The Cavern - Das Grauen aus der Tiefe

Erschienen: März 2020

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Michael Drewniok
Gar nicht tief unten wartet mehr als der Tod

Buch-Rezension von Michael Drewniok Jun 2020

Bei Pintalba, einem Städtchen im Westen des australischen Bundesstaats New South Wales, tat sich auf dem Land des Farmers Anastas die Erde auf. Der Einsturz hat ein unterirdisches Höhlensystem freigelegt, das völlig unbekannt ist und deshalb „Speläologen“, d. h. Höhlenforscher, anlockt. Die Geologin Ellie will mit ihrem jüngeren Bruder Max, dem Tauchspezialisten Aaron und der Biologin Frida in die Tiefe steigen und dort auch tauchen, denn ein Teil der Höhle steht unter Wasser.

Da das Unternehmen durchaus gefährlich ist, wird Ellies aktueller Freund Sam als Teilnehmer mitgenommen, denn er ist Rettungssanitäter. Eigentlich klettert Sam lieber auf Berge, weil er leidet unter Klaustrophobie leidet. Das Tauchen gehört ebenfalls nicht zu seinen Hobbys. Doch die Liebe lässt ihn seine Ängste (hoffentlich) vergessen.

Dass vor ihnen bereits ein abenteuerlustiges Ehepaar unter Tage gegangen und dort verschwunden ist, schreckt die Gruppe nicht. Man glaubt bestens ausgerüstet zu sein, was theoretisch zutrifft, aber dennoch nutzlos ist: Nicht enge Räume, Dunkelheit und lichtlose Wassertiefen stellen Probleme dar, sondern die „Minenmutter“ eine ebenso bizarre wie blutgierige Kreatur, die mit ihrer Brut in den Höhlen haust. Menschliche ‚Besucher‘ stellen eine willkommene Bereicherung ihres Speisezettels dar. Die Bürger von Pintalba wissen mehrheitlich nicht nur Bescheid, sondern sind bereit, den Monstern Touristen in die Fänge zu treiben, um selbst verschont zu bleiben.

Auch die fünf Höhlenforscher gehen ihnen und den Monstern in die Falle. Letztere legen eine erstaunliche Planungskraft an den Tag. Lauern wirklich ‚nur‘ Tiere in der Tiefe? Da die Geschöpfe nicht nur schlau, schnell und unglaublich stark sind, sondern sich auch fast perfekt zu tarnen vermögen, sind Sam und seine Gefährten ihnen ausgeliefert, sollten sie nicht einen Weg finden, den scheinbar allgegenwärtigen Gegnern Paroli zu bieten …

Down (&) under und ebenfalls bösartig

Eines sei vorab festgestellt: Auch wenn dieser Horror sich in einem fernen, exotischen Land rührt, wirkt er ziemlich vertraut. Die „Minenmutter“ bekommt eine hübsche Historie, die beinahe zum Mythos reifen konnte. Autor Alister Hodge gibt sich Mühe, seinem Monster eine Herkunftsgeschichte zu schaffen, die es über den Status eines reinen Beutejägers hinaushebt. Also kommt ein vor langer Zeit niedergefallener ‚Meteorit‘ ins Spiel, der ein außerirdisches Raumschiff gewesen sein könnte. Die Höhle, in der die „Minenmutter“ und ihre ‚Kinder‘ sich verkriechen, ist Teil eines Opal-Bergwerks, denn Pintalba wurde quasi auf einem Schweizer Käse gegründet, den die Bewohner ebenso fleißig wie gierig zusätzlich durchlöcherten, wodurch den Kreaturen ein perfektes Jagdrevier geschaffen wurde.

Hodge hüllt sich über die Folgen nur selten in Schweigen; er ist kein Anhänger eines Horrors, der auf Andeutungen oder Atmosphäre setzt. In bzw. unter Pintalba wird gemetzelt, was die Reißzähne und Klauen der „Minenmutter“ und ihrer Nachkommen hergeben. Umgekehrt kommen diverse Stich- und Schusswaffen zum Einsatz, die ebenfalls Wirkung zeigen. Auf jene Eindeutigkeit, die den Splatter-Horror kennzeichnet, dürfen entsprechend gepolte Leser nicht nur hoffen. Sie werden bedient, bis Knochen krachen und Bäuche bersten!

Aber originell ist es halt nicht, was sich unter der australischen Erde abspielt. Hodge steht gewissermaßen zwischen den Fronten. Er versucht zweifellos Gruselstimmung zu schaffen. Leider ist sein Talent in dieser Hinsicht begrenzt. Stattdessen greift er auf Elemente zurück, die wir vor allem aus einschlägigen Filmen kennen, was wie so oft bedeutet, dass dem Klischee die Oberhand gegenüber der Idee eingeräumt wird. Der unterirdische Schauplatz wird dabei nur bedingt genutzt. In erster Linie ist es dunkel = unübersichtlich. Für Hodge heißt das, dass er seine bissigen Bestien über stets überraschte Pechvögel herfallen lassen kann - ein Effekt, der sich rasch abnutzt.

Down under und ebenfalls blöd

Dies führt uns zum eigentlichen Manko: Hodge bevölkert sein Garn mit einer ebenso eindrucksvoll zahlreichen wie nervensägenden Gruppe absoluter Idioten! Sie stammen nicht nur aus dem Baukasten für ausdrücklich eindimensionale Figuren, sondern benehmen sich zudem so ungeschickt, dass man sich wundert, dass sie Jahrzehnte des täglichen Gebrauchs von Messer und Gabel überstanden haben.

Unterhalb der Schädelknochen herrscht Gedankendürre. Schon bevor es in die Tiefe geht, werden eifrig Phrasen gedroschen. Der Bruder kann den Freund der Schwester nicht leiden, als deren Beschützer er sich sieht, besagter Freund ist faktisch höhlen- und unterwasseruntauglich, was Hodge später zur Spannungssteigerung einsetzt, indem er den armen Sam in Situationen verwickelt, die seinen Angstpegel in die Höhe treiben. Ellie bleibt blass, und die beiden übrigen Teilnehmer der Gruppe sind reines Monsterfutter.

In Pintalba geht nicht nur die „Minenmutter“, sondern vor allem die Dummheit um. Der Sheriff und seine Schwester blamieren sich als selbsternannte ‚Hüter‘ des Ungetüms, während sich die übrigen Bürger offenbar damit abfinden, dass zum Wohle der Überlebenden hin und wieder ein Nachbar verschwindet. Glücklicherweise gibt es den Vietnam-Veteranen Jack, der schon einmal mit der „Mutter“ raufte und für den St.-Nimmerleinstag der Wiederbegegnung Vernichtungswaffen in seinem Keller hortet, die nun unter Tage geschleppt werden, um dort publikumswirksam zum Einsatz zu kommen.

Keine Arme, keine Beine, nur linke Hände

So sieht der Plan jedenfalls aus, den Autor Hodge jedoch planmäßig (oder selbstzerstörerisch) sabotiert, indem er das schon erwähnte Kollektiv-Minus an Körperbeherrschung kulminieren lässt, bis des Lesers Schädel brummt; dies auch wegen der ständigen Facepalm-Schläge gegen die Stirn. Ausgiebig stellt er uns fünf topfitte Freizeit-Athleten vor, die auf Berge steigen, in Wassertiefen tauchen oder durch Höhlen kriechen. Man unterstellt solchen Personen eine gewisse Gewandtheit auch in kritischen Situationen. Stattdessen lassen sie sich in plumpe Fallen locken, verfallen augenblicklich in Panik, lassen ihre Lampen fallen, stolpern über jeden Stein und schlagen sich die Schädel an Felsen ein, woraufhin sie bewusst- und hilflos der Minenmutter und ihrer Brut vor die Kiefer kullern.

Hinzu kommt eine Arglosigkeit, die grenzstreifenfrei in Dämlichkeit übergeht: Die Monster sind auch Super-Chamäleons und können sogar Menschen ‚nachahmen“. Das klappt immer, selbst wenn dieser ‚Mensch‘ dort auftaucht, wo es einfach nicht möglich ist: Die ‚Retter‘ stürmen hinterher und ins Verderben. „Nachdenken“ ist für Hodge ein ernstes Hindernis für die Handlungsführung. Es wird deshalb als Fähigkeit ausgeblendet. Dazu passt das generelle Unvermögen Waffen einfach nur festzuhalten. Fallen sie nicht sofort zu Boden = außer Reichweite, fügen sie dem Gegner höchstens Fleischwunden zu. Die wirklich großkalibrigen Knarren werden ohnehin nur beschrieben, von A nach B geschleppt und dort vergessen. Zum Einsatz kommen sie nie.

So tölpeln Monsterjäger, Monsteropfer, Monsterschergen und die Monster selbst in einem Höhlensystem umher, das niemals wirklich von der Außenwelt abgeschlossen ist. Einer stringenten, auf Jagd/Verfolgung und Gegenattacke geeichten Handlung ist das abträglich. Dazu passt das ‚offene‘ Ende: Die Katze ist aus dem Sack, Militär bereitet sich vor, unter die Erde zu gehen und die Minenmutter-ETs endgültig auszurotten! Da Hodge (natürlich) das eigentlich niedergestreckte Haupt-Monster spurlos verschwinden ließ, ist der Weg frei für eine Fortsetzung - oder sogar eine Serie! Einmal mehr liegt darin das wahre Grauen dieses nicht einmal schrägen, sondern nur unbeholfenen Horrors.

Fazit:

In keiner Weise innovativer, leidlich routiniert umgesetzter Trivial-Horror, der vom hierzulande nicht allzu bekannten Schauplatz - Australien - profitiert, auch wenn dort letztlich nur ein weiteres „Ding aus einer anderen Welt“ sein Unwesen treibt. Manchmal wird es schlachthausblutig, selten spannend: simples, bedingt tragfähiges Grusel-Garn.

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