Der Fall des Imperiums von Walter Jon Williams

Buchvorstellungund Rezension

Der Fall des Imperiums von Walter Jon Williams

Originalausgabe erschienen 2002unter dem Titel „The Praxis“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 800 Seiten.ISBN 3-453-52645-7.Übersetzung ins Deutsche von .

»Der Fall des Imperiums« kaufen oder zum Merkzettel hinzufügen

bestellen bei amazon

in mein Bücherregal

In Kürze:

In ferner Zukunft haben die unterschiedlichsten Völker der Galaxis ein mächtiges Imperium aus Tausenden von Welten geschaffen. Doch dieses Imperium steht vor dem Zerfall: Interessenskonflikte und Handelskriege führen zu seinem Niedergang. Eine mehr als erschreckende Entwicklung, denn eine gefährliche religiöse Sekte wartet bereits darauf, nach der Herrschaft zu greifen – und das könnte das Ende allen Lebens bedeuten …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Auch im Weltall – Fußball !“70

Science-Fiction-Rezension von Klaus Volmer

Seit tausenden von Jahren beherrschen die Shaa ein Imperium aus dutzenden Völkern und unzähligen Planeten. Doch mit dem Tod von „Siegesgewissheit“, dem letzten Shaa endet diese Ära und der Kampf um die Macht ist eröffnet.

Eine zarte Romanze und große Schlachten

Gareth Martinez hat ein Problem. Sein vorgesetzter Offizier, Flottenkommandeur Enderby, hat beschlossen, dem letzten Shaa in den Tod zu folgen. Martinez soll nach seinem Tod auf die „Corona“ versetzt werden, nicht gerade eine Beförderung für den ehrgeizigen Offizier aus der Provinz. Doch bevor der letzte Shaa stirbt, muss sich Martinez noch bei der Koordination einer Rettungsaktion beweisen, die von Caroline Sula, einer jungen Pilotin, durchgeführt wird.
Reisen im Weltraum sind lang und so haben beide während der Rückreise Sula’s noch Zeit, sich, wenn auch nur über Funk, ein bisschen kennenzulernen. Aber dann stirbt der letzte Shaa und die eigentliche Geschichte beginnt …

Wie befürchtet wird Martinez schließlich auf die „Corona“ versetzt. Dort muss er feststellen, dass sein Kapitän sich mehr für Fußball interessiert, als für sein Schiff, die Mannschaft besteht hauptsächlich aus Fußballspielern und Betreuern. Es ist kein Wunder, dass Martinez Warnungen vor einem Putsch der Naxiden ungehört verhallen und er das Heft selber in die Hand nehmen muss, um das Schiff zu retten. Ein Bürgerkrieg beginnt, die erste militärische Auseinandersetzung für die hochgerüstete Flotte nach einem Jahrtausend Untätigkeit. …

Solide Science-Fiction

Schon mit den ersten Absätzen wird klar, dass das vorliegende Buch nur der Anfang einer Reihe sein kann. Wie es sich für eine gute Space Opera gehört, entwirft Walter Jon Williams ein komplettes Universum. Durch geschickt eingeflochtene Erläuterungen zeichnet er das Bild einer Feudalgesellschaft, in der ein Weiterkommen nur mit Hilfe von Beziehungen und dem richtigen gesellschaftlichen Status möglich ist. Dazu gesellen sich die eingestreuten Informationen über die „Shaa“, die allerdings mehr Fragen offen lassen, als beantworten.

Doch eine Geschichte sollte aus mehr bestehen, als nur einem gut gemachten Rahmen. So führt Williams das klassische Liebespaar ein, das eigentlich zusammen gehört und doch, getrennt durch Zeit und Raum, nicht zueinander findet. Und natürlich verbirgt die junge Pilotin ein furchtbares Geheimnis, das erst im Laufe dieses ersten Bandes gelüftet wird.

Die Einführung der Charaktere hinterlässt einen leicht gespaltenen Eindruck. Gut gelungen ist die Figur des Gareth Martinez als ambitionierter Offizier vom Lande, der es schon aufgrund seines Dialektes schwer hat, sich in der besseren Gesellschaft des Imperiums zu behaupten. Gelungen ist auch die Schilderung dieser militärisch geprägten Feudalgesellschaft, die Offiziere nach Herkunft ernennt und Admiräle hervor bringt, die sich mehr für die Fliesen ihres Bades interessieren, als für den Zustand der von ihnen befehligten Flotte. Ein bisschen langatmig fallen hingegen die Rückblenden in das Leben der Caroline Sula aus. Viel zu schnell erkennt der Leser das Dilemma der jungen Frau und wünscht sich, dass der Autor möglichst zügig zur Hauptgeschichte zurückkehrt, statt weiter in der Vergangenheit Sulas zu wühlen.

Der „Der Fall des Imperiums“ ist sicherlich nicht gerade mit vielen überraschenden Wendungen oder revolutionär neuen Ideen gespickt. Aber das Buch ist sehr unterhaltsam und trotz seiner Länge von über 600 Seiten nie langweilig. Eine solide, flott geschriebene Space-Opera mit ausreichend Potential für Fortsetzungen.

Ihre Meinung zu »Walter Jon Williams: Der Fall des Imperiums«

Ihr Kommentar zu Der Fall des Imperiums

Hinweis: Fragen nach einem fertigen Referat, einer Inhaltsangabe oder Zusammenfassung werden gelöscht.