Die Druiden von Stonehenge von Wolfgang Hohlbein

Buchvorstellungund Rezension

Die Druiden von Stonehenge von Wolfgang Hohlbein

Originalausgabe erschienen 1995, 236 Seiten.ISBN 3-404-18607-9.

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In Kürze:

Auf den Spuren von Richard Löwenherz ist Kevin nach England zurückgekehrt. Hier begegnet er endlich den Urhebern der großen Verschwörung: keltischen Priestern, die einem magischen Kult anhängen.

Das meint phantastik-couch.de: „Der Halbbruder von Robin Hood“60

Fantasy-Rezension von Lars Hermanns

Kevin von Locksley, der jüngere Halbbruder von Robin von Locksley (auch bekannt als Robin Hood), kehrt von seiner Mission im Morgenland zurück, wo er eine Verschwörung gegen König Richard Löwenherz verhindern sollte. Nun befindet er sich – nach einer langen Seereise – auf dem Weg zurück in den Sherwood Forest. Begleitet wird er hierbei von den beiden getreuen Will Scarlet und Arnulf dem Nordmann. Unterwegs mit einem Planwagen, begegnen sie eines Tages einem alten Mann, der vorgibt, von Robin Hoods raubender und mordender Bande gejagt zu werden. Dies kommt den drei Kameraden äußerst seltsam vor. Zum einen sind ihnen Robin Hood und seine Bande mehr als bekannt, zum anderen befinden sie sich noch sehr weit weg vom Sherwood Forest, den Robin sicherlich nicht verlassen würde.

Arnulf beschließt, diesem Rätsel nicht weiter nachzugehen. Doch der junge Kevin möchte es genauer wissen und schleicht dem verstörten Mann nach. Verkleidet als Kreuzritter (die Rüstung des Templerordens bekam er von Sarim de Laurec geschenkt, mit der Erlaubnis von König Löwenherz höchstpersönlich), folgt er dem alten Mann in den dichten Wald. Dort muss er sehr bald erkennen, dass der Mann tatsächlich verfolgt worden ist. Eine Gruppe Krieger, angeführt von einem Hünen namens Borg, fällt auf einer Lichtung über ihn her. Doch was wollen diese Männer von diesem alten Mann? Kevin gelingt es, den Mann zu retten – doch im Kampf wird er dennoch bezwungen und muss mit dem Mann fliehen, der ihn Dank der Rüstung nicht erkennt.

Nachdem Kevin zu seinen Kameraden zurückgekehrt ist, ziehen sie weiter in Richtung Sherwood Forest. Doch schon sehr bald sollen sie erneut – diesmal gemeinsam – Borg und seinen Kriegern begegnen. Dem folgt ein Abenteuer, das sie sich sicherlich nicht so vorgestellt hätten. Sehr bald müssen sie feststellen, dass äußerst unklar ist, wer Freund und wer Feind ist. Und schon bald sehen sie sich einer Gefahr gegenüber, die sie niemals erwartet hätten...!

Eindeutig ein Jugendbuch

In einer gewissen Hinsicht handelt es sich bei diesem Buch um einen Fehlkauf. Bislang kannte ich nur die gängigen Romane von Wolfgang Hohlbein [z.B. die Hexer- und die Enwor-Reihe, diverse Fantasy-Thriller (Dunkel, Azrael, ...) und auch Indiana-Jones-Bücher]. Doch ich hätte nie erwartet, ein Jugendbuch zu kaufen!

„;Die Druiden von Stonehenge“; ist der dritte Teil eines Jugendbuch-Dreiteilers, der jedoch auch ohne Vorkenntnisse der beiden vorherigen Bände gelesen werden kann. Bezüge zu den beiden ersten Bänden werden sehr genau geschildert und beschrieben, so dass man keinerlei Wissenslücken zu vermelden hat. Obwohl die Geschichte offensichtlich nahtlos an die beiden Vorgänger anknüpft, handelt es sich um ein vollkommen autonomes Abenteuer.

Typisch für Jugendbücher sind zum einen die dicken Buchseiten, die mich noch an meine einstigen Jugendbücher aus den 70er und 80er Jahren erinnern („;Fünf Freunde“; u.ä.). Auch die Buchstabengröße ist ganz klar für Jugendliche bestimmt. Großdruck, wie man ihn z.B. auch bei den Harry Potter Büchern vorfindet.

Die Geschichte um Kevin von Locksley ist sehr schön aufgebaut. Die deutlich erwähnte Verwandtschaft mit Robin Hood und auch bekannte Figuren wie etwa Will Scarlet, erleichtern es dem Leser, sich die Begebenheiten besser vorzustellen. Fast jeder kennt sicherlich die Abenteuer von Robin Hood, der es immer wieder mit Guy von Gisbourne, dem Sheriff von Nottingham, aufgenommen hat, um die Reichen zu bestehlen und die Armen zu beschenken. Dadurch fällt es dem Leser natürlich sehr leicht, sich vor seinem geistigen Auge auszumalen, wie die einzelnen Szenen wohl aussehen würden. Erleichtert wird dies zudem durch die sehr schön ausgeschmückte Erzählform Hohlbeins, welche die Phantasie wahrlich anregt. Zudem enthält das Buch noch 14 ganzseitige Stiche (Schwarzweißdrucke), um einige Szenen besser versinnbildlichen zu können.

Parallelen zur Hexer-Reihe

Was die eigentlichen Abenteuer von Robin Hood von den Hohlbein’chen Abenteuern des Kevin von Locksley unterscheidet, das ist die Tatsache, dass es hier einmal mehr um Fantasy geht, für die Wolfgang Hohlbein (der „;deutsche“; Stephen King) bekannt geworden ist. Dem Buchtitel ist schließlich zu entnehmen, dass es um Druiden und um Stonehenge gehen soll, jenen sagenumwobenen Steinkreis, dessen tatsächliche Bedeutung selbst heute noch nicht eindeutig geklärt ist. Bei den Druiden hat es sich jedoch definitiv um heidnische Priester gehandelt, die von den Kelten verehrt worden sind.

Wenn man einige weitere Bücher von Wolfgang Hohlbein kennt, dann wird einem in diesem Buch eine Parallelität zu einer weiteren Buchreihe auffallen: Die Hexer-Reihe! Sarim de Laurec kommt nämlich auch in den Hexer-Büchern vor. Auch dort ist er ein Ritter des Tempelordens.

Obwohl das Buch eigentlich für Jugendliche geschrieben worden ist, so hat es mir dennoch recht gut gefallen. Die Geschichte ist kurz und übersichtlich. Man muss sich nicht allzu viele Personen merken (an sich nur sechs wirklich wichtige Charaktere) und die Geschichte ist auch nicht verschachtelt, sondern läuft kontinuierlich von Anfang bis Ende durch. Eine klare Linie, die für keinerlei Konfusionen sorgt.

Was mich ein wenig stört, das ist die Tatsache, dass das Buch einerseits einige deutliche Rechtschreibfehler enthält, die selbst ein Programm wie Word nicht akzeptieren würde. Zum anderen sind die Seiten mit den Stichen offensichtlich nachträglich eingefügt worden. Die jeweils darauffolgende Seite ist leer. Dies stört die Optik schon ein wenig, da dies bei anderen Verlagen an sich nur dann angewandt wird, wenn ein neues Kapitel beginnt (als optischer Platzhalter).

Ansonsten ist das Buch durchaus zu empfehlen. Es reißt einen nicht unbedingt vom Hocker, doch ist es als Kurzlektüre für Zwischendurch (oder eben für Jugendliche) durchaus zu gebrauchen. Dennoch urteile ich nur mit „;mittelmäßig“;, da man gerade von einem Jugendbuchverlag erwarten sollte, dass er die gängigen Rechtschreib-, Interpunktions- und Grammatikregeln beherrscht und anwendet, damit Jugendliche sich kein Beispiel am falschen Vorbild nehmen! Auch hätte ich mir ein wenig mehr inhaltlichen Umfang gewünscht, da es sich – wie eingangs erwähnt – um eine autonome Geschichte handelt. Und diese hätte weitaus komplexer sein können. So hätte ich mir hier z.B. ein paar nähere Erläuterungen zu Stonehenge und den Druiden gewünscht, die einem Jugendlichen vielleicht nicht unbedingt ein Begriff sein werden. Andererseits kann man sich bei dem derzeitigen Kaufpreis wirklich nicht beschweren.

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