In Hexenwäldern und Feentürmen von Christian Handel (Hrsg.)

Buchvorstellungund Rezension

In Hexenwäldern und Feentürmen von Christian Handel (Hrsg.)

Originalausgabe erschienen 2017deutsche Ausgabe erstmals 2017, 508 Seiten.ISBN 3959912668.

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In Kürze:

Die Anthologie enthält 19 märchenhafte Kurzgeschichten vorwiegend deutscher Autoren, die meisten erstmals hier veröffentlicht.

Das meint Phantastik-Couch.de: Vielfältige Märchenadaptionen, aber auch eigene Kreationen88

Fantasy-Rezension von Petra Meyeroltmanns

Die meisten Autoren und Autorinnen in der vorliegenden Anthologie adaptierten für ihre Geschichten bekannte Märchen der Gebrüder Grimm oder die älteren Mythen und Legenden, auf denen diese basieren. So trifft man Rapunzel, Frau Holle, Rumpelstilzchen, Schneewittchen, Dornröschen, Hänsel und Gretel, die Prinzessin auf der Erbse und Rotkäppchen, aber auch das unbekanntere Allerleirauh. Hans Christian Andersens kleine Meerjungfrau wird in mehreren Geschichten ganz unterschiedlich neu geschrieben, einmal sogar in einem SF-Setting. Manche Geschichten sind ein bunter Mix verschiedener Märchen, andere erzählen Vorgeschichten bekannter Märchengestalten oder von der Entstehung magischer Artefakte. Andere erzählen die Märchen fort, oder nehmen sich Figuren an, die in den Märchen nur kurz angesprochen werden. Sylvia Johanna Sallfranks „Die Flöte im Mondlicht“ basiert auf einem irischen Märchen und Bettina Belitz’ „Der Kristall des blauen Mondes“ ist komplett ihrer eigenen Phantasie entsprungen.

Auch optisch ein Genuss

Schon optisch weiß das Buch zu gefallen, das Cover zieht das Auge an und auch innen gibt es, wie beim Drachenmond-Verlag üblich, viel zu sehen: Jede Seite wird von einer umlaufenden Schmuckillustration umgeben, zudem gibt es zu jedem Märchen weitere passende Illustrationen. So macht das Lesen tatsächlich noch mehr Freude.

Vor jeder Geschichte erhält der Leser Hintergrundinformationen über die Autorin/den Autor, ihrem/seinem bisherigen Werk und manchmal auch über die folgende Geschichte.

Erzeugt eine große Bandbreite an Emotionen beim Leser

Jede der Erzählungen hat ihren eigenen Charme, sie gewinnen oft zusätzlich durch die märchenhafte Sprache, derer sich die Erzähler bedienen. Zudem überraschen viele der Geschichten durch ihre unerwarteten Wendungen sowie durch ihre abweichenden, interessanten Charakterzeichnungen und Enden, die teilweise konträr zum zugrundeliegenden Märchen sind. Es gibt tatsächlich nur ein einziges, das mich letztlich enttäuscht hat. Sehr beeindruckend finde ich auch die Bandbreite der Emotionen, die beim Leser hervorgerufen werden: Schadenfreude, Entsetzen, Mitleid, Schmunzeln, herzhaftes Lachen, Freude, Trauer, Erleichterung – und bei mancher Geschichte, die offen endet, kann man auch nach dem Lesen noch länger darüber nachdenken.

Ein weiteres Plus bei dieser Geschichtensammlung: Wer die Autorinnen und Autoren noch nicht kennt, hat hier eine gute Möglichkeit, einen ersten Eindruck von ihnen zu gewinnen, sie kennen zu lernen und neugierig auf ihre Romane zu werden

Und wer sie bereits kennt, wird vielleicht davon überrascht, einmal ein ganz anderes Werk von ihnen lesen zu können, mir ging es jedenfalls so bei Jim C. Hines’ „Schwestern der Hecke“.

Fazit

Die optisch sehr schön aufgemachte Anthologie kann rundum überzeugen. Märchen-Fans und Fairytale-Fantasy-Liebhaber kommen hier ganz auf ihre Kosten und sollten sich „In Hexenwäldern und Feentürmen“ nicht entgehen lassen.

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