Das Labyrinth von London von Benedict Jacka

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Fated“,deutsche Ausgabe erstmals 2018, 416 Seiten.ISBN 978-3734161650.Übersetzung ins Deutsche von Michelle Gyo.

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Das meint Phantastik-Couch.de: Ein neuer Harry Dresden, oder ist das Lob zu hoch gegriffen?75

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Zauberer leben gefährlich. Nein, ich meine jetzt weniger, dass man die Jungfrau im Sarg falsch durchsägt, und das Blut sich als Pfütze auf der Bühne sammelt, auch falsch gesetzte Degen oder ein Feuer, das das Opfer verbrennt, habe ich weniger im Sinn.

Ich denke hier an echte Magie, die unbemerkt von den normalen Menschen gewirkt wird. Denn ja, es gibt Magier, die zaubern können, und nein, die sind beileibe nicht lieb und edel, von menschenfreundlich und hilfsbereit wollen wir einmal gar nicht reden.

Zwei Richtungen haben sich über die Jahrhunderte ausgebildet – die des weißen Wegs, und die Schwarz- oder Dunkelmagier. Ich ging einmal bei einem Schwarzmagier in die Lehre – und bereue es bis heute.

Gestatten, dass ich mich vorstelle – Alex Verus der Name, Wahrsager und Inhaber eines kleinen Ladens für Zauberutensilien in Camden, London.

Nein, ich verkaufe in der Regel keine wirklichen Zaubersprüche, die gibt es ausschließlich für Magier, und ich versuche seit Jahren recht erfolgreich diesen aus dem Weg zu gehen.

Doch selbst wenn ich die verschiedenen Zukunftsversionen vor meinem geistigen Auge sehen kann, gelingt es mir dann doch nicht zu vermeiden, wieder in die Welt, aus der ich geflohen bin, verwickelt zu werden.

Eine Freundin, die mir immer wieder magische Fundstücke bringt, hat einen merkwürdigen Würfel gefunden. Ein Würfel, der von den unterschiedlichsten Parteien gesucht wird, kann man mit diesem doch ein äonenaltes Artefakt öffnen, in dem man ultimative Magie aus dem letzten großen Krieg der Magier vermutet.

Um herauszufinden, wie und mit was man das Artefakt öffnet, wäre ein Wahrsager geschickt.

Und, da alle entsprechend Begabten ganz zufällig gerade abgetaucht sind, erinnern sich Schwarzmagier, wie auch der Rat der Magier, an wen wohl – richtig, sind Sie Wahrsager?

Ich gerate ins Visier – und schon sitze ich so richtig in den Nesseln, werden ich und meine Freundin doch verfolgt, erpresst, angegriffen und verraten – und das alles nicht nur einmal …

Ähnlich, wie bei allen Auftaktbänden muss erst einmal der Grundstein gelegt werden

Jim Butcher, Autor der zu Recht gepriesenen Harry Dresden Serie höchst selbst, hat Benedict Jacka die Absolution erteilt und die mittlerweile auf neun Romane gewachsene Reihe mit seinem Lob geadelt.

Auch wenn im Winterprogramm von Blanvalet der zweite Band noch nicht aufgeführt ist, hat mir der Herausgeber schon verraten, dass Teil 2 im Sommer 2019 in die Buchhandlungen kommen soll.

Inhaltlich wartet ein Urban Fantasy Plot auf den Leser. Und, der Vergleich zu Harry Dresden ist so falsch nicht.

Beide Hauptfiguren sind Outlaws ihrer jeweiligen etablierten Magier-Gemeinde, Beide versuchen eher low-key zu agieren und Beide werden gegen ihren Willen immer wieder in mehr als gefährliche Abenteuer voller Magie verwickelt.

Dabei finden sich unsere Helden immer wieder auf der Seite wieder, auf die man gemeinhin im Wettbüro nichts setzen würde, kämpfen einen oftmals aussichtslosen Kampf für das Gute, auch wenn sie selbst sich nicht unbedingt als eindeutig Gut bezeichnen würden.

Wie dies so üblich ist beim Auftakt einer Serie, stellt uns der Autor seine Hauptfiguren und deren Welt zunächst einmal vor. Das beinhaltet, dass im ersten Drittel des Romans erst einmal relativ wenig passiert, dass wir die Welt der Magie in ihrer bürokratischen Ausprägung kennenlernen müssen, und auch die Geschichte der Magie und Alex´ Historie nach und nach mit einfließt.

Erst danach nimmt der Plot so richtig Fahrt auf. Und ab da geht es dann so richtig packend hinein ins Abenteuer – und Alex beweist, dass mit ihm und seinen cleveren Ideen zu rechnen ist.

Fazit:

Der Roman liest sich, nach der notwendigen Einführung der Welt und der handelnden Figuren, ebenso flüssig wie spannend in einem Rutsch durch, weckt Appetit auf unseren kauzigen Protagonisten und lässt die Zeit bis zum zweiten Teil viel zu lang werden!

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