William Hope Hodgson

W. H. Hodgson wurde am 15. November 1877 in Blackmore End, Essex, England, als eines von zwölf Kindern geboren. Sein Elternhaus verließ er früh und ging zur Handelsmarine. Zwischen 1891 und 1904 fuhr er zur See, konnte sich aber nie an die Brutalitäten und Ungerechtigkeiten an Bord, den Schmutz oder die Gefahren gewöhnen. So musterte er ab und eröffnete in Blackburn nahe Liverpool ein Studio für Bodybuilder. Das Geschäft lief schlecht, aber Hodgson schrieb viele Artikel über seine Arbeit und begann über eine Karriere als Schriftsteller nachzudenken. Seine Jahre auf den Weltmeeren lieferten ihm genug Stoff für phantastische Seespukgeschichten. Mit „A Tropical Horror“ debütierte Hodgson 1905 in „The Grand Magazine“.

1907 folgte mit dem Episodenroman „The Boats of the 'Glen Carrig'“ (dt. in „Stimme in der Nacht“) ein erstes längeres Werk. 1908 erschien „The House on the Borderland“ (dt. „Das Haus an der Grenze“), mit dem Hodgson bewies, dass er auch auf dem trockenen Land Angst und Schrecken zu verbreiten wusste. „Carnacki the Ghost Finder“ betrat die literarische Bühne 1910. Zwei Jahre später erschien Hodgsons episches Hauptwerk: „The Night Land“, eine Geschichte aus fernster Zukunft, die viele brillante Stimmungsbilder aus „The House on the Borderland“ aufgreift und vertieft.

Hodgson heiratete 1913 und zog mit seiner Gattin nach Südfrankreich. Er schrieb nur noch wenig. Bei Kriegsausbruch 1914 ging er nach England zurück und wurde als Offizier der Royal Field Artillery zugeteilt. Eine schwere Kopfverletzung auf dem Schlachtfeld überlebte er knapp und kehrte an die Front zurück. Hier traf ihn am 17. April 1918 ein deutsches Artilleriegeschoss. Er war sofort tot.

Der recht kritische H. P. Lovecraft (1890-1937) rühmte Hodgsons Idee des „kosmischen Schreckens“ und ließ sich für die eigene Cthulhu-Saga inspirieren. Wäre Hodgson ein längeres Leben vergönnt gewesen, hätte er vielleicht wie Lovecraft Bezüge zwischen seinen literarischen Welten hergestellt und einen Kosmos mit eigenen Regeln geschaffen. Ansätze dazu finden wir z. B. in den mysteriösen Schweinewesen, die auch dem „Geisterfinder“ Carnacki, den Hodgson in einer ganzen Serie von Kurzgeschichten auftreten ließ, zu schaffen machen.

W. H. Hodgson wird in seiner englischen Heimat als großer Erzähler in Ehren gehalten. Seine Werke wurden fast vollständig ins Netz gestellt und lassen sich auf diese Weise leicht im Originalton lesen, z.B. Das Haus an der Grenze.

Phantastisches von William Hope Hodgson:

  • (1907) The Boats of the „Glen Carrig“
  • (1908) Das Haus an der Grenze Rezension
    The House on the Borderland
  • (1909) The Ghost Pirates
  • (1912) Das Nachtland
    The Night Land: A Love Tale
  • Storysammlungen:
    • (1909) The Ghost Pirates, a Chanty, and Another Story
    • (1910) Carnacki, the Ghost-Finder, and Poem
    • (1913) Carnacki der Geisterfinder Rezension
      Carnacki, the Ghost-Finder
    • (1914) Men of the Deep Waters
    • (1967) Deep Waters (hg. von August Derleth)
    • (1975) Out of the Storm: Uncollected Fantasies (hg. von Sam Moskowitz)
    • (1992) The Haunted 'Pampero' (hg. von Donald M. Grant)
    • (1993) At Sea: Four Previously Uncollected Adventures (hg. von Sam Gafford)
    • (1996) Terrors of the Sea (hg. von Sam Moskowitz)
  • andere Bücher:
    • (1912) Poems; and A Dream of X
    • (1914) Cargunka and Poems and Anecdotes
    • (1916) The Luck of the Strong
    • (1917) Captain Gault, Being the Exceedingly Private Log of a Sea-Captain
    • (1920) The Calling of the Sea
    • (1921) The Voice of the Ocean
    • (1977) Poems of the Sea