Walter Ernsting (Clark Darlton)

Der deutsche Science-Fiction-Autor Walter Ernsting wurde am 13. Juni 1920 in Koblenz geboren. Er wuchs, bedingt durch die Heiraten und Scheidungen seiner Mutter, in Essen, Lüdenscheid und Bonn auf. Von der Schule aus wurde er zum Arbeitsdienst verpflichtet und 1940 kurz nach Beginn des Zweiten Weltkriegs zu einer Nachrichteneinheit der Wehrmacht eingezogen. Über Polen, Norwegen und Lappland kam er 1945 ins Kurland, wo er in Gefangenschaft geriet und fünf Jahre im Straflager in Karaganda in Sibirien verbrachte. Nach seiner Entlassung war er zunächst schwer krank und arbeitsunfähig. Ab 1952 arbeitete er bei den britischen Besatzungsbehörden als Dolmetscher. Dort kam er zum ersten Mal mit amerikanischen Science-Fiction-Magazinen in Kontakt.

1954 begann Ernsting beim Pabel Verlag, wo er die Eine-Mark-Reihe Utopia-Großband startete. Er war gleichzeitig Herausgeber, Redakteur und Übersetzer. Schließlich begann er selber mit dem Schreiben. Da deutschsprachige SF zu dieser Zeit noch keine Lobby hatte, legte er sich das Pseudonym Clark Darlton zu und erweckte mit englischen Untertiteln den Eindruck von übersetzten Ausgaben. Ernsting hatte mit dieser Masche sofort Erfolg. Sein erster Heftroman „Ufo am Nachthimmel“ erschien 1955 und wurde zwei Jahre später mit der deutschen Version des Hugo Award ausgezeichnet. 1956 veröffentlichte er sein erstes Buch „Überfall aus dem Nichts“. Nach dem Erfolg mit der Utopia-Großband-Reihe gab Ernsting das Utopia-Magazin, das erste deutsche Science-Fiction-Magazin, heraus. Er war 1955 auch Mitbegründer des Science Fiction Club Deutschland, dessen Vorsitz er einige Zeit inne hatte.

1960 wechselte Ernsting zu Moewig und konzipierte dort zusammen mit K. H. Scheer die wohl berühmteste deutsche Heftromanserie „Perry Rhodan – der Erbe des Universums“. Insgesamt verfasste Ernsting 192 Hefte, 26 Taschenbücher und 32 Romane zur Perry-Rhodan- und Atlan-Serie.

Ernstings Werk umfasst mehr als 300 Romane und zahlreiche Kurzgeschichten. Den Großteil machen die serienbezogenen Erzählungen aus, die unter dem Namen Clark Darlton veröffentlicht wurden, aber auch unter dem Namen Walter Ernsting veröffentlichte er zahlreiche Bücher. Außerdem benutzte er noch die Pseudonyme Tom Chester, Fred McPatterson sowie (für zwei Western) Frank Haller. Für sein Lebenswerk als Autor, Übersetzer, Literarischer Agent, Herausgeber, Lektor und Initiator erhielt er 1996 den Kurd-Laßwitz-Sonderpreis

1981 zog Ernsting, der in Bayern und Österreich lebte, in die Grafschaft Cork in Irland. Später kehrte er aus gesundheitlichen Gründen wieder zurück, um in der Nähe seines Sohnes in Salzburg zu leben. Er starb nach langer Krankheit am 15. Januar 2005 in Salzburg.

mehr über Walter Ernsting:

Phantastisches von Clark Darlton:

  • andere Bücher
    • (1962) Mein ist die Rache (als Tom Chester)
    • (1964) Rote Maske (als Frank Haller)
    • (1974) Der heiße Trail nach Mexiko (als Frank Haller)

Soweit nicht anders vermerkt wurden alle Bücher bis 1972 unter dem Namen Clark Darlton veröffentlicht.