Ausgebrannt von Andreas Eschbach
Buchvorstellung und Rezension
- Fantasy
- Science-Fiction
- Horror
- Mystery
In Kürze:
Stellen Sie sich vor, der Liter Superbenzin würde über 4 Euro kosten. Ein Albtraum? Ja. Bloß wäre es erst der Anfang. Denn das Ölzeitalter wird nicht erst mit dem letzten Barrel enden. Es endet, sobald mehr verbraucht wird, als gefördert werden kann. Und dieser Moment ist näher, als die meisten ahnen. Das Problem: Niemand hat einen Plan für die Zeit danach. Auch Markus Westermann weiß von all dem nichts, als er es endlich in die USA geschafft hat und mit seiner Karriere voll durchstarten will. Als er Karl Walter Block kennen lernt, sieht er seine Chance gekommen. Der alte Öltechniker behauptet, dass in den Tiefen der Erde noch genug Öl für die nächsten tausend Jahre schlummert – und dass nur er die Methode kennt, wie man es findet. Er braucht nur noch einen kompetenten Geschäftspartner. Jemanden wie Markus. Nur allzu bereitwillig glaubt die Welt den Versprechungen des Duos. Nach ersten Erfolgen ist gar von einer Renaissance des Ölzeitalters die Rede. Doch der Schein trügt. Als in Saudi-Arabien das größte Ölfeld der Welt versiegt und die Saudis alles daransetzen, die erschreckende Wahrheit zu vertuschen, kommt es nicht nur im Nahen Osten zu Unruhen. Die Menschheit steht plötzlich vor ihrer größten Herausforderung. Das Ende der Welt, wie wir sie kennen, bahnt sich an. Einzig Markus ist überzeugt, das Ruder noch einmal herumreißen zu können …
Das meint Phantastik-Couch.de: „Bewährtes Erfolgsrezept erneut umgesetzt“
Science-Fiction-Rezension von Katharina Lewald
Heutzutage verbreiten die Medien beinahe täglich Informationen, die mehr oder weniger stark mit Erdöl zusammenhängen; dass das Erdöl bald ausgehen wird, scheint ein nur allzu vertrauter Gedanke für uns zu sein. Doch wann ist „;bald“;? Und was bedeutet es überhaupt – das „;Ende des Ölzeitalters“;?
Markus Westermann will hoch hinaus
Als Markus Westermann den langersehnten Karrierehimmel erklimmt, scheint sein größter Traum zum Greifen nahe: Markus möchte in den USA leben und arbeiten. Seine Firma schickt ihn ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, doch nur auf Zeit – der junge Mann hat nur wenige Wochen, um sich eine eigene Existenz in Amerika aufzubauen. Dies wolle er durch OPI und OPM schaffen – Other People’s Ideas und Other People’s Money.
Wenige Tage vor dem geplanten Rückflug nach Deutschland lernt Westermann den Öltechniker Carl Walter Block aus Österreich kennen. Er behauptet Unglaubliches: Es würde noch genügend Erdöl für tausend Jahre geben – und er, Block, wüsste, wie man es finden könnte. Nur das entsprechende Geld fehle ihm – da kommt Markus wie gerufen. Zusammen erobert das Duo mit der „;Block“;-Methode die moderne Welt – sowohl finanziell als auch in den Medien und in der Wissenschaft…
Klingt alles nicht sehr nach Wirtschaftsthriller, oder? Nicht ganz. Aber „;das Beste“; kommt natürlich noch. Plötzlich finden Markus‘ Schwester und ihr Mann heraus, dass das größte Ölfeld Saudi-Arabiens, das Ghawar-Feld, bald versiegen wird. Nach Bekanntwerden dieses Dilemmas bricht eine Hysterie aus. Die uns bekannte Welt, unser geliebter Wohlstand gerät aus den Fugen – und auch Markus wird ein dicker Strich durch dir Rechnung gemacht…
Lang, jedoch ohne Längen
Der neue Roman von Bestseller-Autor Andreas Eschbach, einem der erfolgreichsten deutschen Autoren überhaupt, steht seinen bisherigen Erfolgen wie „;Eine Billion Dollar“; oder „;Das Jesus Video“; in nichts nach. Gekonnt verknüpft er Realität, Fiktion und Fakten miteinander, sodass der Leser selbst kaum noch zwischen alledem unterscheiden kann. Selbst das Vorwort, in dem vorab erklärt wird, welche im Buch geschilderten Fakten und Vorkommnisse tatsächlich der Wahrheit entsprechen, lässt dem Leser bereits eine Gänsehaut über den Rücken laufen. Das bewährte Erfolgsrezept Spannung, Recherche und eine handfeste Story setzt Eschbach wiederholt in sehr guter Weise um, was nicht zuletzt auch die Bestseller-Listen belegen: Bis auf Platz 6 hat „;Ausgebrannt“; es bereits einmal geschafft (Hardcover Belletristik Bestseller im Spiegel vom 02.04.2007).
Manch einer mag von 750 Seiten Buch tränende Augen bekommen und denken: Das schaff ich ja nie! Doch Sie können sicher sein: Das schaffen Sie – und wahrscheinlich in nur einem Bruchteil der Zeit, die Sie glauben zu benötigen. „;Ausgebrannt“; ist unheimlich rasant geschrieben, die Seiten blättern sich fast selbstständig um – schlaflose Nächte sind garantiert. Und das nicht nur während der Lektüre – auch hinterher. Vor allem hinterher, denn dann werden Sie unsere Welt womöglich mit anderen Augen sehen. Zwar erklärte Eschbach selbst auf einer Lesung in Berlin-Pankow, dass es nicht seine Intention sei, die Leser zu ängstigen. Er wolle vielmehr eine unvorstellbare Situation vorstellbar machen, sodass unsere Angst vor allem Unbekanntem unserem Gehirn die Chance gibt, darüber nachzudenken – und zu handeln, so gut es jedem Einzelnen möglich ist.
Auch für Vielleser wird es überraschend sein, dass ein Autor es schafft durch verschiedene zeitliche Ebenen zu springen, ohne den Leser zu verwirren oder selbst durcheinanderzugeraten. Und obwohl man schon nach kurzer Zeit genügend Handwerkszeug hat, um sich einen Teil der großen Geschichte „;zusammenzureimen“;, wird das spannende Rätsel nur Stück für Stück enthüllt. Trotz alledem weiß der Leser jederzeit, in welcher Situation und in welchem zeitlichen Rahmen er sich befindet. Nicht viele Autoren schaffen das – für Eschbach scheint diese Praxis kaum mehr als eine Fingerübung zu sein.
Autor überzeugt auch als Mensch
Sollten Sie die Möglichkeit haben, Andreas Eschbach auf einer seiner Lesungen zu sehen, zögern Sie nicht, denn es wird amüsant werden. Die Lesung in Berlin-Pankow eröffnete der 48-Jährige mit den Worten: „;Ich werde ungefähr eine Stunde lesen in der Hoffnung, dass es Ihnen kürzer vorkommt. Aber so ist das bei Lesungen nun mal.“; Auch Eschbachs Fähigkeit, den österreichischen Dialekt nachzuahmen, erzeugte einige Lacher und seine Art vorzulesen überzeugte ebenfalls vollends. Die Zeit verging wie im Fluge und als endlich Fragen gestellt werden durften, beantwortete der gebürtige Ulmer diese ruhig und gefasst, jedoch fast immer mit einem Augenzwinkern.
Zwar wurde es bereits erwähnt, jedoch soll es an dieser Stelle noch einmal betont werden: „;Ausgebrannt“; trägt zu Recht den Untertitel „;Wirtschaftsthriller“;. Da der überwiegende Teil der im Buch verwandten Fakten der Realität entspricht und das Ergebnis von umfangreichen Recherchen seitens des Autors ist, kann man beim Lesen auch etwas lernen. Und weil es überhaupt nicht anstrengend ist, sondern Spaß macht und unterhält, hat dieses Buch einen Vorteil gegenüber vielen anderen. Außerdem dreht sich die Story um unsere heutige Zeit, weshalb man mit einem Teil des Wissens auch durchaus etwas anfangen kann.
„;Ausgebrannt“; ist für mich persönlich schon jetzt eines der Bücher des Jahres 2007. Nach der Lektüre werden Sie sämtliche Medienberichte zum Thema Erdöl mit anderen Augen sehen und einen kleinen Teil des großen Puzzles namens Weltwirtschaft besser verstehen. Es lohnt sich!
Ihre Meinung zu »Andreas Eschbach: Ausgebrannt«
| guidobillstein zu »Andreas Eschbach: Ausgebrannt« | 12.02.2010 |
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| Anita Eitelhuber zu »Andreas Eschbach: Ausgebrannt« | 01.09.2009 |
| DJ zu »Andreas Eschbach: Ausgebrannt« | 15.07.2009 |
| uschi-aus-w zu »Andreas Eschbach: Ausgebrannt« | 18.04.2009 |
| Keera zu »Andreas Eschbach: Ausgebrannt« | 26.10.2008 |
| Rolf.P zu »Andreas Eschbach: Ausgebrannt« | 16.03.2008 |
| Tobias zu »Andreas Eschbach: Ausgebrannt« | 15.11.2007 |
| Veit zu »Andreas Eschbach: Ausgebrannt« | 19.07.2007 |
| Martin Krämer zu »Andreas Eschbach: Ausgebrannt« | 11.06.2007 |
| Frank zu »Andreas Eschbach: Ausgebrannt« | 20.05.2007 |
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