Die Leben des Tao von Wesley Chu

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „The Lives of Tao“,deutsche Ausgabe erstmals 2016, 432 Seiten.ISBN 3-596-03487-6.Übersetzung ins Deutsche von Simone Heller.

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In Kürze:

Action, Abenteuer und Aliens – Wesley Chus SF-Thriller ›Die Leben des Tao‹ ist der Auftakt einer Trilogie, in der sich ein durchschnittlicher Nerd zum Top-Geheimagenten mausert.

Seit Anbeginn der Zeiten wird das Schicksal der Menschheit insgeheim von Aliens gelenkt, die als körperlose Parasiten einige der einflussreichsten Persönlichkeiten der Geschichte kontrolliert haben: Dschingis Khan etwa, Napoleon oder Steve Jobs. Und fast ebenso lange tobt unbemerkt ein heftiger Krieg auf der Erde, in dem sich zwei verfeindete Fraktionen der Außerirdischen bis aufs Blut bekämpfen. Mal haben die Prophus die Nase vorn, die auf eine friedliche Koexistenz mit den Menschen setzen, und manchmal die Genjix, die glauben, dass technischer und gesellschaftlicher Fortschritt nicht ohne Krieg und Konflikte zu haben ist. Wenn es nach ihnen geht, wird auch in Zukunft die Weltgeschichte mit Blut geschrieben.
Von all dem ahnt Roen Tan – Programmierer, Vollzeit-Nerd und Freund fettiger Fertiggerichte – natürlich nichts. Bis er eines Morgens in seiner Wohnung in Chicago aufwacht und eine fremde Stimme in seinem Kopf hört …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Mission Impossible meets V Die Ausserirdischen“75

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Das Leben ist gar nicht so einfach, wenn man ein übergewichtiger NERD ist. Das muss auch Roen Tan immer wieder feststellen. Seitdem er schon in der Schule ob seines Gewichts gehänselt und verspottet wurde, ist er der perfekte Verlierer. Aus Frust hat er den Plan zu studieren aufgegeben, fristet sein Dasein als unterbezahlter Lohnsklave einer IT-Firma und muss sich von seinem Chef gängeln und ausnützen lassen. Seine Venen und Arterien stöhnen unter der Verkalkung – den Tiefkühl-Pizzen, Fast-Food und Chips sein Lob und Undank – seine Füße hat er, wenn er den Blick nach unten schweifen lässt, schon Jahre nicht mehr gesehen. Von amourösen Abenteuer, einer festen Freundin gar kann er nicht mal mehr träumen.

Dann, abrupt und scheinbar unmotiviert beginnt er sich zu ändern. Er steht um 5 Uhr morgens auf, joggt, stemmt Gewichte, lernt Kampfsport und seine Trainerin ist eine mehr als attraktive junge Frau. Als sein WG-Partner und einziger Freund ihn ausquetscht, was hinter seinem Sinneswandel steckt, kommt unser ehemaliger Couch-Potato mit einer abstrusen Geschichte daher.

Der Geist eines seit Jahrzehntausenden auf Erden weilenden Aliens sei in ihn gefahren – und er jetzt ein Agent in Diensten der Prophus. Im immerwährenden Kampf gegen die Genjix, abtrünnigen Aliens, die einzig im immerwährenden Leid und Krieg die Chance für eine rasante technologische Entwicklung der Menschheit sehen, steht er jetzt mit anderen, teilweise ebenfalls von Alien besetzten Agenten, in vorderster Front. Eine Story die so blöd und unglaublich ist, dass sie eigentlich nur wahr sein kann – oder?

Unterhaltsam, selbstironisch und rasant erzählt

Der Auftaktband einer neuen, etwas anderen Urban Fantasy Trilogie stellt sich vor. Wesley Chu erfindet dabei das Rad zwar nicht neu, weiss aber, wie er seine Leser bei der Stange hält.

Neben der faszinierenden Wandlung des adipösen Sesselpupers zum Agenten sind es zunächst einmal der dem Text innewohnende Humor, die vielen Anspielungen und die Selbstironie, die auffallen. Hier nimmt ein Autor sich selbst, seine Handlung und Vorbilder beileibe nicht bierernst, sondern versucht, und dies gekonnt, seine Leser in erster Linie zu unterhalten.

Und dies gelingt Chu denn auch bestens. Nach der Transformation geht es im Kampf gegen die Gegner in die Vollen, werden weitere Geheimnisse offenbar. Geschickt auch, dass die Wirte der Aliens über ihren Reiter auch Zugriff auf Erinnerungen aus der Vergangenheit haben. Und da die besessenen Menschen zumeist ihre Ära geprägt haben, kommen so namenhafte Figuren wie Dschingis Khan oder Albert Einstein in Anekdoten zu Wort. Das lockert die Handlung weiter auf, ohne sie in ihrem Tempo zu bremsen. Dazu gesellen sich dann Szenen die aus einem Mission Impossible Film stammen könnten, so dass die Lektüre angenehm spannend, lustig und unterhaltsam verläuft.

Ihre Meinung zu »Wesley Chu: Die Leben des Tao«

Tristan zu »Wesley Chu: Die Leben des Tao«16.12.2016
Ich lese das Buch gerade, habe es zur Hälfte durch und finde es eher schwach. Die Koexistenz von Alien und Mensch im selben Körper ist meiner Meinung nach psychologisch nicht plausibel dargestellt. Der Ablauf der Handlung ist reißbrettartig, die Charaktere bleiben oberflächlich. Vielleicht ändert sich das noch, aber das halte ich für unwahrscheinlich, da es vom Beginn des Buches an noch keinerlei Steigerung gegeben hat.
Ihr Kommentar zu Die Leben des Tao

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