem glaubwürdigen Hintergrund auszustatten.

Inhaltlich wartet dann das Gewohnte auf den Leser – die unterlegenen Underdogs schaffen es dank ihrer Moral, ihrer Integrität und ihrem Einfallsreichtum den weit überlegenen Gegner an den Rand einer Niederlage zu bringen. Das „David gegen Goliath“ Spiel ist wohl erprobt, fasziniert aber immer. Natürlich ist man als Leser gerne auf der Seite des vermeintlichen Verlierers und triumphiert mit diesem allen Wahrscheinlichkeiten zum Trotz. Während Montana als Planet und Kulisse dabei rudimentär bleibt, ein Planet wie ein Landstrich im Mittel-Westend er USA eben, konzentriert sich alles auf den Kampf, die verlustreichen Einsätze gegen die übermächtigen Gegner. Das haben wir so ähnlich öfters gelesen, insbesondere Mike Shepherds von Lübbe leider abgesetzte Kris Longknife Reihe scheint ein wenig Pate gestanden zu haben, hat aber unbestritten seinen Reiz. Die Handlung ist rasant aufgezogen, jede Menge Action und Fährnisse warten auf den Leser. Insgesamt vielleicht ein wenig zu lang geraten werden Freunde der Military SF hier besten bedient, stellt sich eine neue Protagonistin vor, die uns sicherlich noch einige Zeit begleiten wird.

Ihre Meinung zu »W. C. Bauers: Unverwüstlich«

Ihr Kommentar zu Unverwüstlich

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.