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Carsten Kuhr
Die Nordmänner auf der Spur eines Hochelfen-Relikts

Buch-Rezension von Carsten Kuhr Jan 2017

Ein Gottesurteil soll es bestimmen, wer denn den Ehrentitel „König der Meere“ verdient tragen darf. Wird es der Foggwulf Asleif Phileasson oder Beorn Asgrimmson, genannt Beorn der Blender sein, der die Umrundung des Aventurischen Kontinents und die Bewältigung von zwölf Questen für sich entscheiden kann? Die Zeit und die Abenteuer werden es weisen, das Wohl!

Mittlerweile haben unsere beiden Kapitäne und ihre jeweilige Mannschaft schon einige Abenteuer überstanden. Im Himmelturm, eines inmitten des ewigen Eises gelegenen gigantischen Baus der Elfen, haben sich die Wege der Konkurrenten vorerst getrennt.

Inzwischen aber hat der Blender seinen Konkurrenten wieder überholt. Dies auch, weil er sich nicht scheut, diesem immer wieder tückische Steine in den Weg zu legen.

Tödliche Anschläge sind verboten; doch Überfälle von Banditen oder Gerüchte, die die Obrigkeit dazu anleiten sich dem Foggwulf und seiner Ottajasko misstrauisch gegenüber zu zeigen, sind probate Mittel den Widersacher zu bremsen.

Dieses Mal sind die beiden Hetmänner auf der Spur eines legendären, göttlichen Artefakts. Es gilt, die Silberflamme der Hochelfen zu finden und in Besitz zu nehmen. In den Weg stellen sich den Thorwalern Orks und Menschenfresser, Wolfsrudel und Drachen und nicht zuletzt die Geister eines uralten Bösen...

Stilistisch unauffällig bietet sich eine packende Fantasy-Saga an

Zunächste eine kurze Anmerkung vorweg; mittlerweile gibt es eine Crowdfunding Kampagne die das Ziel verfolgt, zunächst die ersten beiden Romane der Phileasson-Saga in einer absoluten Luxusedition herauszubringen. Ledereinband, Illustrationen und metallverstärkte Ecken - die Macher haben sich etwas einfallen lassen. Bei Interesse einfach googeln.

Zum vorliegenden, dem vierten Roman.

Zunächst fiel mir auf, dass sich der Fokus ein wenig verschoben hat.

Natürlich stehen Beorn und Philieasson weiterhin im Zentrum des Geschehens, doch ihre Begleiter übernehmen immer wichtigere Rollen. Mittlerweile sind uns diese leidlich bekannt, haben wir von ihren so unterschiedlichen Schicksalen erfahren und können ihre jeweilige Motivation besser nachvollziehen.

In "Silberflamme" werden sie weiter beschrieben, und für die Fortführung der Handlung immer wichtiger. Auch gibt es einige neue Gefährten zu begrüßen, die weiteren Schwung in die zwischenmenschlichen Beziehungen innerhalb der Ottajesko bringen.

Dazu gesellt sich mit den feuchten Sümpfen und dem Urwald eine ganz neue Bühne für unsere Helden. Verlassene Ruinen, heimgesuchte Stätten, Hinweise auf Vorkommnisse in der Vergangenheit - die Autoren fahren auf, was des Lesers Herz erfreut.

Jeder der beteiligten Autoren schreibt, so wissen zumindest Gerüchte zu erzählen, die Geschehnisse eines der Helden.

Vorliegend hatte ich ein wenig den Eindruck, dass der Part von Beorn dem Blender ein wenig in den Hintergrund rückt. Dies wäre schade, da er, der von seiner Art und seinem Handeln her eigentlich eher negativ gesetzt ist, mir persönlich fast der interessantere der beiden Hetmänner ist. Er ist das, was man sich unter einem wilden Nordmann, einem Wikinger vorstellt. Direkt, geradeheraus, lebenslustig und voller Kraft und ja, auch voller Gewalt - aber auch ehrlich, stolz und ehrbar im Rahmen seiner Wertevorstellung.

Der Roman selbst liest sich erneut stilistisch unauffällig flüssig, inhaltlich hat er mich von der ersten Seite an gepackt und nicht mehr losgelassen. Für mich der bislang beste Titel der Saga.

Fazit:

Erneut legen die beiden Bestseller-Autoren eine packende Fantasy-Geschichte voller Kämpfe, Magie und Rätsel vor, die den Leser kaum mehr aus ihrem Bann lässt.

Silberflamme

Silberflamme

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Letzte Kommentare:
12.02.2019 14:00:30
Hardmundo

Bei Nordwärts und Himmelsturm dachte ich noch, dass eine interessante Geschichte entstehen könnte. Hennen / Corvus schufen zwar schon zu Beginn eine relativ große Anzahl von Charakteren, die sich aber mit dem Lauf der ersten beiden Bände etwas entwickelten.
Aber da habe ich mich wohl getäuscht. Beginnend mit dem Band "Die Wölfin" machte sich bei mir der Eindruck breit, dass die Autoren die Geschichte aus dem Auge verloren haben. Da werden, meinem Eindruck nach, Versatzstücke sinnfrei aneinandergereiht. Was soll's werden: Herr der Ringe, Harry Potter, Odysseus oder gar Wicki und die starken Männer? Oder von allem etwas? Charaktere, die gut angelegt waren, entwickelten sich nicht weiter oder verflachten. Manche werden (uninspiriert) rein-, andere rausgeschrieben. Die Erzählung als solche wird immer dümmlicher und vor allem STERBENSLANGWEILIG. Den Band "Totenmeer" habe ich noch zur Hälfte gelesen und dann beschlossen, dass meine Zeit für dieses Machwerk zu kostbar ist. Hier wurde die Chance vergeben, eine im Ansatz gute Geschichte angemessen abzuhandeln: also eine dichte Erzählstruktur von 4 bis 5 Bänden mit Charakteren, die sich weiterentwickeln. Anscheinend fehlt den Autoren dazu das Talent von z. B. George RR Martin oder Joe Abercrombie. So gilt mal wieder der Satz von Goethe: "Getretner Quark wird breit, nicht stark."
"Das wohl" (ist einer der dämlichsten Sprüche, die mir je untergekommen sind).