Aliens - Die Rückkehr von Alan Dean Foster

Buchvorstellungund Rezension

Aliens - Die Rückkehr von Alan Dean Foster

Originalausgabe erschienen 1986unter dem Titel „Aliens“,deutsche Ausgabe erstmals 1987, 282 Seiten.ISBN nicht vorhanden.Übersetzung ins Deutsche von Irene Holicki.

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In Kürze:

Mehr als ein halbes Jahrhundert nach dem Untergang des Raumschiffs „Nostromo“ muss Ellen Ripley, die einzige Überlebende, sich den säureblütigen Aliens auf dem Planeten Acheron erneut stellen. Dieses Mal treten die aggressiven Kreaturen allerdings in Scharen auf, und hinter ihnen steht ihre Königin ... – Die Fortsetzung des Filmbuch-Klassikers „Alien“ profitiert vom ausgezeichneten Drehbuch der Filmvorlage und wird vom Profi Foster erneut in ein lesenswertes SF-Abenteuer verwandelt, das für sich bestehen kann.

Das meint phantastik-couch.de: „Manchmal kommen sie – in hellen Scharen – wieder ...“75

Science-Fiction-Rezension von Michael Drewniok

Mit letzter Kraft hatte sich Ellen Ripley, Deckoffizier an Bord des Raumfrachters „Nostromo“, des unheimlichen, schier unsterblichen Aliens erwehren können, das die Besatzung auf Geheiß der „Gesellschaft“, eines mächtigen Konzernmultis, vom Planeten LV-426 bergen mussten. (Die Vorgeschichte beschreibt Alan Dean Foster in „Alien – Das unheimliche Wesen aus einer fremden Welt“.)

Mit Jones, der Schiffskatze, treibt Ripley im Kälteschlaf in der Rettungskapsel der untergegangenen „Nostromo“ durch das All und wartet auf Rettung. Als die Kapsel endlich gefunden wird, sind 57 Jahre vergangen. Ripley kehrt zur Erde zurück, doch ihre Angehörigen und Freunde sind längst gestorben. Die Schatten der Vergangenheit lassen sie nicht los. Schlimmer sind allerdings die Intrigen der „Gesellschaft“, die das fatal fehlgeschlagene und heikle Projekt LV-426 unbedingt vertuschen will und Ripley zum Sündenbock für den Verlust der „Nostromo“ und ihrer Mannschaft stempelt. Diese findet sich auf einer Schwarzen Liste wieder, was es ihr doppelt schwer macht, in einer ihr völlig fremd gewordenen Welt Fuß zu fassen.

Dann wendet sich Carter Burke, ein Angestellter der „Gesellschaft“, an Ripley. Sie muss erfahren, dass die „Gesellschaft“ in den vergangenen Jahrzehnten eine Kolonie auf LV-426 – jetzt „Acheron“ genannt – eingerichtet hat. Riesige Maschinen sollen den unwirtlichen Planeten in eine zweite Erde verwandeln. Im Verborgenen wird gleichzeitig das Wrack untersucht, in dem die Mannschaft der „Nostromo“ einst auf das Alien stieß. Ganz plötzlich ist der Kontakt zur Vorzeige-Kolonie abgebrochen. Hat Ripley womöglich doch die Wahrheit gesagt? Die „Gesellschaft“ schickt den Truppentransporter „Sulaco“ mit einer kleinen Gruppe kampferprobter Soldaten nach Acheron. Ripley wird ihnen als Beraterin zur Seite gestellt; man ließ ihr keine Wahl.

Nach ihrer Ankunft findet die Gruppe die Kolonie menschenleer und zerstört vor. Ripley findet die einzige Überlebende: die sechsjährige Newt, die ihnen berichtet, wie Horden von Aliens die Kolonie überfallen und sämtliche Bewohner getötet oder verschleppt haben. Rasch müssen auch die Soldaten, die Ripleys Warnungen über die Gefährlichkeit der Aliens bisher keinen Glauben geschenkt haben, die Erfahrung machen, dass trotz ihrer Bewaffnung und ihrer Ausbildung gegen diesen Feind wenig ausrichten. Ein erster Vorstoß in das Nest der Aliens endet in einem Fiasko; einige Männer, darunter der Kommandant, sterben, das Landefahrzeug wird zerstört. Nun ist die Gruppe auf Acheron gefangen, die Nacht bricht an und die Aliens kriechen auf der Suche nach neuen Opfern aus ihren Schlupflöchern …

Der richtige Mann für den Job

In der zweiten Hälfte der 1970er Jahre wurde der „tie in-Roman“ – die Nacherzählung eines Kino- oder TV-Films – zur festen Größe im Vermarktungskonzept der Film- und Fernsehindustrie. Das Drehbuch liegt vor; warum es dann nicht als Grundlage eines Romans profitabel recyceln? Im schlimmsten Fall werden die schon vorhandenen Dialoge und Handlungsvorgaben mit einigen Überleitungen verbunden, und schon kann das Produkt – und mehr ist es nicht – auf den Markt geworfen werden.

Unter diesem Aspekt ist es einleuchtend, dass sich vor allem zweit- und drittklassige Autoren auf das Verfassen von Filmromanen spezialisiert hat. Aber auch Schriftsteller von Rang und Namen verdienen sich gern ein Zubrot, wenn die Karrierekurve einen Knick erfährt. Alan Dean Foster gehört zu den redlichen Vertretern seiner Zunft. Er gehört zu den Autoren, die nicht nur ein unterhaltsames Garn spinnen, sondern auch überaus schnell arbeiten und termingerecht liefern können. Als solcher erregte er schon früh die Aufmerksamkeit der Film- und Fernsehindustrie, der er durch seine Arbeit in der PR-Abteilung eines kleinen kalifornischen Studios ohnehin verbunden war. Zwischen 1974 und 1978 verwandelte er die Drehbücher der „Star-Trek“-Zeichentrickserie in eine zehnbändige Buchreihe. Mit dieser Empfehlung wurde er von den Studios gern angeheuert. Foster schrieb Bücher zu Science-Fiction-Filmen wie „Starman“, „Das Ding aus einer anderen Welt“ oder „Outland – Planet der Verdammten“, aber auch zu Western wie „Pale Rider – Der namenlose Reiter“. Bis Anfang der 1990er Jahre entstanden etwa 25 Film-Romane.

Alles wird eine Nummer größer

Der fleißige Autor hatte 1979 bereits den ersten Teil der „Alien“-Saga in Romanform gebracht und dabei sehr gute Arbeit geleistet. Die Fortsetzung sollte ihn vor ungleich größere Probleme stellen. „Aliens – Die Rückkehr“ ist ein Film von James Cameron. Dieser Regisseur und Drehbuchautor ist bekannt und berühmt für seine grandiosen Action-Filme (u. a. „Terminator“, „Terminator II“, „Abyss“). Gegen sein enormes Talent, eine spannende Geschichte in packende Bilder zu kleiden, fällt seine Fähigkeit, dieser Geschichte Tiefe zu verleihen, allerdings ab. Zumindest der frühe Cameron – mit „Titanic“ stellte er dann 1997 unter Beweis, dass sich seine inszenatorische Bandbreite stark erweitert hatte – achtete darauf, dass vor der Kamera immer etwas geschah. In „Aliens“ gibt es durchaus ruhige Passagen – das gilt besonders für den „Director’s Cut“, der fast eine halbe Stunde länger ist als die Kinofassung -, weist aber dennoch einen völlig anderen Grundton auf als sein Vorgänger.

Zwangsläufig erschwert die Betonung des Körperlichen einem Schriftsteller wie Alan Dean Foster die Arbeit. Er denke sich gern in die Köpfe seiner Figuren, wie er in einem Interview sagte. (Nachzulesen in: Jens H. Altmann, „Am Ende passt alles zusammen“. Ein Interview mit Alan Dean Foster, in: Wolfgang Jeschke [Hg.], Das Science Fiction Jahr 1998, München : Wilhelm Heyne Verlag 1997, S. 565-574) Dazu ließ ihm das Drehbuch zu „Aliens“ wenig Spielraum. Foster konnte die Handlung nicht durch Passagen ergänzen, um dieser Tiefe zu geben, was die Grundstimmung des Film konterkariert hätte. Also musste er sich mit Andeutungen begnügen. So erfährt man beispielsweise zum ersten Mal etwas über das Privatleben Ellen Ripleys, die hier zudem endlich zu ihrem Vornamen kommt. Trotzdem gelang Foster wieder ein spannend zu lesender Roman zu dem auf seine Art überragenden Film. „Aliens“. Sein Buch, entwickelte sich wie sein Vorgänger zu einem Klassiker des Genres. Die Dichte und Intensität von „Alien“ konnte Foster indes nicht erreichen.

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