Patrimonium von Alan Dean Foster

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2007unter dem Titel „Patrimony“,deutsche Ausgabe erstmals 2010, 320 Seiten.ISBN 3-404-24394-3.Übersetzung ins Deutsche von Kerstin Fricke.

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In Kürze:

Flinx reist zu einem fremden Planeten, auf der Suche nach seiner Herkunft. Dort angekommen, muss er feststellen, dass ein Kopfgeldjäger die Jagd auf ihn eröffnet. Eine rasante Hatz beginnt, durch unwegsames Gelände voller fleischfressender Bestien.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Sense of Wonder satt – eine glaubwürdig ausgestaltete fremde Welt“80

Science-Fiction-Rezension von Carsten Kuhr

Bei seinem letzten Zwischenhalt auf der Suche nach der gigantischen Waffenplattform der Tar Aiym hat Flinx von einem sterbenden Verbrecher einen Hinweis erhalten, der ihn förmlich elektrisiert. Er, der seine Existenz einem verbotenen genetischen Experiment der Meliorare-Society, einer verbrecherischen Gruppe, verdankt und seit Jahren auf der verzweifelten Suche nach seinen Wurzeln ist, hat einen leiblichen Vater. Ein Unbekannter, der seine DNA oder seinen Samen freiwillig oder gegen Geld gespendet hat, aus dem er dann modifiziert mit seinen besonderen empathischen Gaben geschaffen wurde. Einen Namen hat er nicht, lediglich der Planet, auf dem sich sein Vater aufhalten soll ist, ihm bekannt.

Die Spur führt nach Gestalt, einem aus dem Orbit gesehen paradiesischen Planeten. Schon bei der Landung aber stellt Flinx fest, dass das äußere täuschen kann. Bei den blauen Himmel, den malerischen, von pinkem Schnee bedeckten Gebirge und dem blauen Meer sollte man nicht annehmen, dass es so bitterkalt sein könnte. Wenigstens sind die örtlichen Intelligenzen, die Tlel, friedliebend und sympathisch.

Seine Suche gestaltet sich auch schwierig. Nach Wochen des Nachforschens findet er endlich eine, wenn auch schwache Spur, die ihn ins dünn besiedelte Grenzland führt. Zusammen mit einer einheimischen Führerin macht er sich auf den Weg, den Einsiedler, hinter dem er seinen Erzeuger vermutet, zu suchen. Dass von dem Orden von Null ein Kopfgeld auf seinen toten Körper ausgelobt wurde, ahnt er dabei ebenso wenig, wie dass ein Attentäter seine Spur aufgenommen hat. Erst als ein Raketenangriff seinen Schweber vom Himmel holt und er im eiskalten, lebensfeindlichen Urwald Gestalts havariert, ahnt er, dass er wieder einmal tief in der Bredouille steckt – doch das ist er ja mittlerweile gewohnt …

Foster is back

Die letzten Pip und Flinx-Romane boten spannende Planetenabenteuer, wobei allerdings auffiel, dass der Autor seine unbestrittene Stärke, den glaubwürdigen Entwurf und die Zeichnung außerirdischen Lebens ein wenig außen vor ließ. Dies ist vorliegend glücklicherweise ganz anders.

Natürlich dürfen die tätlichen Auseinandersetzungen mit den fiesen Gegnern und der lebensfeindlichen Umwelt nicht fehlen, interessanter aber schienen mir einmal mehr die phantastischen Wesen, die Foster aufmarschieren lässt. Das sind Aliens, die keine Abziehbilder der Menschen darstellen, das sind wilde Bestien, die in ihrem natürlichen Umfeld die Krone der Schöpfung verkörpern und die Eindringlinge in ihr Reich als Beute betrachten und analog handeln. Das Bild, das sich hier vor dem inneren Auge des Lesers aufbaut, ist ebenso farbenprächtig wie exotisch. Dazu gesellt sich mit den Tlel eine liebevoll entworfene Alienrasse, die in ihrer natürlichen Umgebung überzeugend agiert. Hier kommt ein gehöriges Maß des so oft beschworenen, leider aber nur selten erreichten Sense of Wonders auf, das die besseren Romane Alan Dean Fosters in so reichhaltigem Masse auszeichnet.

Weit kommt – endlich bin ich geneigt zu sagen – unser Protagonist auch in der Suche nach seinen Wurzeln. Auch wenn er einmal mehr keine einfachen Antworten bekommt, erlangt er doch zumindest Erkenntnisse, die ihm zukünftig helfen werden, diese sehr leidvolle Kapitel seines Lebens abzuschließen. Die Große Leere, die alles Leben der Galaxis bedroht, rückt damit immer mehr ins Zentrum des Geschehens – und dies ist gut so. Foster hat in vielen Romanen die mysteriöse Bedrohung und den Auslöser der Rettung – eben Flinx – aufgebaut, ohne wirklich wichtige Fragen betreffend des dunklen Bösen zu beantworten. Nun scheint es Zeit zu sein, das Undenkbare anzugehen und der Leser darf gespannt sein, was für Überraschungen der Autor hier für ihn bereit hält.

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