Der Mond des Vergessens von Brian Lee Durfee

Buchvorstellungund Rezension

Der Mond des Vergessens von Brian Lee Durfee

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „The Forgetting Mooin“,deutsche Ausgabe erstmals 2018, 888 Seiten.ISBN 3-608-96141-0.Übersetzung ins Deutsche von Andreas Heckmann.

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Das meint Phantastik-Couch.de: Ein Paradebeispiel für gute Fantasy90

Fantasy-Rezension von Lisa Reim

Es ist eine Welt voll von Konflikten, Intrigen und dem nackten Kampf ums Überleben: Die Fünf Inseln drohen im Chaos zu versinken. Der Ursprung allen Übels liegt im Götterkult um den Krieger Laijon, der vor etwa 1000 Jahren zu den fünf Kriegerengeln gehörte, bevor er den Heldentod starb. Seine Lebensgeschichte begründete eine Religion, deren Einhaltung das Quorum der Fünf auf der Insel Gul Kana streng überwacht. Doch nicht jeder hält sich an die Gebote des Quorums: Aeros Raijael, Herrscher der Insel Sør Sevier, behauptet, direkter Nachfahre von Raijael, Laijons Sohn, zu sein. Mit seinen Heerscharen und den Bluthölzlern, skrupellosen Elitekämpfern, erobert er die Inselwelt bis er schließlich auf Gul Kana landet. Auch hier scheint sich ihm niemand entgegenzusetzen: Zu zerstritten ist der Königshof, zu überfordert scheint König Jovan mit der Situation zu sein. Und zu sehr wünscht sich da Quorum der Fünf das Ende der Welt herbei, um Laijon wieder auferstehen zu lassen und mit ihm gemeinsam über die Welt zu herrschen. Nur die Bruderschaft von Mia, eine als Sekte verunglimpfte Gemeinschaft, könnte Aeros und den verblendeten Anhängern Laijons entgegentreten. Denn die Legende um den Krieger ist eine Lüge …

Menschen, Zwerge und Co.

Mit einem reizvollen Setting, fünf sich abwechselnden Erzählperspektiven, einer Fülle von Handlungsorten und einer großen, aber übersichtlichen Horde an Charakteren nimmt sich Brian Lee Durfee einiges vor in seinem beinahe 900 Seiten starken Reihenauftakt. Ein schwieriges Projekt, zumal sich Durfee einige Male an verstaubten Fantasy-Klischees abzuarbeiten droht. So ist von barbarischen Kreaturen namens Oghulen, über Zwerge bis hin zu den elbenähnlichen Vallé so ziemlich alles an Völkern dabei, was einen typischen Fantasy-Roman ausmacht. Brutale Kämpfe, besitalische Kriegerinnen, größenwahnsinnige Herrscher und die obligatorische Prophezeiung inklusive. Viele Werke des Genres haben bewiesen, dass diese Zutatenliste zum Erfolg führen kann. Doch gelingt dies auch Autoren-Neuling Durfee? Und wie es ihm gelingt!

Wenn der Schreibstil dich nicht mehr loslässt

Eigentlich bekannt durch seine Illustrationen, gelingt es Durfee auch durch das geschriebene Wort ein eindrucksvolles Bild seiner Fantasy-Welt zu kreieren. Der einnehmende Schreibstil kommt besonders der Charaktergestaltung zugute: Jeder Kampf, jeder Hoffnungsschimmer, jede Enttäuschung, jede angstvolle Situation erfährt der Leser beinahe am eigenen Leib. Erst das Weglegen des Buches macht einem bewusst, dass man sich im heimischen Sessel befindet und nicht mitten in einem Glaubenskrieg, der ganze Dörfer dem Erdboden gleichmacht. Ein emotionaler und spannungsreicher Trip, aber Vorsicht: da kann man leicht auch mal den Kuchen im Backofen vergessen!

Neben dem wunderbaren Schreibstil, ist es besagter Religionskrieg und dessen Hintergrundgeschichte, die Durfees Buch so interessant macht. Denn der Glaube um Laijon weist starke Bezüge zum Christentum auf, stellt somit einen Verbindungspunkt zu unserer Welt dar. Nicht selten bringt er den Leser auch mal ins Grübeln, bekommt man doch eindrucksvoll geschildert, wie verschiedene Auslegungen einer Religion und das unkritische Hinnehmen derselben eine ganze Welt ins Verderben stürzen können. Spannung und Tiefgang in einem – was will man mehr?

Fazit

Ein wahres Fest für jeden Fantasy-Fan: altbekannte Elemente eingebettet in einem faszinierenden Setting, dazu ein packender Erzählstil. Ein unaufhaltsamer Spannungsstrudel, der einen ordentlichen Buchkater garantiert. Ganz klare Lesepflicht!

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