Totenhauch von Amanda Stevens

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „The Restorer“,deutsche Ausgabe erstmals 2013, 416 Seiten.ISBN 3-404-16850-X.Übersetzung ins Deutsche von Diana Beate Hellmann.

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In Kürze:

Mein Name ist Amelia Gray. Ich war neun Jahre alt, als ich meinen ersten Geist sah. Heute arbeite ich als Restauratorin auf Friedhöfen, und meine besondere Gabe bringt mich täglich in gefährliche Situationen. Mein Vater brachte mir Regeln bei, die mich schützen sollen. Nach ihnen habe ich streng gelebt – bis jetzt. Als Detective John Devlin mich um Hilfe bei der Aufklärung einer Mordserie bat, willigte ich ein. Doch nun spüre ich, dass dieser Fall und dieser Mann mich in Gefahr bringen. Die Grenze zwischen der Welt der Geister und unserer scheint immer dünner zu werden. Und manchmal lässt sich eine Tür, die einmal geöffnet wurde, nicht wieder schließen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Gänsehaut garantiert, nicht nur wegen der Geister ...“87

Mystery-Rezension von Melanie Reichert

Amelia Gray war gerade einmal neun Jahre alt, als sie ersten Geist gesehen hat. Seitdem hat sich ihr Leben dramatisch verändert, denn die eisernen Regeln, die ihr Vater aufgestellt hat, bestimmen seitdem ihr Leben. Die wichtigste der Regeln: Schau ihnen niemals in die Augen. Wenn sie erst einmal wissen, dass du sie wahrnehmen kannst, werden sie dich nicht mehr los lassen.

Heute ist Amelia eine erfolgreiche Friedhofsrestauratorin, die sich mit ihrem skurrilen Blog einen Namen in der Szene gemacht hat. Von ihren Kollegen geschätzt, bekommt sie immer wieder neue Aufträge, die jedes Mal eine Herausforderung darstellen. Doch als man dann eine deponierte Leiche bei  ihrer aktuellen Arbeitsstätte findet, ändert sich wieder schlagartig alles für Amelia, denn die Leitung bei der Polizei hat John Devlin inne, der gleichermaßen attraktiv wie geheimnisvoll ist. Und die zweite wichtige Regel ihres Vaters lautet: Halte dich von Menschen fern, die von Geistern verfolgt werden. Aber Devlin wird nicht nur von einem Geist verfolgt und bald muss Amelia feststellen, dass das Fernhalten schwerer fällt, als gedacht …

Wer mal wieder ein paar Gänsehautmomente erleben möchte, liegt mit diesem Buch absolut richtig. Ein toller Mystery-Thriller, der von Anfang an spannend ist und den Leser auf Trab hält.

Wir bekommen die Geschichte aus Sicht der Protagonistin Amelia erzählt. So kommen besonders die paranormalen Elemente sehr gut zur Geltung. Amelia hat einiges mit sich herumzuschleppen, was durch den Erzählstil erst richtig deutlich wird. Dabei bedient sich die Autorin eines lockeren Schreibstils, der die Seiten nur so dahinschmelzen lässt. Die Beschreibungen der Umgebung wie z.B. auf dem Friedhof oder diverser Häuser sind absolut nachvollziehbar. Dabei verzichtet die Autorin auf seitenweise Ausführungen, ist aber trotzdem noch so detailliert, dass man als Leser ein klares Bild vor Augen hat. Die Atmosphäre ist greifbar.

Die Protagonistin ist aufgrund ihrer Dämonen authentisch. Sie ist keine typische Heldin, die sich normalerweise mit dunklen Gestalten herumschlägt, wächst aber trotzdem an ihren Aufgaben, was den Leser letztendlich auch überzeugt. Sie könnte ein Mädchen von nebenan sein, hütet aber trotzdem ihr Geheimnis, das ihr ganzes Leben bestimmt: die Geister, die sie nicht rief. Der Protagonist John Devlin ist da schon ein ganz anderes Kaliber. Er passt perfekt zu Amelia und man kann das Knistern zwischen den beiden von Anfang an spüren. Seine Verschlossenheit und teilweise schroffe Abneigung gegenüber anderen bieten die perfekte Ergänzung zur aufgeschlossenen Amelia.

Auch die Nebencharaktere überzeugen durch ihre kleinen Makel. Niemand entspricht einem Stereotypen, die man sonst üblicherweise in solchen Mystery-Thrillern findet. Bis zum Schluss tappt man absolut im Dunkeln, wer oder was eigentlich der Mörder ist und wie alles zusammenhängt. Die Autorin gibt gerade so viel von den Charakteren preis, dass sie interessant wirken und der Leser mehr erfahren möchte, was er nach und nach auch tun darf.  Sprachlich ist jeder Charakter glaubwürdig, weil hier eine Differenzierung stattfindet, die Spaß macht.

Das Fantasy(Mystery)-Element, was sich durchgängig durch den Roman zieht, sind diverse Geister und Schattenwesen. Wir haben es hier mit der klassischen Variante von übernatürlicher Wahrnehmung zu tun. So ist Amelia seit ihrem neunten Lebensjahr empfänglich für die Geister, die sich nicht von dieser Welt lösen können/wollen. Ich würde den Anteil zwischen Mystery und Thriller 40:60 aufteilen. Die Ermittlungsarbeit steht definitiv im Vordergrund, aber der Mysteryanteil spielt auf jeden Fall auch eine große Rolle und zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte. Mir persönlich haben die kleinen, aber feinen Geisterbegegnungen mehr als einmal einen Schauer über den Rücken gejagt.

Die Geschichte ist packend und absolut spannend erzählt. So wird beispielsweise das Rätsel um die bestialischen Morde nur Stück für Stück gelöst. Auch die Charakterzüge und Vergangenheiten der Protagonisten werden nur langsam ans Licht gebracht, sodass hier noch mal zusätzlich Spannung erzeugt wird. Durch die Sympathien zur Protagonistin fiebert man quasi ab der ersten Seite mit und wird bis zum Schluss nicht mehr los gelassen. Der Hinweis, dass die Geschichte von Amelia noch lange nicht zu Ende erzählt ist, lässt die Vorfreude auf Band 2 wachsen, der im Mai unter dem Titel Totenlichter erscheint.

Insgesamt konnte das Buch überzeugen und man darf sich auf den Folgeband freuen. Amelia ist eine sympathische Protagonistin, von der man gerne noch mehr lesen möchte. Ein spannender Fall, Geister der Vergangenheit und Gänsehaut machen das Buch zu einem Pageturner.

Ihre Meinung zu »Amanda Stevens: Totenhauch«

Kate zu »Amanda Stevens: Totenhauch«20.04.2016
Die Idee, die hinter der Geschichte steckt ist wirklich gut, aber das Ergebnis finde ich ein bisschen flach gehalten. Ich finde es ärgerlich das ständig erklärt wird warum sie sich von den Geistern fernhalten muss, welche Gefahren es für sie birgt. Aber gleichzeitig immer ,wie ein trotziges Kind, sich trotzdem,der für sie so schlimmen Gefahr aussetzt. Einige Lücken in der Geschichte bleiben auch (was hat es mit der Studentenverbindung nun auf sich ?). Ich lese gerade den zweiten Teil, ich hoffe der ist etwas Runder !
Blackfairy71 zu »Amanda Stevens: Totenhauch«23.10.2015
Ich muss sagen, dass ich von diesem Buch total begeistert bin. Das Thema Friedhöfe und Geister interessiert mich sehr und neben der spannenden Story, erfährt man noch viele interessante Dinge über Friedhöfe, Grabsteine, Symbolik usw.

Amelia Gray ist eine junge Frau Ende Zwanzig, die Geister sehen kann. Das Buch beginnt damit, dass sie erzählt, wie sie mit neun Jahren ihren ersten Geist sieht und ihr Vater ihr erzählt, dass sie dieselbe Gabe hat wie er. Und er schärft ihr Regeln ein, die sie unbedingt befolgen soll, damit sie in ihrer Welt überleben kann. Ganz wichtig ist, keinen Kontakt zu den Totengeistern zu haben, sie nicht direkt anzusehen und sie nicht wissen zu lassen, dass sie von ihrer Existenz weiß. Was zu einem Leben in ziemlicher Einsamkeit führt, da sie niemandem von ihrer Gabe erzählen kann.
Dann bittet sie Detective John Devlin um Hilfe. Auf dem Friedhof Oak Grove, den Amelia im Auftrag der Universität restauriert, wird eine "frische" Leiche gefunden. Und es soll nicht bei dieser einen bleiben.
Und auch Devlin selbst kann ihr gefährlich werden, denn er wird von seinen eigenen Geistern aus der Vergangenheit verfolgt. Und diese wollen ihn nicht so einfach freigeben. Somit ist Devlin für Amelia tabu, auch wenn sie sich sehr zu ihm hingezogen fühlt.
Schließlich macht Amelia eine Entdeckung, die sie selbst ins Visier des Mörders rückt.

"Totenhauch" ist, soweit ich gesehen habe, der Auftakt zu einer Trilogie um die "Friedhofskönigin" Amelia Gray. Mystery und Thriller in einem spannenden Mix mit einer sympathischen Heldin. Man kann sehr gut nachvollziehen, wie sie sich fühlen muss. Eine Gabe, gegen die sie nichts machen kann, die sie sich nicht gewünscht hat und die ihr Leben sehr einsam macht. Sie sehnt sich nach einem Partner in ihrem Leben, aber der einzige Mensch, den sie sich wünscht, bedeutet eine Gefahr für sie.
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