Das Zeichen der Wahrheit - Magisland-Saga Band 1 von Susan Dennard

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2016unter dem Titel „Truthwitch“,deutsche Ausgabe erstmals 2018, 512 Seiten.ISBN 978-3-7645-3192-8.Übersetzung ins Deutsche von Vanessa Lamatsch.

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Das meint Phantastik-Couch.de: Eine verarmte Adelige mit einer besonderen Gabe und ihre Strangschwester in Bedrängnis – der zwanzigjährige Waffenstillstand geht zu Ende73

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Zwanzig Jahre herrscht nun Frieden zwischen den Reichen der Magislande. Zwanzig Jahre, die den Menschen Zeit und Gelegenheit geben sollten, durchzuatmen, Kräfte zu sammeln und vielleicht zu einem wirklichen, belastbaren Frieden zu finden. Passiert ist – nichts!

Zwar kommen die Adeligen und ihr Hofstaat in einer Küstenstadt zusammen um vorgeblich zu verhandeln, allein, die Aussichten stehen nicht wirklich gut.

Vorhang auf für unsere zwei Hauptdarstellerinnen. Safi, eine Adelige aus verarmtem Haus und Iseult, ihre Strangschwester aus dem verachteten Volk der Nomatsi.

Selbst in einer Welt, in der fast alle eine magische Gabe (Luft, Erde, Feuer, Wasser, Aether und Finsternis) ihr eigen nennen, ist Safi etwas ganz Besonderes. Seit Jahrhunderten hat es keine Wahrmagi mehr gegeben, keinen Menschen, der durch seine Kräfte sagen kann, ob das gegenüber lügt oder die Wahrheit sagt. Würde ihr Talent bekannt, würde sie zum Spielball der Mächtigen – gejagtes Wild oder gefährliche Magi, die aus dem Weg geschafft werden muss.

Als sich ein Feuermagi, der ihr Talent zu erspüren vermag, auf ihre Spur setzt, müssen die beiden Mädchen fliehen. Auftritt für Prinz Merik, der sie auf seinem Schiff in Sicherheit bringen soll – man beachte den Konjunktiv, mehr soll hier nicht verraten werden …

Angenehm zu lesen, aber etwas wenig Hintergrund

Was ist das für ein Roman, der im Land der unbegrenzten Möglichkeiten die New York Times Bestseller-Liste stürmte?

Der erste Teil einer neuen Fantasy-Saga, liegt, nachdem der Penhaligon Verlag den Titel 2016 zunächst als Hardcover unter dem Titel „Schwestern der Wahrheit“ auf den Markt brachte, nun als Trade Paperback vor, dem der Verlag auch zeitnah den zweiten Band folgen lässt.

Inhaltlich erwartet uns zunächst viel Gewohntes.

Es ist eine archaische Welt, in die die Autorin uns entführt, eine etwas diffus bleibende Region, in der sich verschiedene Reiche tummeln. Näheres erfährt der Leser nicht, lediglich die dem Band beigefügte Karte sorgt für ein wenig Durchblick.

Überhaupt erklärt die Autorin uns ihre Welt nicht groß. Das wäre nicht bemerkenswert, wenn sie dies im Lauf des Plots nachholen würde. Doch auch hier bleibt Vieles rudimentär, die Gründe für den Krieg vor über 20 Jahren und den vorübergehenden Friedensschluss bleiben ebenso im Unklaren, wie die verschiedenen Reiche, ihre jeweilige Regierungsform, die geschichtlichen Hintergründe und kulturelle Besonderheiten werden schlicht nicht thematisiert. Die Autorin konzentriert sich ganz auf ihre vier verschiedenen Protagonisten – neben den beiden Mädchen steht der seefahrende Prinz und der Feuermagus im Fokus – aus deren jeweilige subjektiver Sicht das Geschehen beleuchtet wird.

Das ist, gerade im Vergleich zu den Werken der Konkurrenten, etwas wenig, was da an Historie und Background offenbart wird. Insbesondere bei der Beschreibung der doch recht eigenen und damit interessanten Magie hätte ich mir ein wenig mehr an Ausführungen und Erläuterungen gewünscht.

Spannend und flüssig zu lesen

Der Plot selbst läuft dabei durchaus flüssig und spannend ab, sprachlich bietet sich das Buch angenehm flüssig zu lesen an, wenngleich der fantasyerfahrene Leser so manches Ereignis und Wendung im Vorfeld erahnen kann.

Dass Safi dabei ein ums andere Mal mit ihrer impulsiven Art in Fettnäpfchen tritt, dass sie gedankenlos Konflikte auslöst und auch Gefühle eine gewisse, wenn auch keine dominierende Rolle spielen, macht den Roman für ein Publikum, das sich neben der archaischen Bühne auch gerne von Love-Stories verzaubern lässt, interessant.

Als Figur weit interessanter erschien mir aber Iseult. Nicht nur ihre Herkunft, sondern auch ihr praktisches Wesen und ihre besondere Beziehung zur Magie, offenbart viel Potential das zumindest noch nicht gänzlich genutzt wird.

Fazit:

Das Buch liest sich angenehm und flüssig für Zwischendurch, auf einer langen Reise oder im Urlaub. Allerdings vermisst gerade der erfahrene Fantasy-Leser eine interessante Weltenschöpfung und einen detailreich ausgearbeitete Hintergrund. Die Handlung selbst läuft temporeich und kurzweilig ab, eben stromlinienförmig ohne wirklich Akzente zu setzen. Erwähnenswert bleibt aber, dass uns die Autorin zwei junge Frauen in einer besonderen, nicht erotisch geprägten Beziehung zueinander als Haupterzähler präsentiert.

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