Dark Ladies 2 von Alisha Bionda

Buchvorstellungund Rezension

Dark Ladies 2 von Alisha Bionda

Originalausgabe erschienen 2009, 256 Seiten.ISBN 3927071269.

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In Kürze:

Lassen Sie sich von geheimnisvollen weiblichen Wesen verführen, die Ihnen Perspektiven zu fremden Welten eröffnen, von denen Sie bisher nie zu träumen gewagt haben …Mit dabei: Barbara Büchner, Harald Braem, Christoph Hardebusch, Boris Koch, Aino Laos, Christoph Marzi, Uschi Zietsch u.v.m. Wolfgang Hohlbein hierzu: »Alisha Bionda hat sich neben ihrem Namen als Autorin auch einen als Herausgeberin gemacht. Ihre Anthologien sind ein literarisch-optisches Erlebnis. Nicht umsonst wurden zwei mit dem Deutschen Phantastik Preis ausgezeichnet. In diesem Projekt hat sie wieder einmal ein sicheres Gespür für die Verbindung von Text und Bild bewiesen und eine illustre Autorenriege zusammengerufen.«

Das meint Phantastik-Couch.de: „Beeindruckender zweiter Auftritt der dunklen Damen“80

Horror-Rezension von Elmar Huber

„Matthew verschlug es den Atem. Ebenso wegen des Kleides – einen solchen Hauch von schwarzem Nichts hatte er in seinem ganzen Leben noch nicht gesehen – als auch wegen der Frau, die es trug. Ihr schlanker Körper steckte sozusagen in einer zweiten Haut, die festen Brüste waren nur spärlich bedeckt. Ihre Erscheinung hatte eine Wirkung auf ihn, wie sie sie vermutlich auch auf jeden anderen Mann gehabt hätte. Matthew verspürte ein Pochen in seinen Lenden – in seinem Unterleib regte sich etwas.“
(Tanya Carpenter – Desmodia)

Fran Henz: Rudelkämpfe

Da der Stamm der Varagas nur männliche Nachkommen zeugen kann, werden die zukünftigen Mütter entführt, geschwängert und nach der Geburt wieder freigelassen. Indem eine Seherin zur Mutter auserkoren wird, möchte der König die Gabe der Weissagung an seine Nachkommen weitergeben lassen. Er schickt seine Söhne, die Seherin zu holen, doch diese verfolgt ihre eigenen Pläne.

Jennifer Schreiner: Was Lieder nicht verraten

Der Sänger Orfeas zieht sich von der Bühne zurück, um sich mit seiner neuen Muse auf die Spuren seines Namensvetters Orpheus zu begeben. Die Grenzen von Historie und Gegenwart beginnen zu verschwimmen und die Reise wird zu einem surrealen Taumel zwischen Mythos und Realität.

Rainer Innreiter: …und führe mich nicht in Versuchung

Der Sünde anheim gefallen wird Bruder Thomas verstoßen. In einem abgelgenen Haus trifft er auf eine Verführerin, die sein Schicksal endültig besiegeln soll.

Barbara Büchner: Die Schrecken der Stille

Gefesselt und bewegungsunfähig liegt Lucinde auf dem Bettgestell. In der herrschenden Stille horcht sie auf die Geräusche ihres eigenen Körpers, die sich von Minute zu Minute steigern.

Tanya Carpenter: Desmodia

Der junge Bibliotehkar Matthew Donahue trifft auf dem Schloss der Gräfin von Desmodia ein, um die Familienchronik zu sichten. Doch warum bestand die Gräfin darauf, dass ausgerechnet er persönlich diese Aufgabe übernimmt?

Arthur Gordon Wolf: Das Fest der Grauen Mondin

Im Cyberspace reist er mit den Helden der griechischen Sagenwelt zur Insel der Amazonen. Doch das Spiel scheint weiterzugehen, auch wenn er glaubte, es unterbrochen zu haben. Wo sind plötzlich seine Mitsreiter und was ist das Fest der grauen Mondin?

Monika Wunderlich: Tabea

Als ihre Adoptiveltern unerwartet eigene Kinder bekommen, ändert sich alles für Tabea. Zuvor noch innig geliebt, fühlt sie sich inzwischen nur noch geduldet. Sie entwickelt einen tödlichen Hass auf ihre Brüder.

Dave T. Morgan: Shadoir

Eine alte Legende berichtet von Shadoir Samthaut, die ihre Opfer mit ihrer zarten Haut verzaubert. Die Neugier treibt ihn hinaus und tatsächlich ist Shadoir am Strand. Sie umgarnt ihn und führt ihn hinaus aufs Wasser.

Linda Budinger: Die Schleier des Vergessens

Um seine geliebte Kanga wieder aus dem Totenreich zu holen, macht sich Membele, der Regentänzer, auf den Weg zum brüllenden Berg. Drei Prüfungen muss er bestehen, dann kann er mit Kanga in die Welt der Lebenden zurückkehren.

Guido Krain: Geliebte des Winters

Schon bald erkennt sie, dass der Winter ihr überall hin folgt. Sie ist verantwortlich für den Eisestod vieler Menschen. Auf einem seltsamen Fest soll sich das Schicksal erfüllen, dass ihr der Winter zugedacht hat.

Robin Gates: Schlangenblut

Dank ihrer besonderen Fähigkeiten hat sie noch nie einen Auftrag vermasselt. Und auch die alte Dame sollte ein leichtes Spiel sein. Doch zu spät erkennt sie, dass ihr eine Falle gestellt wurde.

Christoph Marzi: Epiphany

Als plötzlich eine alte Feindin in der Stadt auftaucht wird Epiphanys Alltag durchbrochen. Nie mehr hätte sie erwartet, dass sie noch einmal das Kostüm des Maskenmädchens anlegen muss.

Aino Laos: Das Geschenk

Eine Eule besucht die querschnittsgelähmte Lilly in der Nacht. Am darauffolgenden Tag findet sie im Morast einen antiken Kelch. Und schließlich erhält Lilly Besuch von der als Hexe gebrandmarkten Eulenfrau.

Desirée & Frank Hoese: Deine Nacht soll niemals enden

Das seltsame Trio trifft an dem verlassenen Industriegelände ein. Warum kommen so viele Menschen hierher zum sterben? Ein mächtiger Succubus herrscht hier, der sich gerade beritmacht, die Unsterblichkeit zu erlangen. Das Trio muss das geplante Ritual verhindern.

Harald Braem: Nagual

Im Süden Kolumbiens hoffen die Archäologen, endlich El Dorado, das sagenhafte südamerikanische Goldland, zu finden. Doch zuerst muss ein Schamane gefunden werden, der den Weg dorthin kennt. Davor muss ein Ritual vollzogen und ein Opfer gebracht werden.

Die „Dark Ladies“ finden ihre Opfer

Sexy und gefährlich, erotisch und stark. Der zweite Auftritt der „Dark Ladies“ ist nicht minder beeindruckend als der erste. Noch einmal gelingt es den AutorInnen, äußerst abwechslungsreiches Lesefutter in Stil und Setting zu liefern, so dass jeder Leser seine Favoriten finden wird.

Tentakelbewehrte Nymphen, barbusige Sagenfrauen, blutdurstige Gräfinnen und ledergeschürzte Superheldinnen geben sich (neben weiteren Schönheiten) in „Dark Ladies 2“ die Klinke in die Hand. Die stilistische Palette reicht von verschiedenen Fantasyvariationen („Rudelkämpfe“, „Shadoir“, „Geliebte des Winters“) über atmosphärisch-surreale Beiträge („Was Lieder nicht verraten“, „ …und führe mich nicht in Versuchung“, „Die Schrecken der Stille“) bis zu realistisch geerdeter Phantastik („Schlangenblut“, „Tabea“, „Das Geschenk“).

Wie schon in „Dark Ladies 1“ sind auch hier reichlich Ideen vorhanden, mit denen ganze Bände zu füllen wären („Rudelkämpfe“, „Geliebte des Winters“), „Shadoir“ könnte gar ein Ausschnitt aus einem dicken Fantasywälzer sein. „Das Fest der grauen Mondin“ und „Shadoir“ spielen sogar mit den Konventionen der Genres und den Erwartungen des Lesers. Zwei überraschende Geschichten, die mir gerade deswegen besonders gut gefallen haben.

Die Damen machen sich hübsch

Auch hier sind die Bilder der inspirierenden Damen jeweils der Geschichte vorangestellt und die Klappbroschur bietet noch Platz für zwei weitere Schönheiten in Farbe. Den Abschluss machen ein Nachwort von Fabylon-Chefin Uschi Zietsch und die Vitae der Herausgeberin, der Künstlerin und AutorInnen. In Sachen Aufmachung und Ausstattung zeigt Alisha Bionda also den Großen wieder einmal, wo es langgeht und wie Sympathiepunkte bei den Lesern zu holen sind. Ich denke hier an manche Großverlagsanthologie, die sich nicht einmal die Mühe macht, durch gutgemeinte Zugaben, Bonuspunkte zu sammeln. Die Anhänger von Kurzgeschichten sind vielleicht nicht besonders zahlreich, die Liebhaber schön gestalteter Bücher allerdings schon.

Die 3D-Grafiken der Dark Ladies 2, die in Farbe noch um einiges stimmungsvoller wirken, können bewundert werden unter http://www.gabyhylla-3d.de/buch/dladies_2s.html.

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