Doors ? Kolonie von Markus Heitz

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2018deutsche Ausgabe erstmals 2018, 288 Seiten.ISBN 978-3-426-52388-9.

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Das meint phantastik-couch.de: Wenn das Stauffenberg-Attentat erfolgreich gewesen wäre …80

Fantasy-Rezension von Lisa Reim

Markus Heitz hat wieder zugeschlagen: „Doors“ heißt der neue dreibändige Geniestreich des Bestsellerautors. Der Name ist Programm, denn im Mittelpunkt der Geschichte stehen geheimnisvolle Türen, mit denen die Protagonisten und der Leser konfrontiert werden: Der stinkreiche Geschäftsmann Walter van Dam hat ein Expertenteam zusammengestellt, das seine in einem Höhlensystem verschwundene Tochter Anna-Lena retten soll. Eine van Dam’sche Liga der außergewöhnlichen Gentlemen, besteht die Gruppe doch aus zwei Freeclimbern mit mysteriösem Hintergrund, einem ambitionierten Parapsychologen, einem wirklich schlechten Personenschützer, einem renommierten Höhlenforscher sowie einem fragwürdigen Medium. Als die Gruppe die Unterwelt erforscht, trifft sie bald auf fünf Türen. Doch hinter welcher sollen sie zuerst nach der Vermissten suchen? Ab hier liegt der weitere Verlauf der Geschichte in der Hand des Lesers. Denn je nachdem welchen der drei Bände er wählt, öffnet die Gruppe eine bestimmte Tür.

Weltgeschichte einmal anders

Der studierte Historiker Markus Heitz tobt sich in „Doors“ auf dem Feld der kontrafaktischen Geschichte aus, denn hinter jeder Tür erwartet das Team eine andere geschichtliche Epoche, in der vieles anders verlaufen ist, als unsere Geschichtsschreibung vorsieht. Wählt der Leser die Tür bzw. das Buch mit dem „?“ namens „Kolonie“ verschlägt es den Rettungstrupp in das Leipzig des Jahres 1944. Doch statt mitten im Bombenhagel zu landen, platzen die sechs in eine ausgelassene Silvesterfeier von Deutschen, Engländern und Amerikanern. Schnell wird dem Sextett klar, dass sie einen Zeitsprung hinter sich haben und in einer Art Paralleluniversum gelandet sind. Denn das Stauffenberg-Attentat auf Hitler ist geglückt – und das wirtschaftlich angeschlagene Amerika versucht nun Europa zu einer Kolonie zu machen. Die Gruppe gerät schnell zwischen die Fronten von Amerikanern und rebellierenden Russen. Und ganz nebenbei müssen sie ja immer noch die vermisste Tochter von van Dam finden.

Rasantes Action-Abenteuer im Nachkriegsdeutschland

In „Doors“ wird nicht viel Zeit verschwendet. Es geht rasant zur Sache, actiongeladene Szenen wechseln sich mit angespannten Situationen ab, die einen in Atem halten. Nicht umsonst sind die am häufigsten vorkommenden Substantive „G36“ und „Kevlarweste“. Der cineastische Erzählstil lässt den Leser schnell in die Geschichte eintauchen. Auch das Expertenteam selbst scheint einem typischen Actionfilm entsprungen zu sein: Da haben wir die toughe Kämpferin, den klugen Physiker, die geheimnisvolle Mystikerin und den stets belächelten Übergewichtigen. Eine illustre Runde, bei der man sich immer wieder fragt, wessen letztes Stündlein wohl als nächstes schlägt. Eine kurzweilige, aber intensive Lektüre, nicht zuletzt dank des hochinteressanten Settings. Denn bei diesem Clash von Vergangenheit und Gegenwart kommt auch der Humor nicht zu kurz. Schließlich haben die Alliierten noch nie in ihrem Leben ein Smartphone gesehen. Und mit ihrer komplett in schwarz gehaltenen Montur sehen unsere Protagonisten eher wie Nazis denn wie ein engagierter Rettungstrupp aus. Keine guten Voraussetzungen, um in den 40er Jahren nach einer vermissten Frau zu suchen.

Fazit:

Manchmal etwas überzogen, häufig etwas zu schnell. Dennoch hat Markus Heitz hier ein alternatives Geschichtsszenario gelungen gepaart mit einer actionreichen Handlung und einem hochinteressanten Erzählkonzept, das dem Leser die Entscheidung über den weiteren Handlungsverlauf überlässt. Davon darf es in Zukunft gerne mehr geben. Und egal, für welchen der drei Bände Sie sich entscheiden: Die anderen zwei werden Sie mit Sicherheit ebenso lesen wollen!

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