Das Amphora-Projekt von William Kotzwinkle

Buchvorstellungund Rezension

Das Amphora-Projekt von William Kotzwinkle

Originalausgabe erschienen 2005unter dem Titel „The Amphora Project“,deutsche Ausgabe erstmals 2007, 384 Seiten.ISBN 3-453-52219-2.Übersetzung ins Deutsche von Hans Pfitzinger.

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In Kürze:

Was haben ein dicklicher Raumpirat, sein echsenähnlicher Navigator und dessen „elefantöser“ Kumpel, ein etwas leichtgläubiger, aber trotzdem genialer Botaniker, seine so schöne wie rätselhafte Geliebte sowie ein Ersatzteil-Roboter gemeinsam?

Genau: Sie versuchen – jeder auf seine Weise und aus ganz unterschiedlichen persönlichen Motiven – in den Besitz der Unsterblichkeit zu gelangen, deren Geheimnis Wissenschaftler in einem geheimen Forschungslabor auf dem Planeten Papierlaterne bis dato nur teilweise entschlüsselt haben. Das muß unweigerlich zu enormen Verwicklungen führen, wie man sich denken kann. Wenn man allerdings einen auf einem anderen Planeten verschollenen Onkel „reaktiviert“, fast überall zur falschen Zeit die richtigen Freunde hat, aus reiner Passion, gepaart mit entsprechendem Erfindungsreichtum, den Maschen eines eng gestrickten Verfolgernetzes entkommt – also gewissermaßen rund um die galaktische Uhr ein unverhofftes Ass aus dem Ärmel zu schütteln vermag -, dann kann einem doch fast zwangsläufig nichts passieren. Oder?

Willkommen zum verrücktesten, amüsantesten, phntasievolsten, spannendsten, actionreichsten SF-Roman der letzten Jahre! Willkommen in der wunderbaren Welt des William Kotzwinkle.

Das meint phantastik-couch.de: „Bizarre Gestalten alleine machen noch keinen Hitchhiker“45

Science-Fiction-Rezension von Peter Kümmel

Wir befinden uns in einer fernen Zukunft. Unsere Erde ist schon lange nicht mehr bewohnbar. Die Menschen haben sich im Universum ausgebreitet und leben dort in Koexistenz mit vielen verschiedenen Alien-Rassen. Ein Menschenleben dauert mittlerweile mehrere hundert Jahre – wobei nicht gesagt ist, ob es sich dabei um herkömmliche Erdenjahre handelt -, doch der Traum von der Unsterblichkeit besteht wie eh und je.

Nachdem man mit dem Klappentext nicht besonders viel anfangen kann, weckt der sehr gut verfasste Innenseitentext, dem man ein besonderes Lob zollen muß, bereits Intersse (deshalb ist auch dieser anstelle des Klappentextes oben unter „In Kürze“ abgedruckt). Angekündigt wird hier ein verrückter, amüsanter, phantasievoller, spannender und actionreicher Roman.

Verrückt, amüsant und vor allem phantasievoll beginnt auch gleich das Buch mit der Beschreibung der wichtigesten Charaktere:

  • Jockey Oldcastle, ein sympathischer Raumpirat mit eindrucksvollem Bauch, der immer am Rande des Gesetzes und oft auch darüber hinaus wandelt.

  • Sein Navigator Lizardo, ein mit einem Schuppenpanzer sowie gefährlichen Giftzähnen ausgestattetes echsenähnliches Wesen vom Planeten Serpentia.

  • Der junge Botaniker Adrian Link, Direktor der Kontrollbehörde für Boden, Pflanzen und Ineskten beim Landwirtschaftsministerium des Planeten Immortal, etwas vergeistigt, aber ein hochintelligenter Wissenschaftler

  • Upquark, Links intelligenter Service-Roboter, zweifellos mit Anleihen von Adams’ Marvin ausgestattet.

  • Die zarte Cantusianerin Ren Ixen, ein von Vögeln abstammendes Wesen, das durch seinen lieblichen Gesang beeindruckt und Adrian verzaubert.

Zudem erscheinen ständig neue bizarre Wesen, von denen die wenigsten eine tragende Rolle im Verlauf der weiteren Handlung spielen. Soweit glaubt man sich in einen von Adams’ „Hitchhiker“-Romanen versetzt und wartet darauf, daß nun die vielen Personen auch zu einer (wie angekündigt) spannenden und actionreichen Handlung verknüpft werden.

Eine Aneinanderreihung wirrer Gedanken

Und endlich scheint es auch loszugehen: Die Ancient Aliens, ein uraltes und vermutlich schon ausgestorbenes Volk, hat auf dem Mond Papierlaterne in einem geheimen Forschungslabor Pläne hinterlassen, die den Traum vom ewigen Leben wahr machen sollen.

Ein Wissenschaftler, der die Aufgabe hat, die Pläne der Ancient Aliens in die Praxis umzusetzen, diesen aber mißtraut, wird matt gesetzt, d.h. durch die übliche Strafe für schwere Verbrechen, die Übertragung seines Gehirns – was in fünfzehn Minuten vonstatten geht – wird er zum dahinvegetierenden Katatoniker gemacht. Das geheime Forschungslabor wird von Raumpiraten überfallen, die das Geheimnis lüften wollen. Doch dabei geht fast alles schief.

Gespannt auf das weitere Geschehen wird man nun vollständig enttäuscht. Mit einer einzigen grundlegenden Idee versucht sich Kotzwinkle nun über den Rest des Romans hinweg zu retten, was gründlich mißlingt. In seiner Aneinanderreihung wirrer Gedanken gelingt es ihm nur sporadisch, den Leser über mehrere Seiten hinweg zu fesseln. Immer wieder versucht er originelle Einfälle und skurrile Gestalten in das Geschehen zu integrieren, was zwar teilweise für Lacher sorgt, doch das Buch niemals zu einer homogenen Einheit werden lässt.

Was bleibt, ist ein Stückwerk von teils guten, teils weniger guten Ideen, aus denen sich durchaus ein spannender Roman hätte machen lassen können. William Kotzwinkle ist dies leider zu keiner Zeit gelungen.

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