Lord of Shadows - Die dunklen Mächte 2 von Cassandra Clare

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2017unter dem Titel „Lord of Shadows - The Dark Artificies 2“,deutsche Ausgabe erstmals 2017, 832 Seiten.ISBN 3-442-31425-9.Übersetzung ins Deutsche von Franca Fritz, Heinrich Koop.

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In Kürze

Die junge Schattenjägerin Emma Carstairs hat ihre Eltern gerächt, doch sie findet keinen Frieden. Denn aus der Freundschaft zu ihrem Parabatai Julian ist Liebe geworden – und nach den Gesetzen der Schattenjäger hat eine Beziehung zwischen zwei Parabatai tödliche Konsequenzen. Um Julian und sich zu schützen, lässt sich Emma daher ausgerechnet auf Julians Bruder Mark ein. Mark, der fünf Jahre bei den Feenwesen lebte und dessen Loyalität nicht wirklich geklärt ist.

Zumal Unruhe herrscht in der Unterwelt. Die Feenwesen mussten sich nach dem Dunklen Krieg harten Bedingungen beugen und begehren auf. Aufgerieben zwischen den Intrigen des Feenkönigs und der unerbittlichen Härte jahrtausendealter Gesetze müssen Emma, Julian und Mark ihre privaten Sorgen vergessen und gemeinsam für all das kämpfen, was sie lieben – bevor es zu spät ist und ein neuer Krieg ausbricht …

Das meint phantastik-couch.de: Eine solide Fortsetzung der „Dunklen-Mächte-Reihe“60

Fantasy-Rezension von Melanie Reichert

Diese Geschichte setzt unmittelbar nach den Ereignissen des ersten Bandes an und zunächst scheint auch alles in Ordnung zu sein. Emma Carstairs hat endlich ihre Eltern rächen können, doch der innere Frieden bleibt ihr dennoch verwehrt. Alles hat sie daran gesetzt, um endlich zur Ruhe zu kommen, allerdings ist ihr inneres Ungleichgewicht auf einen anderen Faktor zurückzuführen und der heißt Julian. Zwischen den Parabatei ist eine unglaublich starke Liebe entbrannt, die aufgrund der herrschenden Gesetze aber nicht sein darf. Schweren Herzens hat sich Emma für Mark, den älteren Bruder von Julian und eine Halbfee, entschieden, um sie beide zu schützen.

Doch das sind nur die geringsten Probleme der drei, denn in Folge des Dunklen Kriegs, der zum Glück hinter ihnen liegt, musste sich das Feenreich niederringen lassen und seitdem einen hohen Preis zahlen. Irgendwann ist auch mal die größte Geduld erschöpft und so herrscht nun eine gewisse Unruhe unter den Feen, die droht, in einem neuen Krieg zu entbrennen. Julian, Emma und Mark müssen somit ihre privaten Auseinandersetzungen in den Hintergrund drängen, denn es steht nichts weniger auf dem Spiel, als das Überleben der Menschheit …

Emotionen versus Action

Für mich der erste und wichtigste Punkt, der diesen Band nicht ganz so lesenswert gemacht hat wie beispielsweise den Vorgänger. Während im ersten Teil ein noch sehr ausgewogenes Verhältnis geherrscht hatte, überwiegen in diesem die Gespräche zwischen Julian, Emma und Mark sowie die Recherche. Vermutlich ist das der Fall, weil wir dann im Abschluss der Trilogie so richtig geballte Kampfszenen erwarten dürfen, aber für mich war das in diesem Buch einfach zu wenig. An manchen Stellen hatte ich sogar das Gefühl, dass die Autorin absichtlich Konflikte schafft, nur um noch ein paar Seiten mehr zu füllen, denn eigentlich liegt die Sache klar auf der Hand: Ein klärendes Gespräch könnte zwischen den dreien alles auflösen. Für mich sind so künstlich erschaffene Probleme eher schwierig zu handhaben, weil sie in meinen Augen zu durchschaubar und wenig glaubhaft sind.

Insgesamt mag ich die Liebesgeschichte in dieser Reihe – versteht mich nicht falsch! Allerdings vermisse ich die Action, wie wir sie aus den anderen Büchern von Cassandra Clare bereits kennen – und ich auch lieben – gelernt habe. Die viele Recherchearbeit zwischendurch sorgt darüber hinaus auch noch dafür, dass ich das Buch für meinen Geschmack einfach zu oft aus der Hand gelegt habe, was bei der City-of-Reihe überhaupt nicht der Fall gewesen war. Hier habe ich nächtelang durchgelesen.

Charaktere, die einen überraschen können – oder auch nicht

In diesem Mittelband bekommen wir eher weniger neue Charaktere vorgestellt, was den Vorteil hat, dass wir uns so richtig in die Geschichte fallen lassen können. Die Personen entwickeln sich teilweise weiter, sie machen eine Wandlung durch oder erhalten neue Einsichten. In jedem Fall sind die Nebencharaktere durchweg authentisch und wieder sehr liebevoll gestaltet, sodass ich richtig für sie entbrennen konnte. Allein unsere Dreierkonstellation – Julian, Emma und Mark – hat es mir etwas schwer gemacht mit der Glaubwürdigkeit. Natürlich sind Emmas Motive sehr edel, sich auf einen anderen einzulassen, um die eigentliche Liebe zu schützen, aber ab einem gewissen Punkt war ich leider genervt, weil ich – und sogar viele andere Charaktere – ihr das Theater nicht mehr abkaufen konnten. Hier wäre weniger durchaus mehr gewesen.

Viele Probleme, wenige Lösungen

Da ja aus dem ersten Band noch einige Probleme nicht geklärt waren, habe ich mich natürlich insgeheim darauf gefreut, dass sie nun in diesem Band endlich einen Abschluss finden. Aber diese Hoffnungen wurden nur teilweise erfüllt, denn anstatt Lösungen, gibt es gleich noch einen großen Haufen Probleme oben drauf. Natürlich macht es auf der einen Seite Spaß, diese zusammen mit den Protagonisten anzugehen, aber wenn ich dann nach 100 Seiten immer noch damit beschäftigt bin, Recherchearbeit auszuwerten, macht sich bei mir so langsam das Gefühl von Langeweile breit.

Fazit: Ich möchte nicht sagen, dass dieses Buch schlecht war – das auf keinen Fall! Trotz der vielen Kritik ist „Lord of Shadows“ ein solider Mittelband, von dem ich mir insgesamt einfach mehr erhofft habe. Das ewige Hin und Her zwischen Emma, Julian und Mark hätte weitaus mehr eingedämmt werden können und auch ein paar mehr Actionszenen hätten dafür gesorgt, dass die Spannung nicht so einbricht. Ich setze meine Hoffnungen also auf den Abschlussband!

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