Zwerg und Überzwerg: Die große Erzferkelprophezeiung

Erschienen: März 2020

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Lisa Reim-Benke
Heldenhafte Säufer retten die Welt!

Buch-Rezension von Lisa Reim-Benke Jun 2020

Eigentlich ist das Leben als Zwerg recht simpel, solange es genug Bier und Zeit zum Trinken gibt. Doch das abergläubische Volk lebt in ständiger Angst vor der Erfüllung einer Prophezeiung, die den Untergang der Welt bedeuten könnte. Und dann treibt auch noch eine merkwürdige Gruppierung namens „Der Neue Stahl“ ihr Unwesen, um die Macht über das Eherne Imperium an sich zu reißen. Kann es den verpeilten Zwergen gelingen, die Apokalypse abzuwehren?

Klein sein reicht nicht, du musst auch Bier trinken

Humorvolle Fantasy muss sich immer am Großmeister Terry Pratchett messen, der mit seinen Scheibenwelt-Romanen den Maßstab für originelle und witzige Fantasy geschaffen hat. Dessen Einfluss ist auch bei Christian von Asters Zwergengeschichte deutlich zu spüren. Ähnlich wie seinem Kollegen gelingt es auch von Aster, vermeintlich angestaubten Fantasy-Elementen neues Leben einzuhauchen. Gerade von Zwergen gab es in den letzten Jahren einiges zu lesen und zu sehen, gerade die Hobbit-Verfilmungen haben das Bild der Zwerge wohl maßgeblich geprägt. Doch nun wird uns mit der Neuauflage von „Zwerg und Überzwerg“ eine ganz eigenwillige Version dieses Volkes präsentiert.

Von Asters Zwerge erscheinen vertraut und dennoch anders, als man es gewohnt ist. Gängige Klischees werden hier nach Herzenslust durch den Kakao gezogen: Zwergenfrauen gibt es nicht (sie sind einfach verschwunden – oder doch nicht?), Saufen steht ganz oben auf der Tagesordnung, nach Erz zu schürfen ist die schönste Nebenbeschäftigung, jedem nüchternen Zwerg wird Misstrauen entgegengebracht, Auseinandersetzungen führen zwangsläufig zu Schlägereien, Bier ist das Nationalgetränk … Bei dieser Aufzählung merkt man schnell, worauf der Autor den Fokus gelegt hat: Das Leben der Zwerge wird maßgeblich vom Alkohol bestimmt. Das ist an manchen Stellen durchaus lustig, doch spätestens nach 50 Seiten reagiert man auf jede Trink-Referenz nur noch mit Augenrollen.

Witziger ist da der festverwurzelte Aberglauben mit seinen merkwürdigen Ritualen, der die Zwerge mehr in selbstgeschaffene Schwierigkeiten bringt, als ihnen das Leben zu erleichtern. Denn wenn die Existenz von den Orakelprophezeiungen eines Grottenolms abhängig ist, ist das ein, gelinde gesagt, etwas problemanfälliger Lebensstil.

Hätten Sie’s gewusst? Zwerge schlüpfen aus Eiern!

Die Geschichte ist durchsetzt vom typisch Aster’schen Humor, der mehr durch Intelligenz denn durch Albernheit auffällt. Um eine reine Zwergen-Parodie handelt es sich aber nicht, dafür hat der Autor zu viele originelle Ideen und Wendungen in die Handlung eingebaut und verlässt sich nicht auf das Überspitzen irgendwelcher Vorurteile. Auch wenn er die Geschichte mit unverkennbarem Augenzwinkern erzählt, bleibt die Endzeit-Bedrohung für die Zwerge spürbar. Und Spannung ist bei einem alkoholisierten Volk, das sich zur Aufgabe gemacht hat, die Welt zu retten, ohnehin vorprogrammiert.

Besonderes Augenmerk wurde auf das Worldbuilding gelegt. Die (Sauf-)Kultur der Zwerge wird hier bis ins Kleinste vor den Lesern ausgebreitet und für den besonders Wissbegierigen gibt es sogar Fußnoten, die noch mehr Details preisgeben. Wer schon immer mal in eine ganz spezielle Zwergen-Welt eintauchen und alles über das zweibeinige Gedächtnis und den Goldbezahnten erfahren wollte, kommt hier voll auf seine Kosten. Dennoch muss einem klar sein, dass dadurch die Geschichte öfter ins Stocken gerät. Gerade am Anfang dauert es länger, bis man ins Buch reinfindet und versteht, um was es eigentlich gehen soll. Zudem gibt es nur wenige Dialoge, Protagonisten im eigentlichen Sinne lassen sich auch nicht richtig identifizieren. Stattdessen wird man mit der geballten Wucht einer Zwergenschar konfrontiert, mit mehreren Handlungssträngen und Perspektiven. Dadurch gibt es für jeden irgendwo einen Zwerg, dem man gerne durch die Story folgt: Fans sympathischer Helden sollten sich an Farrnwart Blechboldt halten, Verschwörungstheoretiker finden in Grudgroll Schleuderstein ihr literarisches Pendant.

Fazit:

Skurril-witziges Zwergen-Abenteuer mit detailliertem Worldbuilding und spritzigen Ideen. Mitunter ist das Werk zu ausschweifend. Wer darüber hinwegsehen und sich an jedweden zwerg’schen Aktivitäten erfreuen kann, sollte zugreifen.

Zwerg und Überzwerg: Die große Erzferkelprophezeiung

Zwerg und Überzwerg: Die große Erzferkelprophezeiung

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Letzte Kommentare:
24.03.2013 22:38:42
fjodor

völliger schwachsinn der vorhergegangene post, eines der besten bücher die ich je gelesen hab, sehr phantasiereich und total witzig geschrieben. wenn man natürlich flache fantasy sucht ist mann mit dieser art zu schreiben nicht einverstanden. erinnert an jasper forde. selten mich so amüsiert, als mit dem erzferkel.

12.10.2011 22:18:04
edgar.trum@online.de

Diese 3 Bände sind absolut langweilig, in keinster Weise witzig und jeder Euro ist zum Fenster rausgeworfen. Ich bin ein großer Fan von Fantasybüchern und besitze ca. 250 Bücher aus diesem Genre. Darunter sind tolle Schriftsteller wie Hohlbein, Heitz oder Peinkofer; aber diese 3 Bände sind das Schwächste, was ich je in den Händen hatte. Bitte nicht kaufen.

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