Tolkiens größte Helden - Wie die Hobbits die Welt eroberten von Bernhard Hennen

Buchvorstellungund Rezension

Tolkiens größte Helden - Wie die Hobbits die Welt eroberten von Bernhard Hennen

Originalausgabe erschienen 2012, 395 Seiten.ISBN 3-453-31409-3.

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In Kürze:

Wann haben Sie zum ersten Mal J. R. R. Tolkiens Meisterwerk »Der Hobbit« gelesen? Was haben dieses berühmteste aller Fantasy-Abenteuer und diese einzigartige Welt Mittelerde in Ihnen ausgelöst? Diesen Fragen und noch vielen mehr widmen sich Bernhard Hennen und eine hochkarätige Auswahl der besten Fantastik-Autoren. Dabei erzählen sie nicht nur von ihren persönlichen Begegnungen mit Tolkiens Welt, sondern bieten eine Fülle an interessanten und aufregenden Hintergrundinformationen rund um die größten kleinen Helden der Weltliteratur.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Trend auf der Spur – ein Mix aus Stories und persönlichen Betrachtungen zum Hobbit“68

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Wohin auch immer der Blick der Besucher auf der diesjährigen Buchmesse fiel, kamen ihnen Bilder, Bücher und Gestalten von kleinwüchsigen, etwas beleibten Männern mit großen, behaarten Füßen entgegen. Die Hobbits sind da und kein Verlag, der nicht hofft, ein wenig vom Hype in Zusammenhang mit der Verfilmung der Vorgeschichte des Herrn der Ringe mitzuverdienen.

Auch Heyne konnte und wollte sich dem Trend nicht verschließen und legte pünktlich zur Messe eine etwas andere, besondere Anthologie auf. Nicht nur literarische Reminiszenzen an die Halblinge erwarten den Leser, sondern auch sehr intime Berichte über die Begegnungen der Autoren mit den Hobbits sowie Sachartikel zu dem Werk wechseln sich im Buch mit neu geschriebenen Geschichten ab. Diese Mischung hat den Vorteil, dass sie weder zu trocken daherkommt, noch nur neue Ausflüge ins Reich der kleinen Wesen bereithält. So kann man immer wieder einmal, wenn gerade ein wenig Zeit ist, in der S-Bahn, der Pause oder vor der Tagesschau, während der Börsenbericht läuft ein wenig dem Alltag entfliehen und das Auenland besuchen.

Die Beiträge sind ebenso abwechslungsreich wie unterschiedlich, keine plumpen Anbiederungen an Tolkiens Erzählung, sondern immer liebevolle Reminiszenzen an Bilbo und Co. Das wirft oftmals ein sehr direktes, sehr emotionales Licht auf die Autoren, gerade wenn sie von ihren Begegnungen mit Tolkiens Geschöpfen berichten und birgt so manch Überraschendes zwischen den Buchdeckeln. Was erwartet den Leser im Einzelnen?

Friedhelm Schneidewind gibt uns in seinem Beitrag „Über Hobbits“ einen sehr interessanten, umfassenden Einblick in die Geschichte der Tolkien´schen Hobbits

Christoph Marzi berichtet uns in „Die Lügen sind das Licht im Labyrinth der Berge von Tark´il Kar“ von einem Halbling, der auszieht einen Drachenschatz zu suchen. Tief im Inneren des Berges stößt er auf den Drachen – doch um den Schatz in seinen Besitz zu nehmen, muss er zuerst den Drachen von dessen güldenen Thron vertreiben. Eine Geschichte, die eine ganz eigene Wahrheit enthält, soll ihm dabei helfen …

Adam Roberts beschäftigt sich in seinem Essay „Die vielen Hobbits des J. R. R. Tolkien“ nicht nur mit der Herkunft der kleinen Halblinge, sondern auch mit den beiden unterschiedlichen Versionen des Hobbits.

Karl-Heinz Witzko erzählt in „Der Scherge des dunklen Herren“ von einem Dämon, den sein Dunkler Meister aussendet, das ihm von einem Zauberer entwendete Zepter von Trocht wiederzubeschaffen. Bei einem Halbling wird der Dämon fündig. Doch statt seinem Meister das Zepter auszuhändigen, hat er einen ganz anderen Plan – er sucht seine Freiheit. Dafür aber benötigt er die Hilfe des Halblings …

Wieland Freund verweist in seinem Essay „Blindflug nach Mittelerde“ nochmals auf die diversen, jeweils überarbeiteten Ausgaben des Hobbits und beleuchtet den Autor und sein Erstwerk kritisch.

Lena Falkenhagen „Die Legende vom Riesenork“ – Der Grenzgarde von Jockeltal anzugehören, das ist das Bestreben eines jeden Halblings. Nicht nur die schmucke, gelbe Schärpe, sondern auch das Renommee, das mit dem Dienst an der Allgemeinheit verbunden ist, lockt die jungen Hobbits in den Dienst. Als der junge Geselle Jarik bei seiner erste Patrouille auf einen Ork trifft, entscheidet sich, ob er wirklich für den Dienst taugt ..

Anna Thayer beschäftigt sich in „Begegnung mit Feuer und Schwert“ mit Bilbos Jedermann-Heldentum. Sie zeigt auf, wie Bilbo und mit ihm der Leser vom Gewöhnlichen zum Helden erhoben und vom Abenteuer geprägt wird.

Kathleen Weise entführt uns in „Ohne Fehl und Tadel“ zur Flüstereiche und dem Brunnen, der all die kleinen und großen Geheimnisse der Halblinge des benachbarten Dorfes in seinem Wasser sammelt …

Dr. Frank Weinreich beschäftigt sich in „Der Hobbit Heute“ nicht nur mit dem 75. Geburtstags des Hobbits im Jahr 2012, sondern auch mit der Geschichte des Buches.

Boris Koch berichtet uns in „Einmal durchs Dorf und wieder zurück“ aus seiner Jugend, in der er als frecher Stöpsel beim Beklauen der Bande von dem Mayr Jochen etwas Hilfe von einem merkwürdigen kleinen Mann mit Pfeife und Tarnkappe hatte …

Christoph Hardebusch erzählt in „Das Buch, das ich lange nicht lesen konnte“ davon, dass er der Hobbit als Jugendlicher zunächst nicht lesen konnte. Erst nachdem er den Herrn der Ringe verschlungen hatte, wandte er sich der Vorgeschichte erneut und dieses Mal erfolgreich zu.

Paul Clark berichtet uns in „Das Vermächtnis der Halblinge“ von einem fiktiven archäologischen Fund in der Nähe von Shakespears Geburtsort, der sich als wahrhaftige Hobbit-Höhle entpuppt. Davon ausgehend listet er Beweise für die Existenz eines kleinwüchsigen Volkes – nicht der Pygmäen – überall auf der Welt.

Monika Felten stellt uns in „Prävention“ Umberto Beutelini, einem immerhin 105 Jahre alten Herren vor, der im Altersheim lebt und mit Hilfe seiner Enkelin das Geheimnis der Hobbits auch im Zeitalter von Internet und Handy hütet.

In Maike Hallmanns „Back Again“ versucht eine Drossel einen vereinsamten Mann auf den rechten Weg zu führen. Als Kind las er den Hobbit, mehr noch, er verstand, was zwischen den Zeilen stand. Nun aber lebt er in einer hohlen Welt des Geldes, des vermeintlichen Glücks durch Erfolg und des Alkohols – und ist ein rechter Unsympath, der nicht gerettet werden will ..

Kai Meyer berichtet in „Aus den tiefen Verliesen“ von einem für ihr prägenden Weihnachtsfest – als das beim WDR produzierte Hörspiel des Hobbits im Radio lief …

Oliver Dierssen schließlich berichtet in „Chaiselongue“ von einem kleingewachsenem Therapeuten, der Besuch von einem neuen Patienten bekommt – einem Halbling, der ihm ungeliebte Wahrheiten um die Ohren haut …

(Carsten Kuhr, Oktober 2012)

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