Der Gefährte des Drachen von Akram El-Bahay

Buchvorstellungund Rezension

deutsche Ausgabe erstmals 2015, 560 Seiten.ISBN 3-404-20795-5.

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In Kürze:

Im Dunkel der Zeit verloren, im Sand der Wüste verborgen, von den kurzlebigen Menschen beinahe vergessen: das erste aller Worte. Durch dieses eine Wort wurde die Welt selbst erschaffen, und sein Nachhall ist noch heute der Ursprung aller Magie. Wer dieses Wort kennt, kann die Welt beherrschen. Doch niemand weiß, wo es ist. Ein dunkler Magier ist dem Rätsel dicht auf der Spur, verfolgt von Märchenerzähler Anûr und seinem Gefährten, dem schwarzen Drachen Meno. Ein Wettrennen um das Schicksal der Welt beginnt …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Willkommen zurück in der Welt von 1.001 Nacht“84

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Vor Jahrhunderten schien er besiegt – der Magier Nyan, der auf der Suche nach dem Ersten Wort war. Mit diesem, dem mächtigsten Zauberspruch der Welt, wollte er sich zum Herrscher über Alles und Jeden aufschwingen – und wurde von einer Allianz aus Menschen, Drachen, Zauberern und Nori, den Drachenwächtern in letzter Sekunde besiegt.

Doch nicht immer bleibt tot, was einmal gestorben ist!

Der dunkle Magier kehrte aus dem Reich des Todes zurück – sein Ziel hat sich in den Jahrhunderten nicht geändert. Einmal mehr wird das Meer des Sandes von seinen finsteren Intrigen, dem dunklen Zauber und seinen willfähigen Verbündeten heimgesucht.

Nur dem jungen Märchenerzähler Ankr und seinen Freunden ist es zu verdanken, dass der erste Vorstoß Nyans vereitelt werden konnte. Im Verlauf des Abenteuers hat sich Ankr an den schwarzen Drachen Meno gebunden und sich verliebt. Er weiß jedoch, dass die Welt, die er kennt, all seine Freunde und die vielen Unschuldigen weiterhin bedroht werden, suchen die Schergen des Magiers doch überall nach dem verschollenen Ersten Wort.

Eine neue Allianz wird ins Leben gerufen. Während der Sultan und die Drachenhüter versuchen, die verschiedenen Reiche dazu zu bewegen, sich auf eine Auseinandersetzung mit Nyan vorzubereiten, machen sich Ankr und sein Drachenbruder Meno auf, den Zauberspruch zu suchen.

Ihre erste Spur führt mitten in die Wüste, zu einer verlorenen Stadt, die von Nyan verflucht denselben Tag immer wieder von neuem durchlebt. Dabei stoßen sie auf Ifrite, Marite und Goulas, allein, den Zauberspruch finden sie nicht.

Um doch noch einen Hinweis zu erlangen, weist ein Dschinn, den sie aus seinem Gefängnis befreien auf eine gefährliche Möglichkeit hin – im Reich der Toten weiß vielleicht der wissbegierige Geschichtenerzähler, der befreit von den Zwängen der Zeit an der Schwelle des Todes verweilt und die Verstorbenen um ihre jeweilige Geschichte bittet, etwas.
Ankr geht das Wagnis ein nicht ahnend, dass er neben dem letzten der Irrmünder auch etwas Dunkles in sich trägt, das nur auf eine Gelegenheit wartet, auszubrechen …

Gelungene Mischung aus gängigen Fantasy-Abenteuer und orientalischem Flair

Auch im zweiten Teil der Flammenwüsten-Saga präsentiert uns Akram El-Bahay eine gelungene Mischung aus abenteuerlicher Handlung und orientalisches Flair. Gerade die auch vorliegend wieder in den Text eingeschobenen Geschichten in der Geschichte, passend von einem der vielen märchenhaften Geschichtenerzähler präsentiert, erweisen sich als ebenso stimmungsvoll, wie interessant. Im ersten Band, der ursprünglich als Stand-Alone geplant war, hat der Autor seine Welt und die Gestalten eingeführt, nun gilt es, den Plot auf in breiteres Fundament zu heben.

Geschickt spielt der Autor dabei mit bekannten und nicht so geläufigen Themen aus orientalischen Märchen, präsentiert uns verfluchte Städte, unterirdische Flüsse, Dschinn und andere Fabelwesen wie auch vergessenen Zauber und einstige Pracht. Dabei lässt er nicht nur die faszinierend ungewohnte Welt aus 1.001 Nacht auferstehen, er reißt uns auch mit seiner packenden Handlung mit.

Natürlich geht es einmal mehr darum, die Welt vor einem finsteren Despoten zu retten, begleiten wird die Helfer des Helden und ihn selbst ins Abenteuer. Das ist von der Grundanlage her altbekannt, doch die Ausführung kommt frisch und unverbraucht daher.

So ist auch dieser Roman, wie sein Vorgänger, wieder bestes Schmökerfutter für kalte Winterabende, entführt er uns doch durch Raum und Zeit in eine andere Welt.

Ihre Meinung zu »Akram El-Bahay: Der Gefährte des Drachen«

PMelittaM zu »Akram El-Bahay: Der Gefährte des Drachen«24.10.2015
Anur ist mir dem Drachen Meno auf der Suche nach dem ersten aller Worte, dieses darf auf keinen Fall in die Hand des Gegners, des Magiers Nyan, fallen. Derweil sind Masul, der frisch gebackene Sultan von Nabija, und seine Gefährten aufgebrochen, um Verbündete zu finden. Auch Nyan setzt alles daran, das Wort in die Hände zu bekommen und seine Gegner empfindlich zu treffen.

Der zweite Band der Flammenwüste-Trilogie hat mich sofort wieder gepackt. Er setzt zeitnah nach den Ereignissen des Vorgängers ein. Neben alten Bekannten lernt man neue Charaktere und Wesen kennen. Interessant finde ich die Wassergeister, die Neschul und die Irrmünder, süß die Nuriden, mein Favorit ist aber ganz klar der Kopf des Sultans. Der Autor orientiert sich wieder sehr stark an orientalischen Märchen, mehr als einmal wähnt man sich beinahe in 1001 Nacht, es gibt viele Anspielungen auf die dortigen Geschichten, aber Akram El-Bahay erzählt seine ganz eigene Geschichte. Sehr schön auch wieder die Geschichten in der Geschichte, die, immer passend zur Handlung, diese auch vorantreiben.

Wer den Vorgänger nicht kennt, erhält eine kurze, aber gelungene Einführung, empfehlenswert ist es aber trotzdem, den ersten Band schon gelesen zu haben, gerade durch die Fülle an Charakteren und die verschiedenen Völker aus denen sie stammen, könnte der Einstieg sonst etwas problematisch sein.

Die – überlebenden – Charaktere aus dem ersten Band sind erneut versammelt und wieder auf der Suche. Sehr gut gefällt mir, dass Meno nun eine größere Rolle einnimmt und wir ein bisschen mehr über die Drachen erfahren. Anur dagegen hat einen besonderen Kampf zu kämpfen, immer wieder wird er von Ängsten gepackt, die er nur mit Mühe unterdrücken kann.

Da die Charaktere dieses Mal mehr voneinander getrennt unterwegs sind, ist die beigefügte Karte besonders nützlich, so kann man die Wege der einzelnen Gruppen gut nachvollziehen. Schön wäre ein Namensverzeichnis gewesen, vielleicht auch ein Glossar, das Orte und Völker erklärt, vielleicht liefert ja der Folgeband etwas in der Art.

Akram El-Bahay erzählt sehr bildhaft, spannend und voller Phantasie. Durch die verschiedenen Gruppen gibt es auch verschiedene Erzählstränge und dadurch bedingte Perspektivewechsel, die natürlich gerne von Cliffhangern begleitet werden. Das erhöht die Spannung noch zusätzlich. Man mag den Roman kaum aus der Hand legen, er ist ein Pageturner par excellence. Die Geschichte ist komplex und verlangt aufmerksames Lesen, das fällt aber leicht, da man regelrecht in die Geschichte hineingesogen wird, in ihr versinkt. Der Roman ist eines der Bücher, die man möglichst schnell lesen möchte, um zu erfahren, was alles passiert, man dann aber sehr traurig ist, wenn man am Ende angelangt ist, zumal der Autor uns mit einem sehr gemeinen Cliffhanger entlässt. Man kann nur hoffen,dass der Nachfolger nicht allzu lange auf sich warten lässt.

Ich habe auch diesen zweiten Band, wie schon den ersten, von der ersten bis zur letzten Seite genossen und empfehle ihn uneingeschränkt weiter.
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