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Brigitte Ahlers
Konfliktgeladener zweiter Teil der spannenden Trilogie um die Magie der tausend Welten!

Buch-Rezension von Brigitte Ahlers Sep 2015

Die Meisterin der Schwarzen Magie kommt aus Australien. Mit einer Fantasy-Kurzgeschichte gab Trudi Canavan (Jahrgang 1969), eine ausgebildete Grafikerin und Designerin, quasi nebenberuflich ihr gefeiertes Debüt als Autorin. Das war 1999. 2001 dann erschien der erste Band der inzwischen legendären Trilogie "Die Gilde der Schwarzen Magier". "Das Zeitalter der Fünf", ebenfalls eine Trilogie, und "Magie" folgten und wurden ebenso zu weltweiten Bestsellern. Die Australierin ist immer noch begeistert und dankbar, dass so viele Menschen an ihren Büchern Spaß haben. Trudi Canavan schreibt unermüdlich weiter, schließlich bietet die Hauptfigur Sonea noch Stoff für zahlreiche Geschichten.

Der Wanderer ist die Fortsetzung einer Trilogie, die mit Die Begabte ihren Anfang nahm. Schon im ersten Buch ist klar, dass sich irgendwann die Wege der beiden Hauptprotagonisten wieder kreuzen werden. Das Universum, in der die Geschichte spielt, besteht aus tausend Welten, welche in Der Wanderer eingehend beschrieben werden. Jede ist anders; manche sind bewohnt, andere nicht und überall wird mit der Magie anders umgegangen. Rielle wuchs in dem Glauben auf, dass nur Priester die Magie benutzen dürfen, die eigentlich den Engeln gehört, daher fällt es ihr zunächst schwer, trotzdem Magie einzusetzen, als sie darum gebeten wird. Sie denkt dabei an Valhan, dem Engel, der ihr eine zweite Chance gewährte.

Valhan ist eine ziemlich komplexe Gestalt und im Laufe des Buches erfährt man, dass er auch unter einem anderen Namen bekannt ist: der Raen. Die Überlegung, ob er tatsächlich der Raen ist, gibt einem lange Zeit Raum für Spekulationen. Zumindest spielt er immer eine tragende und zentrale Rolle! Beide Figuren, sowohl Rielle, als auch Tyen machen in Der Wanderer eine starke, prägende Entwicklung durch. Auch wenn sie dabei unterschiedlichen Menschen begegnen, so ist ihr Grundproblem gleich geblieben. Sie wissen nie, wem sie wirklich vertrauen können. Andererseits hat man es auch schwer, ihnen zu vertrauen, denn vor allem Tyen spielt ein doppeltes Spiel, was beim Leser gleich am Anfang des Buches schon für Spannung sorgt. Er muss es aber tun, wenn er Pergama, die ja in einen Buch gefangen ist, irgendwann befreien will. Denn das ist der Preis, den der Raen verlangt, als er ihn um Hilfe bittet. Den inneren Konflikt, den er dabei mit sich selbst austrägt, hat Trudi Canavan sehr gut rübergebracht.

Mit Baluka sorgt ein neuer starker Charakter dafür, dass keine Langeweile auftaucht. Ursprünglich war er als Ehemann für Rielle vorgesehen, doch die Entwicklung im Buch geht erst einmal in eine andere Richtung. Er ist auf der Suche nach ihr und trifft dabei auf Tyen, mit dem sich eine Freundschaft entwickelt, die beiden von Nutzen ist. Faszinierend auch hier wieder das Aufspalten in die jeweiligen Perspektiven der Hauptprotagonisten Rielle und Tyen. Diesmal wird m.E. Rielle hier mehr Raum gegeben, was aber unwesentlich für die Handlung ist, die alles in allem überzeugt. Dass auf dem Klappentext bereits gespoilert wird, hat vielleicht Gründe, die man als Leser nicht erahnen und auch nicht nachvollziehen kann. Irgendetwas wird sich Trudi Canavan aber wohl dabei gedacht haben. Es nimmt einem jedenfalls nicht die Spannung und der Unterhaltungswert bleibt unbestritten.

Der Wanderer zeigt sehr lebhaft den inneren Konflikt zweier Menschen, die sich zwischen Moral, Sympathie und Loyalität entscheiden müssen. Canavan entführt den Leser hervorragend in die Innenwelt ihrer Protagonisten und Nebendarsteller. Der Leser wird vielleicht den inneren Kampf mitkämpfen wollen und wünscht sich ein befriedigendes Ende...

Der Wanderer

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