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Carsten Kuhr
Packender Urban Fantasy Thriller entwickelt zusehends eigene Nuancen

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Mai 2014

Die Auftragskillerin kehrt zurück – Oder - Rente war gestern, jetzt geht es den bösen Buben an den Kragen

Gin Blanco war einmal als die Spinne bekannt, die versierteste Auftragskillerin Ashlands. Bis sie selbst zur Zielscheibe wurde, ihr Ziehvater grausam in seinem Restaurant ermordet wurde und sie sich zur Ruhe setzte.

Doch irgendwie fehlt etwas in ihrem Leben. Der Nervenkitzel, das Gefühl der Jagd geht ihr ab, gar nicht davon zu reden, dass sie das eine oder andere Mal einen der Bösen der Stadt ausgeschaltet hat. Doch dann ändert sich ihr Leben als Wirtin grundlegend.

Alles beginnt, als der reiche Schnösel von Sohn des örtlichen Mafia-Anwalts meint ihr Diner überfallen zu müssen, um sich einen ganz besonderen Kick zu besorgen. Jake McAllister, so der Name des Rüpels, hat sich mit der Flaschen angelegt. Zwar hat ihn sein Daddy bislang immer wieder aus allem herausgeholt, immerhin arbeitet Dad für Mab Monroe, die heimliche Herrscherin Ashlands, doch eine polizeiliche Anzeige Gins ist auch für den Staranwalt ein Ärgernis. Zumal die aufmüpfige Gin die Anzeige einfach nicht zurückziehen will, allen Einschüchterungsversuchen zum Trotz.

Dann kommt die Tochter eines alten Freundes ihres Ziehvaters auf der Suche nach Hilfe zu der Spinne. Ein Bergbauunternehmer will ihren Großvater und sie unbedingt von ihrem Land vertreiben, um dort zu schürfen. Seit Generationen befindet sich der Berg im Besitz der FoxL - und sie wollen ihr Land behalten und um keinen Preis verkaufen. Dass der Zwerg Dawson nicht davor zurückschreckt auch zu drastischen Mitteln zu greifen muss die Enkelin am eigenen Leib erfahren, als sie angegriffen wird und Vergewaltigt und ermordet zu werden droht. Nur dem rechtzeitigen Eingreifen Gins ist es zu verdanken, dass Schlimmeres verhindert wird.
Doch so einfach will und kann die Spinne dem sich anbahnenden Unheil nicht zusehen – sie beschließt sich einzumischen – free of charge versteht sich. Dann aber muss sie feststellen, dass ihr Gegner nicht nur wie sie selbst auch die Steinmagie beherrscht, sondern auch gewillt ist, sämtliche Grenzen zu überschreiten c

Packender Urban Fantasy Thriller entwickelt zusehends eigene Nuancen

Jennifer Estep ist dem Leser durch und mit ihrer Bestseller-Serie um die Mythos Academy ein Begriff. Mit den Elemental Assassins wendet sie sich an ein anderes, ein erwachseneres Publikum – und sie macht dies wahrlich nicht schlecht.
Natürlich darf ein wenig Romantik nicht fehlen, wobei die zwischenmenschlichen Verwerfungen nie wirklich im Mittelpunkt stehen und, ohne hier spoilern zu wollen, auch nicht immer zum Seelenfrieden Gins beitragen. Statt dessen tragen die emotionalen Verwerfnisse, die Achterbahnfahrten sie sie mit dem Detective Donovan Caine aber auch dem neuen Verehrer Owen Grayson erlebt dazu bei, Gins Charakter plastischer zu zeichnen.

Nicht nur sie selbst, auch die Nebendarsteller werden im zweiten Band näher beleuchtet. Neben ihrem Ziehbruder sind hier insbesondere die zwei Zwerginnen zu nennen, die nicht nur als Heiler dafür sorgen, dass unsere Heldin von ihren Verletzungen genest, sondern die auch tatkräftige Unterstützung im Aufräumen der Leichen und im Schutz der Unschuldigen übernehmen.

Immer deutlicher wird dabei, dass die Reihe selbst auf eine direkte Konfrontation Gins mit Mab, die ihre Eltern ermordet hat, hinausläuft. Die Beweise für eine Verwicklung Mabs in das damaligen Verbrechen werden deutlicher, Indizien und Verknüpfungen werden aufgebaut und Figuren positioniert.

Gegenüber dem ersten Teil fällt auf, dass sich die Autorin erfolgreich bemüht hat, sich von den Vorbildern zu lösen. Ihre Handlung geht immer mehr eigene Wege, mit dem Ausbau ihrer Welt mit der Elementarmagie bietet sie ihrem Leser ein faszinierendes Panorama in der sich das organisierte Verbrechen einbettet.

Fazit: Das Buch liest sich dann mit viel Tempo und jeder Menge gefährlicher Kämpfe angereichert spannend und kurzweilig, macht neugierig darauf, wie es weitergeht und zeigt uns einmal mehr eine toughe Frau, die allen persönlichen Opfern zu Trotz für ein wenig Gerechtigkeit eintritt und mit ihren Silbermessern dafür sorgt, die Bösen zu bestrafen. Zwar inhaltlich nicht umwerfend neu, doch durchaus gefällig und packend weiß Jennifer Estep auch ein älteres Publikum an die Seiten zu fesseln.

Spinnentanz

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