Neuromancer von Wiliam Gibson

Buchvorstellung

Neuromancer von Wiliam Gibson

Originalausgabe erschienen 1984unter dem Titel „Neuromancer“,deutsche Ausgabe erstmals 1987, 365 Seiten.ISBN 3-453-05665-5.Übersetzung ins Deutsche von Reinhard Heinz.

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Ihre Meinung zu »Wiliam Gibson: Neuromancer«

Michael Zöllner zu »Wiliam Gibson: Neuromancer«16.11.2014
Der Roman ist ein Schlüsselwerk zum Verständnis der neueren Science-Fiction. Er ist eine Art Sittengemälde der näheren Zukunft. Die Handlung nimmt einige Entwicklungen, die wir in der Gegenwart erleben vorweg. Immerhin ist das Buch bereits annähernd 30 Jahre alt.

Im Gegensatz zu vielen Romanen, in denen die Schöpfung ihrem Schöpfer überlegen ist (Frankenstein), ist die Schöpfung hier fast gleichgültig gegen ihren Schöpfer, den Menschen. Der Fortschritt zerstört die Gesellschaft wie wir sie kennen! Der Prozess der Zerstörung, ist auch gleichzeitig mit der Schöpfung neuer gesellschaftlicher Realitäten verbunden.

Die Gesellschaft der Menschen ist durch und durch kommerzialisiert. Die neuen Techniken haben den Menschen nicht zum Herrn der Welt gemacht, sondern eine Welt geschaffen in der der Mensch der Technik und der Wirtschaft dient.

Wer nicht zu den großen gesellschaftlichen Strukturen eines Konzerns gehört, der braucht die Zugehörigkeit zu Parallelgesellschaften oder kriminellen Strukturen! Wer über all dies nicht verfügt verfällt in Wirkungslosigkeit. Oder in einen endlosen Existenzkampf auf verschiedenen Ebenen der neu geschaffenen gesellschaftlichen Realitäten.
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Trotz vieler Möglichkeiten sich individuell zu gestalten, ist die Gesellschaft in diesem Roman massenhaft Maskenhaft und nur die ausgestoßenen verfügen über Identität die in gewisser weise ihr leben spiegelt und nicht ihre Klasse. Wer sich allein durch die Technik individuell verwirklichen will, passt sich zu aller erst der Technik an! So beginnen Markennamen und Produkte an die Stellen von Eigenschaften und Charakterzügen zu treten. Sie dienen der Selbstfindung und sie dienen der Beschreibung.

Das Verhältnis zum Mitmenschen ist in weiten Teilen ohne Mitgefühl. Die Menschen in dieser Geschichte, sind verwickelt in grausame Handlungen die sie zum Teil selbst verantworten, aber auch in die Sie getrieben werden. Gerade durch diese Brutalität wird klar, dass die Kräfte der Technologie, die sich über ihre Schöpfer erheben, ein rein pragmatisches Verhältnis zu den Menschen haben.

So sehr Abhängigkeiten voneinander existieren:
des Menschen von der Technik/der Parallelgesellschaften voneinander/der Kriminellen von ihren Auftraggebern, so sehr scheinen alle Akteure in der Beziehungslosigkeit zu existieren.

Sexualität, Liebe, Verantwortung sind die Folge kurzfristiger Agreements und des situativen Kontextes.

Gibson sammelt hier Fäden auf, die andere Autoren vor ihm schon gespannt haben. Er verdichtet diese aber zu einem unentrinnbaren Netz. So beherrschend und engmaschig wie die Durchdringung der Realität durch die Datenwelt.

Zudem ist es ein spannendes Buch mit einer intelligenten facettenreichen Geschichte, und einer dynamisch vorangetriebenen Handlung die komplex aber in sich logisch ist. Unter verschiedenen Gesichtspunkten ist das Buch spannend zu lesen! Und im Abstand der Jahre ergeben sich, immer neue Aspekte. Zum Teil ergeben sich die neuen Blickwinkel aus dem Fortgang der Geschichte, zu einem anderen Teil , aus dem schriftstellerischen können von William Gibson. Aber vor allem der Fortgang der Realität in der wir Leser leben.

Das Buch ist deswegen ein Schlüsselroman und von literaturhistorischer Bedeutung, weil es zu den ersten Büchern gehört, die die Erkenntnis vermitteln, dass die Zukunft bereits begonnen hat. Und gerade das Jahr 2014 gab mir das Gefühl, dass der Roman das Lebensgefühl unserer und der nachfolgende Generationen prognostiziert hat!
Hanule zu »Wiliam Gibson: Neuromancer«08.04.2007
Das beste Buch, das ich je in diesem Genre gelesen habe. Man muss es mehrmals von Anfang wieder lesen, weil es ein bisschen komplizierter, aber einfacher als andere Sci-fi, die ich las
Ihr Kommentar zu Neuromancer

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