Glut und Asche von Wolfgang Hohlbein

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2009, 480 Seiten.ISBN 3802582470.

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In Kürze:

Wolfgang Hohlbein – der Name für das Unbegreifliche. FAZ Gerüchte über rätselhafte Todesfälle führen die beiden Unsterblichen Andrej Delaney und Abu Dun nach London. Ein seltsames Schattenwesen von den Einheimischen Phantom genannt soll für die grausamen Morde verantwortlich sein. Auf der Jagd nach diesem Phantom treffen Andrej und Abu Dun auf eine Bande Straßenkinder, die scheinbar direkt aus Andrejs Vergangenheit kommen. Immer weiter verstricken sich die beiden in den gestellten Fallen, und Andrej landet schließlich im Kerker der Londoner Polizei. Da bricht ein Feuer aus, das ganz London zu verschlingen droht …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Vampire und Götter kämpfen um die Weltherrschaft“71

Fantasy-Rezension von Eva Bergschneider

Auf ihrer nun schon 11 Bände der „Chronik der Unsterblichen“ dauernden Reise hat es Andrej Delãny und seinen Freund Abu Dun nach London in das Jahr 1666 verschlagen. Dort spüren sie einem „Phantom“ nach, einem Mörder, der immer in der Neumondnacht seltsame Tote in den Straßen zurücklässt, die scheinbar ohne ersichtlichen Grund verstorben sind. Andrej trifft eine Gruppe Straßenkinder, ihr Anführer nennt sich Frederic. Der Vampyr fühlt sich sofort an einen Jungen mit dem selben Namen erinnert, den einzigen Überlebenden des Massakers in seinem Heimatdorf im 15. Jahrhundert. Doch bevor Andrej und Abu Dun Gelegenheit haben, näheres über die Straßenkinder zu erfahren, erscheint Meruhe, die gottgleiche Vampyrin. Sie warnt Andrej und Abu Dun eindringlich davor, ihren Feind Loki, den gefallen Gott, zu suchen. Doch die beiden Helden der „Chroniken“ sind bereits tief in die Intrigen der Unsterblichen verstrickt. Und auch Frederic und seine Gang erweisen sich als gefährliche Gegner.

Historisch eingebettet – jenseits üblicher Vampirklischees

Spannung und Action sind in „Glut und Asche“ stets präsent, ebenso ein farbenfroh gezeichneter Hintergrund, der auf einer wahren Begebenheit, dem Großbrand von London, beruht. Es zeichnet die „Chronik der Unsterblichen“ aus, dass Wolfgang Hohlbein seine Vampyr-Abenteuer vor einer faszinierenden historischen Kulisse ansiedelt. Und diese baut der Autor mit authentischen Bildern auf, man glaubt beinahe, in düstere Ecken zu spähen, den Totengestank zu riechen und das Feuer prasseln zu hören.

Mit Andrej Delãny und seinem Begleiter Abu Dun hat er zwei charismatische Charaktere entwickelt, die trotz übernatürlicher Fähigkeiten eine gewisse Melancholie ausstrahlen. In „Glut und Asche“ bilden sie ein Team, das- mal streitlustig, mal humorvoll frotzelnd – miteinander durch dick und dünn geht. Dadurch vermeidet der Autor eine zu eintönige Grundstimmung, aus der düsteren Erzählung blitzt auch mal eine Prise Humor hervor.

Obwohl die Handlung immer wieder Bezug auf andere Bände aus der „Chronik der Unsterblichen“ nimmt, funktioniert „Glut und Asche“ auch als einzelner Roman. Die Kernstory schließt der Autor mit einem furiosen Finale ab, das überraschende, neue Optionen für weitere Bände offenbart.

Wiederholungen und Superlative

Hohlbein verwendet häufig superlativische Formulierungen, wie „schier unbezwingbare wilde Kraft“ [S. 167]. Manchmal werden derartige Extreme durch ihre Anhäufung ihrer Wirkung beraubt und ein Teil der erwünschten Dramatik geht verloren. Was den Lesefluss zum Teil erheblich stört, sind Satzwiederholungen. Manchmal glaubt man, ein Déjà-vu zu erleben und vergewissert sich, ob man nicht an einer Stelle, die man bereits gelesen hat, wieder in das Buch eingestiegen ist. Ähnliches gilt für immer wiederkehrende Erklärungen. Irgendwann weiß man als Leser einfach, wie überlegen die Vampyre den Menschen sind und wie leicht Abu Dun einen Widersacher außer Gefecht setzen könnte, wenn er nur wollte. Durch repetitive Erläuterungen wirkt die Geschichte manchmal aufgebläht, was zu Lasten der Kurzweiligkeit geht. Weniger wäre hier vielleicht mehr gewesen.

Insgesamt bekommt der Leser in „Glut und Asche“ jedoch einen solide konstruierten Plot mit durchgängigem Spannungsbogen geboten. Einmal mehr ist es Wolfgang Hohlbein gelungen, ein neues Kapitel in dem unsterblichen Leben der Helden Andrej und Abu Dun mit aufregenden und mystischen Abenteuern zu füllen. Man darf gespannt auf das weitere Schicksal der Vampyre sein, denn es werden sicherlich noch einige Bände der „Chroniken“ folgen.

Zu „Glut und Asche“ gibt es auch einen Video-Trailer mit Musik aus dem zum Buch gehörenden Konzeptalbum.

Ihre Meinung zu »Wolfgang Hohlbein: Glut und Asche«

benfi zu »Wolfgang Hohlbein: Glut und Asche«14.04.2014
Der Wechsel in eine andere Abteilung des Egmont Verlags ist schon eigenartig, wohl aber nicht ungewohnt zu nennen. Was Autor in diesem ersten Roman unter neuer Verlagsflagge und dem insgesamt elften der Serie der 'Chronik der Unsterblichen' verzapft hat, ist allerdings überraschend bis schockierend. Der Roman besitzt weder einen roten Faden noch eine wirkliche Struktur. Es scheint mir fast, als hätte Hohlbein immer wieder nach Zeit und Lust ein paar Kapitel hinzu geschrieben. Herausgekommen ist ein Buch mit teilweise sehr spannenden Ansätzen und einem am Ende etwas versöhnlichen Finale; doch bis dahin verwirren die über 400 Seiten mehr, als dass sie den Leser fesseln oder in den Bann ziehen. Hohlbein dreht sich die Figuren wie er mag; zufällig gelangt Andrej zum Beispiel an die Kinderbande - später ist dies alles geplant?! Genauso spielt er mit den Gefühlen und Eigenschaften seiner Charaktere. Meruhe scheint immer zielstrebig, doch irgendwie tapst sie wie der gesamte Roman planlos durch London. Andrej ist wieder oftmals müde und fühlt sich aus welchen Gründen auch immer schwach, dann agiert er plötzlich wieder mit vollem Akku, nur um kurz darauf wieder auf ein menschliches Level herunter zu fallen. Der Autor deutet einfach vieles nur an und der Leser kann dann schauen, wo er die geballte Information herbekommt. Zu viele Fragen tauchen beim Lesen auf, um diese nun alle hier aufzuzählen; halte ich es wie der Autor schreibe ich einfach: der Roman ist irgenwie ... anders! Dabei hat der Schriftsteller eigentlich die optimalen Bedingungen erschaffen: der Streit unter den uralten Vampyren, der Großbrand von London im Jahre 1666 - alles sehr tauglicher Stoff, aus dem man Romane machen kann! Lediglich das Ende kann das Buch vor dem Totalausfall retten. Es bleibt zu Hoffen, dass der nächste Roman wieder in die richtige Richtung geht. Zweifel sind allerdings angebracht, da in dem elften Buch der Serie vieles genau in den Titel hinein geschrieben wurde - nämlich in 'Glut und Asche'...
65°
Varg zu »Wolfgang Hohlbein: Glut und Asche«09.01.2011
Endlich mal nach sehr langer Zeit ist es Hohlbein gelungen, ein Band für die Chronik zu schreiben, das auch mal wieder richtig spannend ist und nicht nur den selben Mustern der Vorgänger folgt. Zwar hat der Anfang sich etwas gezogen, aber als Andrej ins Gefängnis kam, fing die Geschichte mal so richtig an ins rollen zu kommen und verriet einige Geheimnisse die in den vorigen Bänden ungelöst blieben. Besonders um Frederic wird es in dem Buch um so einiges klarer und es wird klar das die Reihe noch einige Bände weitergehen wird. Nur ich hoffe das die nächsten Bände diesmal kein reinfall werden und bald der Abschluss der Chronik kommen wird. Obwohl es vielleicht ganz lustig ist einen letzten Band in der Gegenwart zu schreiben. Nur ob es dann ein gelungenes Ende ist??? Das bleibt offen. Ich bin erstmal auf den nächsten Band gespannt, den ich mir in geräumiger Zeit besorgen und lesen werde.
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