Wir sind die Nacht von Wolfgang Hohlbein

Buchvorstellungund Rezension

Wir sind die Nacht von Wolfgang Hohlbein

Originalausgabe erschienen 2010, 448 Seiten.ISBN 3-453-26678-1.

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In Kürze:

Eine Nacht verändert alles im Leben der jungen Lena. Sie wird von Louise gebissen, der Anführerin eines weiblichen Vampir-Trios, und gibt sich von nun an hemmungslos den Verlockungen der Unsterblichkeit hin. Als sie sich aber in den jungen Polizisten Tom verliebt und der Vampir-Clique den Rücken kehren will, kennt Louises Zorn auf die Verräterin keine Grenzen. Lena muss sich zwischen der Liebe und dem ewigen Leben entscheiden.
Keine Falten, kein Älterwerden, kein Montagmorgen! Die drei Vampire Louise, Nora und Charlotte treiben in Berlin ihr nächtliches Unwesen. In einer Edeldisco trifft Louise eines Nachts auf Lena, die sich auf Diebestour in der Stadt herumtreibt, und beißt sie auf der Damentoilette. Lenas Körper verändert sich, und sie muss akzeptieren, dass sie zum Vampir wird. Erst genießt sie den Luxus, die Partys, die grenzenlose Freiheit, doch dann machen ihr die Mordlust und der Blutdurst ihrer Gefährtinnen immer mehr zu schaffen. Gleichzeitig sind Lenas Schwarm Tom und die Polizei den Vampirfrauen auf den Fersen. Lena offenbart sich Tom, dessen Liebe stärker als die Pflicht ist – was Louise eifersüchtig beobachtet …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Frauen-Power in seiner blutigen Form“76

Horror-Rezension von Andreas Kurth

Lena ist vom Leben nicht gerade verwöhnt. Mit ihrer alkoholsüchtigen Mutter lebt sie in einer Bruchbude in einem düsteren Viertel der deutschen Hauptstadt und wird von ihrem Bewährungshelfer gnadenlos erpresst. Bei einem ihrer Diebeszüge nimmt sie einem Mitglied der russischen Mafia die Brieftasche ab, und damit beginnen verhängnisvolle Tage für das junge Mädchen. Sie entkommt bei einer wilden Verfolgungsjagd dem Polizisten Tom. In der darauf folgenden Nacht landet Lena in einer Edeldisco, wo sie wieder auf Beutezug geht. Doch diese Nacht wird ihr Leben für immer verändern.

Keine Falten, kein Älterwerden, kein Montagmorgen! Die drei Vampire Louise, Nora und Charlotte treiben in Berlin ihr nächtliches Unwesen. In der Edeldisco, die das Trio als Tarnexistenz betreibt, trifft Louise in dieser Nachts auf Lena und beißt sie auf der Damentoilette. Lenas Körper verändert sich, und sie muss akzeptieren, dass sie ein Vampir wird. Louise behauptet, nur die in Lena schlummernden Kräfte geweckt zu haben.

Widerstrebend genießt das junge Mädchen den Luxus und die schier grenzenlose Freiheit, doch dann machen ihr die Mordlust und der Blutdurst ihrer Gefährtinnen immer mehr zu schaffen. Außerdem sind Lenas Schwarm Tom und die Polizei den Vampirfrauen auf den Fersen – und dann ist da noch die Russen-Gang, die offenbar auch von Vampiren geleitet wird, obwohl Louise behauptet hat, es gebe nur noch weibliche Vampire. Lena will sich Tom offenbaren, dessen Liebe stärker als die Pflicht ist – was Louise eifersüchtig beobachtet. Doch dann eskaliert die Auseinandersetzung mit den Russen, es kommt zu blutigen Kämpfen mit vielen Toten. Im dramatischen Finale erlebt Lena noch einige Überraschungen – und muss selbst eine überaus dramatische Entscheidung fällen.

Ein richtig süffiges Buch

Das Buch wie ein guter Wein – so richtig „süffig“. Wenn man ein paar Seiten hinter sich hat, mag man es kaum noch zuklappen. Geschrieben wurde das Werk – höchst ungewöhnlich – nach einer Drehbuch-Vorlage. Normal ist eher der umgekehrte Weg. Diese „Filmorientierung“ merkt man dem Buch zwar an, aber das ist keineswegs negativ. Ich gehe eher davon aus, dass Wolfgang Hohlbein so einiges ausgeführt hat, was im Film dann doch nicht so „rüber kommt“. Wie auch immer, der Leser fiebert von Beginn an mit der jugendlichen Heldin mit. Lena gerät ungewollt in einen doppelten Alptraum, den man beim Lesen hautnah miterlebt. Als sei es nicht genug, von der Russen-Mafia gejagt zu werden, wird auch noch ihre Anlage zum Vampir geweckt. Die Heldin der Geschichte zeigt jedoch Charakter – und widersteht lange den Versuchungen des scheinbar süßen Lebens, das Louise und ihre Mädels führen.

Zuweilen wird es recht blutig, aber Hohlbein übertreibt es keineswegs. Es gruselt zwar kräftig, aber seine Spannung bezieht der Roman vor allem aus den Rätseln, vor die Lena – und damit der Leser – gestellt wird. Lange ist überhaupt nicht klar, was es mit den Vampiren genau auf sich hat. Hier wird nicht der ewige Kampf zwischen Gut und Böse in einer neuen Variante geschildert, sondern es geht um ganz etwas anderes – mehr kann und darf ich nicht verraten. Erfrischend ist, dass die Liebesgeschichte zwischen Tom und Lena zwar wichtig für den Fortgang der Handlung ist, aber keineswegs im Vordergrund steht. Wer sich zunächst den Film im Kino anschaut, wird anschließend vom Buch sicher nicht enttäuscht sein. Die Geschichte ist so rasant, dass sich das Nachlesen in jedem Fall lohnt und neue Erkenntnisse bringen dürfte.

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