Das Labyrinth der Träumenden Bücher von Walter Moers

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2011, 432 Seiten.ISBN 3813503933.

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In Kürze:

Hier ist das Buch der Bücher für alle Buchliebhaber: Das Labyrinth der Träumenden Bücher spielt wieder auf dem phantastischen Kontinent Zamonien, in der Stadt Buchhaim, wo Hildegunst von Mythenmetz, der schriftstellernde Lindwurm, seinen Zuhörern einen weiteren Teil seiner abenteuerlichen Autobiografie erzählt.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Buchhaim – Reloaded“88

Fantasy-Rezension von Horst Illmer

Ja, „meine lieben Freunde“ (wie eine im Buch mehrmals eingesetzte Anbiederungsformel lautet), da ist er wieder: Hildegunst von Mythenmetz, der größte Dichter Zamoniens, der Verfasser der spannendsten und erfolgreichsten Romane, Erzählungen, Essays und sonstiger Texte, die jemals ein vom Orm heimgesuchter Lindwurm zu Papier brachte, der glücklich den Katakomben von Buchhaim entronnene Jungspund (vgl. „Die Stadt der Träumenden Bücher“), nun allerdings um ein paar Jahrhunderte gereifter, ruhiger, erfolgreicher und – gelangweilter.

Zurückgezogen auf der Lindwurmfeste lebend und seinem verblassenden Ruhm ebenso nachtrauernd wie seine immer noch steigenden Tantiemen genießend, findet er eines Morgens zwischen seiner Fan-Post einen Brief, dessen Lektüre ihn fast das Leben kostet.
Allerdings wäre es eine schon fast unerträgliche Ironie des Schicksals gewesen, wenn er an dem Brötchen in der Luftröhre tatsächlich erstickt wäre – statt dem Ruf seiner Natur zu folgen und erneut aufzubrechen. Denn der Brief macht ihm augenblicklich klar, dass es unumgänglich ist, endlich zurückzukehren nach Buchhaim, seinem Schicksalsort, dessen Schatten ihn seit mehr als zweihundert Jahren verfolgt haben und wo noch eine ganze Reihe unerledigter Fälle und offener Rechnungen auf ihn warten.

Und so kehrt Hildegunst zurück ins „Labyrinth der Träumenden Bücher“ …und taucht erneut ein in diese ganz spezielle Atmosphäre einer Stadt, die sich ganz der Literatur verschrieben hat. War es in „Die Stadt ...“ (neben der Oberflächenhandlung) ein Streifzug durch die Geschichte der Prosaliteratur (ein Hochgesang auf Roman und Kurzgeschichte), so ist es diesmal (erneut parallel geführt) ein Gang durch die Geschichte des Theaters. Kenntnisreich, humorvoll, eindringlich und erkennbar mit Herzblut geschrieben, führt der Mythenmetz’sche Weg über die Plätze und durch die Gassen von Buchhaim vorbei an fünftausend Jahren dramatischer Dichtung.

Walter Moers gibt erneut den Übersetzer aus dem Zamonischen und dient gleichzeitig als Illustrator der Mythenmetz’schen Abenteuer – wie immer in gewohnt hoher Sprach- und Bildqualität. Und ja – als Kenner und Liebhaber der Eigenheiten von Moers/Mythenmetz und der zamonischen Parallelwelt kommt man voll auf seine Kosten!

Einzig, dass es sich bei „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ um den ersten Teil einer mehrbändigen Geschichte handelt (und man dies, als unvorbereiteter Leser, erst am Ende des Buches erkennen kann), sei hier noch angemerkt. Wer nicht in Häppchen lesen mag, muss also noch etwas warten – für alle anderen, fängt die Geschichte und das Vergnügen jedoch bereits mit der ersten Zeile von „Das Labyrinth der Träumenden Bücher“ an.

Und so, „meine lieben Brüder und Schwestern im Geiste“ (eine weitere, mehrmals eingesetzte Mythenmetz’sche Anbiederungsformel), tauchen wir am Ende, nach 430 Seiten, aus diesem wundervollen Buch auf – und zwar mit einem ultrabrutalen Cliff-Hanger vor Augen: „Hier fängt die Geschichte an“.

(Horst Illmer, September 2012)

Ihre Meinung zu »Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher«

1warer zu »Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher«10.12.2013
Ich denke das sich Walter Moers etwas dabei gedacht hat, indem er uns so gequält und nebenbei mit haufenweise, noch unsotierbaren Informationen, vollgestopft hat, die sicherlich später sehr wichtig werden und deshalb vorerst einen Informationsband geschrieben hat, um uns mit dem nötigen Werkzeug auszustatten, das dann später, im Abenteuerband, möglicherweise am Höhepunkt, doch noch unerwarteterweise zum Zuge kommt, um uns dann doch stundenlang im Informationsband blättern zu lassen, damit wir endlich wissen, warum Mythenmetz nicht vor einem Bücherjäger, Pardon, ich meinte natürlich Librinaut, davonläuft und das alles ist ihm wahrscheinlich Zuhause, unter dem stärksten Ormrausch, einfach so mal eingefallen.(Ein Satz mit siebzehn Kommata (Markenzeichen von Hildegunst von Mythenmetz ^^))
Indiesem Sinne, meine lesewütigen Freunde, können wir gespannt auf das nächste träumende Buch warten.


lg,
1warer
Rosemarie Zimmermann zu »Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher«05.10.2012
Ich kann nur sagen das es ganz wenige Bücher gibt die mich so fasziniert haben wie : Die Stadt der träumenden Bücher, Labyrinth der träumenden Bücher
Ich weiß nicht warum, ist es die Sprache , die Namen/Orte die mich nicht mehr los lassen ?
Komischerweise habe ich gleich nach dem ersten Buch , keines meiner Bücher mehr verschenken oder vernichten können, inzwischen sind es über 100 die sich angesammelt haben, natürlich sind auch weniger interessante dabei, aber selbst die stehen jetzt im Regal , an ausleihen ist auch nicht mehr zu denken , ja das hat Walter Mörs mit mir gemacht mit nur diesen 2 Exemplaren.
Findet Ihr das bekloppt ? von mir aus ein großes ehrliches Dankeschön an W.M. Bitte mehr davon
Mal sehen vielleicht werde ich ihm mal persönlich schreiben, ich fass es immer noch nicht :-))
Ihre R.Zimmermann
Atuarre zu »Walter Moers: Das Labyrinth der Träumenden Bücher«21.01.2012
Walter Moers hätte ruhig am Anfang des Buches sagen können, was er im Nachwort zu sagen hat.

So wird das Buch immer dünner und dünner ohne dass das erwartete Ereignis eintritt.

Ansonsten ist es wieder ein Buch das man eigentlich erst dann aus der Hand legen kann wenn auch wirklich die letzte Seite gelesen ist.
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