Hexenmacht - Die Krone der Sterne 2 von Kai Meyer

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2018unter dem Titel „Hexenmacht - Die Krone der Sterne 2“,deutsche Ausgabe erstmals 2018, 477 Seiten.ISBN 3-596-70174-0.

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Das meint Phantastik-Couch.de: Ein Schuss Star Wars, Gigantismus und jede Menge farbenprächtiger Action80

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Die Welt in einer fernen, einer sehr fernen Zukunft. Die Menschheit hat sich über die Galaxien ausgebreitet, Reiche wurden gegründet, stiegen auf und fielen wieder. Der ewige Kreislauf von Aufstieg und Fall großer Machtbereiche verschont auch die Menschen nicht – wie ausgebrannte Welten und Systeme bezeugen können. Zwar stieß man auf Aliens, feindliche Aggressoren, doch wurden diese zurückgeschlagen. Schwieriger war es, die Maschinenzivilisation mit ihren technischen Wunderwerken zu schlagen – doch auch dies gelang dank der Allianz zwischen den Waffenschmieden und den Hexen.

Seitdem, Jahrhunderte sind es her, herrscht der Orden der Stille, mit der prophetischen Gottkaiserin an der Spitze. Das Entwickeln neuer Technologien ist ebenso streng verboten, wie die Suche nach Aufklärung oder Selbstbestimmung. Einzig die Piraten von Noa, einem wohl verborgenen Planeten, der den Pilgerkorridor bewacht, wagen es den gigantischen Raumkathedralen der Hexen zu trotzen.

Iniza, Angehörige des Adels und ihr Leibwächter, Vater ihrer ungeborenen Tochter, sind dem Orden entkommen. Auf ihrer abenteuerlichen und dramatischen Flucht schlossen sich ihnen der letzte der legendäre Waffenmeister, eine frühere Greiferpilotin des Ordens und die Muse, ein hochgezüchteter Android aus der lang zurückliegenden Produktion der Maschinenwesen an. Sie alle fanden Aufnahme und Unterschlupf auf Noa.

Dann aber kommt es zur Katastrophe – Kultisten des Ordens der Stille gelingt es nicht nur einen wichtigen Gefangenen zu befreien, sondern auch die Tochter Inizas zu entführen. Ihre Flucht führt sie, verfolgt von einigen unserer Erzähler, zur vernichteten Heimatwelt des Kamastraka-Ordens – einem Ort, der mehr Geheimnisse birgt, als eines Menschen Geist verstehen kann …

Sense of Wonder meets Fabulierspaß

Kai Meyer gehört zu den ganz wenigen deutschsprachigen Autoren der Phantastik, die von ihren Veröffentlichungen leben können. Seine Bücher tummeln sich regelmäßig auf den Bestsellerlisten, auch im fremdsprachigen Ausland sind seine Romane gefragt.

Dabei beschränkt er sich nicht auf ein Sub-Genre – phantastische Thriller gehören ebenso zu seinem Repertoire wie historische Romane, Grusel- und Horror-Versatzstücke genauso wie Fantasy.

Mit der Reihe um „Die Krone der Sterne“ hat er sich auf das Gebiet der Space Opera vorgewagt. Dabei interessiert es ihn weniger, ob das Beschriebene technisch möglich oder erklärbar ist, ihm geht es um den so oft beschworenen, selten erreichten „sense of wonder“.

Und es geht ihm um Spaß – und das merkt man dem Text an. Meyer schwelgt in großen Welten – riesige Raumschiffe, Kathedralen gleich fliegen sie durchs All, Laser durchbohren ganze Planeten, unzählige Raumfahrer durchstreifen in Flottenstärke den Weltraum, von den Geheimnissen, Intrigen und Kämpfen einmal ganz abgesehen.

Meyer orientiert sich dabei an klassischen wie modernen Vorbildern. Die SF der Pulp Ära stand hier ebenso Pate wie die Kino-Blockbuster Hollywoods – wobei sich die Saga eher bei Star Wars als bei Star Trek einordnet. Das atmet wenig Realität oder innere Überzeugungskraft, offenbart dafür aber umso mehr Phantasie und Freude am Fabulieren.

Dabei sind einige – wenige – Opfer unter den handlungsrelevanten Figuren zu beklagen, ziehen die Protagonisten wie Antagonisten ihren Kopf immer wieder in letzter Minute aus der Schlinge.

Das sind wir gewohnt, ebenso, dass sich immer neue Mysterien auftun, dass das Bild, das uns Meyer von seiner Schöpfung präsentiert immer detailreicher wird. Vieles bleibt hier aber noch diffus, wird mehr angedeutet, als grell beleuchtet.

Die Vermengung von Religion und Politik, verbunden mit dem Bild einer martialischen Flottenpräsenz kommt uns hierbei natürlich bekannt vor. Doch Meyer hinterfüttert die stereotypen Aufzüge mit jeder Menge eigener Ideen. Etwa den gigantischen Kathedralen, Standbildern und Skulpturen, die als Raumschiffe oder Hyperraumtore fungieren, mit Androiden, die gleichzeitig als Priesterinnen, aber auch als Muse für die schöpferisch Tätigen dienen und mit Politikern, die für Machterhalt oder das Erreichen ihrer Ziele buchstäblich über Leichen gehen.

Fazit:

So geht es mit Verve hinein ins Abenteuer, ein packender Cliffhanger jagt den anderen, Spannung pur ist angesagt. Dass der Autor einmal mehr die Handlung mit einem möglichen Anknüpfungspunkt beendet weist darauf hin, dass erneut die Option einer Fortsetzung gegeben ist.

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