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Michael Drewniok
Undercover-Farmboy auf dem Mars

Buch-Rezension von Michael Drewniok Mär 2019

Im fünften Jahrtausend hat die Erde die meisten Planeten des Sonnensystems sowie zahlreiche Monde und sogar Asteroiden entweder dauerhaft besiedelt bzw. beutet sie aus. Auf der Erde herrscht eine Weltregierung, denen auch die Weltraum-‚Kolonien‘ unterstellt sind. Außerdem wurde der „Wissenschaftsrat“ gegründet, dessen Mitglieder jenseits politischer Interessen eingreifen, wenn irgendwo im All Streit aufflammt.

Noch sehr jung, aber schon erfahren ist Wissenschaftsrat David Starr, Sohn prominenter und kühner Eltern, die im Dienst des Rates gefallen sind. Enge Freunde - selbst hochrangige Ratsmitglieder - haben David quasi an Kindesstatt angenommen und ausgebildet. Aktuell agiert er undercover auf den Mars. Der Planet ist unverzichtbar als Lebensmittelproduzent für eine beträchtlich angestiegene Erdbevölkerung. Seit einiger Zeit werden Lieferchargen mit einem unbekannten Gift versetzt, das für hässliche und spektakuläre Tode sorgt: Offenbar sind Terroristen am Werk, die eine Botschaft vermitteln wollen, bisher jedoch anonym blieben.

Wer steckt dahinter? Die ‚Marsmenschen‘ hassen es, wenn sich Erdlinge in ihre Angelegenheiten mischen. Deshalb soll David sich tarnen und Nachforschungen auf einer großen Mars-Farm anstellen. Erst einmal muss er den eisenharten Mars-Jungs beweisen, dass er einer der Ihren ist. Dann trachtet ihm eine unbekannte Macht nach dem Leben. Trifft womöglich zu, was alte „Farmboys“ raunen - dass die einheimischen Marsianer vor Äonen nicht ausgestorben sind, sondern aus dem Inneren des Planeten gegen die ‚Invasoren‘ von der Erde vorgehen …?

Recht, Ordnung & Abenteuer

Schon immer wurden abenteuerliche Geschichten speziell für die Jugend geschrieben. Zu verlockend war (und ist) aus ‚erwachsener‘ bzw. pädagogisch besorgter Sicht die Möglichkeit, den Nachwuchs nicht nur zum Lesen zu verleiten, sondern ihm dabei establishmentgerecht gefiltertes Wissen weniger einzutrichtern als interessant und damit unbemerkt nahezubringen.

Je nach Entstehungsjahr werden im westlichen Kulturkreis aktuell unerwünschte Eigenschaften miesgemacht. Als Isaac Asimov seine „Lucky-Starr“-Serie schrieb, standen Kommunismus, Rockmusik und Gesellschaftskritik ganz oben auf der Liste. Nichtsdestotrotz wirken seine „juveniles“ aus heutiger Sicht weniger manipulativ. Üblicherweise wurde ein demonstrativ gutherziger, aber sträflich naiver Jüngling stellvertretend für den (meist männlichen) Leser in eine Reihe erzieherisch wertvoller Erlebnisse verwickelt und dabei wie einen Klumpen Ton geformt. Allzu liberale Ecken und Kanten wurden abgeschliffen, und am Ende stand ein Rädchen im Getriebe eines zukünftigen und vorbildlichen Systems, das verdächtig den USA der 1950er Jahre ähnelte.

David Starr hat diese Lehr- bzw. Dressurzeit schon hinter sich. Er ist noch jung, aber selbstständig tätig. Die Handlung steht im Vordergrund, der Subtext bleibt übersichtlich: Asimov stellt die Unterhaltung vor die Beeinflussung. Das Ergebnis ist eine Geschichte, deren Nostalgie-Faktor zu voller Geltung kommt, ohne die Leser durch plumpe und dümmliche Drill-Orgien zu verärgern.

Die Zukunft, die es nie geben wird

Der technische Fortschritt hat das fünfte Jahrtausend vergleichsweise schleppend erreicht; digital funktioniert hier gar nichts. Asimov belässt es bei Andeutungen. Wie genau die Raumschiffe dieser Ära angetrieben werden, ist ohnehin unwichtig. Im Dienst des Geschehens sollen sie fliegen und jeden Ort unseres Sonnensystems erreichen, denn es ist Handlungsort = ‚Spielplatz‘ für David Starr, der noch fünf weitere Male als „Space Ranger“ ausrücken und Strolche züchtigen wird. (Asimov Pläne gingen ursprünglich möglicherweise weiter = zielten auf eine Serie, deren Teile auf jedem der seinerzeit neun Planeten spielten. Soweit kam es nicht; Verkaufszahlen waren schon damals wichtiger als Pläne.

Asimov war Physiker und sorgte dafür, dass es in ‚seinem‘ Sonnensystem naturgesetzkonform zuging. Auch dabei hielt er sich zurück und rieb den Lesern entsprechendes Wissen nicht unter die Nasen. Deshalb wirken seine ‚Landschaftsbeschreibungen‘ nicht nur anschaulich, sondern erstaunlich aktuell, obwohl Asimov auf die schon zu seiner Zeit unter dringenden Irrtumsverdacht geratenen „Marskanäle“ nicht verzichtete - dies allerdings als geschickt eingestreuter Hinweis darauf, dass der rote Planet einst von intelligenten Wesen bewohnt war. Die Begegnung mit den keineswegs ausgestorbenen Echt-Marsianern stellt eine für die Serie elementare Episode dar: David Starr wird zum „Space Ranger“, den die vergeistigen Marsianer mit einer ‚Maske‘ ausstatten, die gleichzeitig Tarnkappe und undurchdringlicher Schutzschild ist. Damit wird ein Streiter mit Superkräften geboren, die er nunmehr „für das Gute“ einsetzen wird.

Solche „origin stories“ sind vor allem für Comic-Helden typisch. Dazu passt, dass Starrs Gesichtszüge nicht zu erkennen sind, wenn er als „Space Ranger“ auftritt, was ihm hilft, inkognito zu bleiben, wenn er als David Starr auftritt. Als „Ranger“ ist er keineswegs unverwundbar, weil dies der Handlung die Grundspannung nähme. Nunmehr wird interessant, wieso der „Ranger“ trotz seiner Kräfte in Schwierigkeiten gerät.

Klischees und/oder bewährte Bausteine

Sein beträchtliches Alter enthüllt dieser Roman primär in den Figurenzeichnungen. Sie bleiben umrisshaft, obwohl die Charaktere - David Starr allen voran - gern und ausgiebig reden. Dabei tauschen sie Gemeinplätze aus, bis endlich die Handlung wieder einsetzt: „Lucky Starr“ ist wesentlich lesenswerter, wenn etwas geschieht. Neben der „origin story“ des „Rangers“ gibt es einen eigentlichen Plot. Asimov schrieb auch Krimis, weshalb er dieses Genre oft im Science-Fiction-Umfeld einsetzte. Die Rechnung ging auf, denn auch in der Zukunft wird es Verbrechen geben. Man muss aber davon ausgehen, dass die Kriminellen sich keineswegs so dämlich anstellen wie jene ‚Verschwörer‘, deren weichbirnigen Rädelsführer jede/r Leser/in lange vor der ‚überraschenden‘ Enttarnung entlarvt hat.

Ebenfalls zeittypisch, aber durchaus witzig sind die marsianischen „Farmboys“, die Asimov nach dem Vorbild irdischer Cowboys gestaltet, obwohl - oder gerade weil? - sie nur Gemüse hüten. Wieder setzt er auf interessante Details; so sind das Statussymbol jedes Farmboys die hüfthohen Stiefel, die jeweils so individuell wie möglich verziert werden. Einen dieser „Boys“ nimmt Starr in die Fortsetzungen mit: John „Bigman“ Jones  - der selbstverständlich besonders klein, aber großmäulig ist - wird sein „buddy“ fürs Grobe. Wo Starr allzu hehr den „Ranger“ verkörpert, demonstriert Bigman Bodenhaftung. Er reißt Witze, beleidigt Bösewichte und ist für Handlangerdienste brauchbar.

Frauen dürfte es auch in dieser Zukunft geben, denn die Menschheit hat wie gesagt das Sonnensystem erobert. In unserer Geschichte fällt für sie nicht einmal eine Nebenrolle ab. Hier geben kluge Männer und fiese Kerls den Ton an. So war es im ‚richtigen Leben‘ schließlich auch: Neben „digital“ war den angeblich zum Blick in die Zukunft fähigen SF-Autoren auch das Wort „Feminismus“ unbekannt. Aber das ist Kritik ohne ‚Schuldzuweisung‘; die Epoche sozialkritischer SF kam später, und „Lucky Starr“ sollte ‚nur‘ abenteuerliche Unterhaltung bieten, die dem Verfasser gelungen ist.

Fazit:

Während er gegen Terroristen ermittelt, stößt David Starr auf die zu Geistwesen mutierten Ur-Marsianer und erhält von ihnen eine Ausrüstung, die ihn in den quasi unverwundbaren „Space Ranger“ verwandelt, der das ursprüngliche Verbrechen aufklärt und weiterhin Kriminelle jagen wird: Das Fundament für eine insgesamt sechsteilige Serie abenteuerlicher, „für die Jugend“ konzipierter, aber erstaunlich zeigefingerfreier SF-Romane ist mit diesem Auftaktband erfolgreich gelegt.

Lucky Starr (Lucky Starr-Reihe 1)

Lucky Starr (Lucky Starr-Reihe 1)

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