Die Pyramiden von Pirimoy - Splittermond Band 2 von Christian Lange

Buchvorstellungund Rezension

Die Pyramiden von Pirimoy - Splittermond Band 2 von Christian Lange

Originalausgabe erschienen 2017deutsche Ausgabe erstmals 2017, 320 Seiten.ISBN 3867622914.

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Das meint Phantastik-Couch.de: Die Stadt im Dschungel, Pyramiden, Schlangen und das Reich der Feen67

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Lian gehört dem stolzen aber heimatlosen Volk der Piriwatu an. Seitdem ihre Mutter verstorben ist, spioniert sie für die Rebellen am Hof eines Despoten. Dass sie dabei die Gabe hat, Wahrheit von Lüge zu unterscheiden macht sie für den Herrscher interessant. Eines Tages kommt ein Mann, vorgeblich ein Adeliger, an den Hof und erbittet die Genehmigung zur Weiterreise nach Pirimoy, der alten Heimat ihres Volkes. Dort will er als Admiral eine der dreizehn Pyramiden übernehmen – sprich er will im Rat derer, die ihr Volk einst aus der Stadt vertrieben zu Macht und Ansehen aufsteigen.

Lian folgt dem Mann durch den wilden Dschungel Marakatams bis in die Stadt der dreizehn Pyramiden. Zwar ist der Mann nur ein Lügner, ein Aufschneider und Vagabund, doch gelingt es ihm Dank eines Siegelrings und der geschickten Vermittlung Lians eine der Pyramiden zu übernehmen. Als aber der echte Adelige auftaucht, scheint die Glückssträhne zu reißen – zumal sich alle Mächtigen, natürlich inklusive unserer beiden Abenteurer, im Feenreich wiederfinden. Bewacht von Giftschlangen hat sich der letzte Herrscher der alten Stadt vor Generationen hierher zurückgezogen, verlängert sein Leben, wie das der Generäle die das Feenreich besuchen, durch einen magischen Trunk.

Dann aber kommt es zu etwas, was im Reich der Feen streng verboten ist – ein blutiger Kampf bricht aus – und der Ausgang, das Überleben und die Zukunft der Stadt und ihrer Bewohner ist mehr als ungewiss …

Interessante Mischung aus Elementen aus der Spielewelt

Im zweiten Fantasy-Roman, der in der Spielwelt Lorakis angesiedelt wurde, erwartet uns ein etwas anderer Kampf um Macht und Ansehen, Einfluss und Reichtum unter dem Splittermond.

Statt in eine der Metropolen zieht es den Autor, dessen Helden und damit den Leser, in die schwül-heiße Atmosphäre des Dschungels. Hier, inmitten wuchernden Grüns, treffen wir auf eine Stadt, die von Piraten erobert wurde und seitdem von den ehemaligen Admirälen – beziehungsweise deren Nachfolgern – regiert wird. Dass sich in den Spitzen der Pyramiden jeweils ein Dimensionstor befindet, das in das Reich der Feen führt, weiß in der Stadt kaum Jemand.

Noch ungewöhnlicher als die Wahl des Handlungsorts ist die Auswahl der beiden Erzähler. Der findige, spitzohrige Dieb und Hochstapler dürfte noch zum gängigen Repertoire von Fantasy-Romanen gehören; dass uns die Geschichte aber im Wesentlichen von einer jungen Frau erzählt wird, ist bemerkenswert.

Warum bemerkenswert fragen sie nun, im aufgeklärten Zeitalter der Gleichberechtigung?

Nun, in Fantasy-Welten regiert in aller Regel das Recht des Stärkeren, des Brutaleren. Hier ziehen Frauen, aufgrund ihrer geschlechterspezifisch geringeren Muskeldichte und der zumeist größeren Intelligenz, die sie in aller Regel von verbohrten Heldentaten abhält, regelmäßig den Kürzeren. Frauen dienen als Lustobjekte, Handelsware, Heiratsofferte, vielleicht noch als Intrigantin, echtes Heldenmaterial aber findet man hier selten.

Nun ist Lian zwar keine wirklich unüberwindbare Kämpferin, weiß sich aber durchaus ihrer Haut mit einen spitzen Stück Stahl in der Hand zu erwehren. Und sie ist schlau, intelligenter als ihre Widersacher, manches Mal auch schlicht besser informiert. Durch und über sie bekommen wir Einblick in die Historie der Pyramidenstadt, den Genozid an ihrem Volk der in die Vertreibung mündete, und den Pakt mit den Feen. Das heißt ausdrücklich nicht, dass es an Spannung, Dramatik oder Kämpfen mangeln würde. Dunkle Magie, Giftschlangen und Messerkämpfe gegen Hybrid-Wesen, die sich aus Mensch und Schlange zusammensetzen, fehlen ebenso wenig, wie finstere Intrigen und Verrat.

Allerdings bleiben gerade unsere beiden Hauptfiguren – der Desperado und die Spionin – in ihrer Zeichnung ein wenig blass. Zwar erfährt der Leser im Verlauf der Handlung ihre jeweilige dramatische Lebensgeschichte, doch so richtig warm werden wir mit ihnen und ihrer Motivation nicht. Letztere, der Grund der sie antreibt wird zwar erläutert, ist auch nachvollziehbar, aber letztlich passt er nicht ganz zu dem jeweiligen Wagnis, das sie eingehen.

Fazit:

So bleibt als Eindruck schlussendlich ein Roman, der uns durchaus faszinierende Elemente anbietet, diese aber zu wenig glaubwürdig miteinander verknüpft.

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