Quest von Andreas Eschbach

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2001, 523 Seiten.ISBN nicht vorhanden.

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In Kürze:

In ferner Zukunft haben die Menschen Tausende von Welten im All besiedelt und sind dabei auf zahllose fremde Lebewesen gestoßen. Und doch hat sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass alles Leben im Universum miteinander verwandt ist und dass es einen Planeten geben muss, auf dem dieses Leben einst seinen Anfang nahm. Dies ist die Geschichte des Raumschiffkommandanten Eftalan Quest, der sich aufmacht, diesen sagenhaften Ort des Ursprungs zu suchen …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Auf der Suche nach dem Planeten allen Ursprungs“77

Science-Fiction-Rezension von Peter Kümmel

„Die wohl erstaunlichste Entdeckung, die Menschen machten, als sie aufbrachen, um den Weltraum zu erkunden, war die, dass alles Leben im Universum miteinander verwandt ist.“

Mit diesem Satz beginnt Andreas Eschbachs Roman „Quest“. Das heißt also, die unendliche Vielfalt an Lebensformen, die im Universum existent ist, basiert durchweg auf Kohlenstoffverbindungen und ist irgendwann einmal auf irgendeinem Planeten in den Weiten der Galaxien entstanden. Von diesem „Planeten allen Ursprungs“ berichtet eine Legende, die seit Urzeiten existent ist. Und diese Legende erzählt ferner, es sei möglich, auf diesem Planeten Gott zu begegnen. Doch bislang ist es noch keinem gelungen, diesen Planeten zu finden.

Nun, da das Reich Gheera von der Machtgier des übermächtigen Sternenkaisers bedroht ist, sieht der herrschende Pantap die einzige Chance, den Untergang des Reiches zu verhindern, darin, diesen Planeten des Ursprungs zu finden. So entsendet er das gewaltige Raumschiff MEGATAO unter der Leitung des charismatischen Kommandanten Eftalan Quest, ein Koloss von einem Mann, der jedoch schon bessere Tage gesehen hat, um den unmöglich erscheinenden Auftrag auszuführen.

Ausgangspunkt der Reise ist das Pashkanarium, der Tempel allen Wissens. Ein unabhängiger, keiner Nation zugehöriger Mönchsorden, der auf einem eigenen Planeten angesiedelt ist. Unter der Vorhut des Ersten Verwesers Dawill, dem Stellvertreter des Kommandanten, sowie des Tennants Kuton, sozusagen der Historiker des Raumschiffs, die getarnt als Touristen die streng gesicherte Festung unter der Führung des Ordensnovizen Bailan erkunden sollen, startet die MEGATAO einen kriegerischen Angriff auf das Pashkanarium, um dort in das Allerheiligste einzudringen und die von der Bruderschaft streng gehüteten Schriften über das geheimste Wissen zu rauben. Um die erbeuteten Schriften übersetzen zu können, entführt man auch gleich Bailan, der sich in sein Schicksal fügt, da er sowieso nur Erniedrigung zu fürchten hätte, weil er sich der Gewalt beugte, anstatt sich zu wehren und sein Leben zu opfern, wie es die Pflicht von ihm verlangt hätte.

Und damit beginnt eine lange Reise über Galaxien hinweg auf der Suche nach dem Planeten allen Ursprungs …

Erst spät wird „Quest“ zum Leseerlebnis

Die Erstausgabe von „Quest“ erschien 2001 bei Heyne. Nun, acht Jahre danach, wurde das Manuskript für die Neuauflage bei Bastei-Lübbe vom Autor noch einmal durchgesehen und überarbeitet.

Das Reich Gheera kennt der aufmerksame Eschbach-Leser bereits aus einem anderem Roman, nämlich aus dessen Erstlingswerk „Die Haarteppichknüpfer“. Dies ist jedoch – außer einer kurzen Bemerkung über einen Haarteppich – auch schon die einzige Verbindung zu diesem Roman, denn „Quest“ ist zeitlich einige tausend Jahre früher angesiedelt.

Nach einer langen Epoche als republikanisches Reich ist Gheera wieder zur Monarchie zurückgekehrt. Streng nach drei Schichten eingeteilt leben die Menschen – auch örtlich getrennt – auf der MEGATAO. Die Edlen als adelige Führungsschicht, die Freien, die zwar wie der Erste Verweser Dawill auch Führungsaufgaben übernehmen können, aber dennoch nicht die gleichen Rechte und vor allem nicht das gleiche Ansehen haben, sowie die Niederen, Menschen ohne Rechte für die – wie es der Name sagt – niederen Aufgaben.

Die Reise der MEGATAO beginnt für den Leser sehr langatmig, um nicht zu sagen langweilig. Denn den Sinn der mysteriösen Reise behält nicht nur der Autor dem Leser gegenüber, sondern auch Kommandant Quest seiner Mannschaft gegenüber für sich. Was erhofft Quest bzw. der herrschende Pantap dort zu finden? Wie soll diese lange Reise hilfreich sein, um gegen den übermächtigen Sternenkaiser bestehen zu können? Für die Antworten auf diese Fragen wird der Leser einige hundert Seiten auf die Folter gespannt. Und diese Antworten werden völlig anders ausfallen, als sich dieser erwartet hat.

Eschbach bietet mit „Quest“ eine Space Opera mit gigantischen Raumschiffen und abwechslungsreichen phantastischen Welten. Fremde Wesen, die so gar keinen menschlichen Vorstellungen entsprechen sowie architektonische Meisterleistungen zeugen von seinem übersprudelnden Ideenreichtum.

Lange Zeit jedoch wirken seine Charaktere überaus flach. Der Erste Verweser Dawill, der Tennant Kuton, der Erste Pilot Murtak – sie alle wirken schablonenhaft und werden erst in der zweiten Hälfte des Buches vertieft. Einzig die Erste Heilerin Vileena sowie der Novize Bailan erscheinen dem Leser schnell recht vertraut. Die überraschendste Figur jedoch bleibt der Kommandant Eftalan Quest, zu keiner Zeit als Protagonist der Handlung erkennbar, geschweige denn ein Sympathieträger. Von Beginn an durch seine schwere Krankheit – die er jedoch der Mannschaft gegenüber verschweigt – gezeichnet, schleppt sich der schwergewichtige Kommandant durch die komplette Handlung. Auch psychisch ist Quest nach der Vernichtung der gesamten Bevölkerung seines Heimatplaneten, für den er die Verantwortung trug, ein Wrack. Erst spät bekommt man eine Ahnung über die Intention des Kommandanten für die Reise.

Konfliktpotential ist auf dem riesigen Raumschiff genügend vorhanden, so zwischen Dawill und Murtak oder zwischen Vileena und Uboron, wird aber leider nur angerissen. Quests Befragung der beiden Heiler ist im Sande verlaufen. Hier hat der Autor zu sehr geradaus geblickt und leider einige Nebenstränge quasi verschenkt.

Die Rolle eines wirklichen Sympathieträgers bleibt in diesem Roman vakant. Mit Abstrichen taugen noch Bailan, Dawill oder der erst später ins Rampenlicht tretende Smeeth, der Mann aus der Vergangenheit, für diese Rolle. Das Fehlen einer solchen Figur dürfte mit der Grund dafür sein, dass die Handlung doch recht lange vor sich hin dümpelt. Erst in der zweiten Hälfte kann diese Fahrt aufnehmen. Nun, wo man dem Planet des Ursprungs doch immer näher kommt, kommt es zu philosophischen Exkursen und es offenbaren sich einige überraschende Dinge, die „Quest“ doch noch zu einem Leseerlebnis machen, das man lange Zeit so nicht erwarten konnte.

Ihre Meinung zu »Andreas Eschbach: Quest«

Cathrin zu »Andreas Eschbach: Quest«19.06.2014
Stilistisch ist das ein angenehmes Buch, inhaltlich kann es leider nicht halten, was es verspricht. So ist das ganze Drumherum der Odyssee durch den Weltraum, die Charaktere und sozialen Strukturen auf dem Raumschiff zwar liebevoll gestaltet und es taucht so manche interessante philosophische Fragestellung auf, doch die Auflösung ist einfach nur schwach. Die Suche erweist sich am Ende als sehr enttäuschend, um so mehr, da davon ja auch die Zukunft des Reiches abhing, nicht nur die persönliche von Quest. Ich fühlte mich nach dem Umschlagen der letzten Seite jedenfalls ein bißchen verschaukelt.
Beverly zu »Andreas Eschbach: Quest«17.03.2012
"Quest" spielt 20 000 Jahre vor den "Haarteppichknüpfern" in der gleichen Galaxis. Der Herrscher dieser Galaxis - der Pantap - sitzt bräsig und selbstzufrieden auf seinem Thron und ahnt noch nichts von dem Schicksal, das ihn in "Die Haarteppichknüpfer" erwartet. "Quest" ist ein Prequel, anders und doch mindestens ebenso gut die so oft gelobten "Haarteppichknüpfer". Andreas Eschbach entwirft hier das Panorama der Menschheit einer fernen Zukunft, die sich zuerst mit Generationenraumschiffen, dann mit Überlichtantrieb im Kosmos ausgebreitet hat.
Obwohl es da düster zugeht und noch düsterer zu werden verspricht, hat der Hintergrund für mich "Quest" ebenso zu einem Leseerlebnis werden lassen wie die Handlung selbst.
Fazit: Ein Roman, der zu dem Besten gehört, was in der Space Opera geschrieben wurde.
Inga zu »Andreas Eschbach: Quest«02.10.2008
Ich habe "Quest" vor einiger Zeit auf einem Trödelmarkt erstanden, weil ich sehr gern Space Operas lese. Ich habe es verschlungen und behalten, was bei mir nicht jedes Buch schafft.
Gleich zu Anfang der Rezension sollte ich allerdings sagen, dass dies ein Werk Eschbachs ist, das sehr geteilte Echos hervorrufen kann. Der obrige Inhaltstext ist leider kaum aussagefähig, denn er klingt dröge und abgedroschen.

Wir befinden uns mit der Crew der Megatao in Gheerh (das Lesern des Erstlingswerks "Die Haarteppichknüpfer" dem Namen noch vage bekannt vorkommen sollte). Die Zeit ist allerdings mindestens zehntausend Jahre vorher, d.h. es regiert eine Art Galaxiefürst über Gheerh und die Megatao ist eines seiner größten Schiffe. Über 2000 Menschen (der drei Gesellschaftsklassen alias Edle (=hohe Offiziere/Adlige), Freie und Niedere (alias Unfreie). Die Sichtperspektive wechselt im Buch, aber das stört nicht sehr.

Es beginnt alles mit einem Besuch der größten Bibliothek Gheerhs, die einen eigenen Planeten besitzt und extraterritorial ist. Schon allein diese Einleitung aus Sicht eines Novizen ist es wert, das Buch gelesen zu haben. Danach entspinnt sich die Handlung, bei der der todkranke Eftalan Quest nach dem Planeten des Ursprungs sucht.

Entweder man findet das Buch als Leser toll oder aber langatmig und öde, denn natürlich dauert die Suche lange. Gerade das Ende ist sehr wunderbar, weil es in seiner Philosophie das wirkliche Leben meiner Ansicht nach sehr schön wiederspiegelt.

Schwerwiegende Kritik muss ich eigentlich nur an der manchmal leider sehr flachen Sprache und der Offenheit des spezifischen Endes der Hauptcharaktere üben.
Christof zu »Andreas Eschbach: Quest«24.09.2008
Von diesem Buch hatte ich mir eigentlich mehr erwartet, auch, weil so ein "HYPE" um A. Eschbach gemacht wird. Manche seiner Beschreibungen finde ich gut, aber leider nur stellenweise spannend. Als es zum Wendepunkt der Geschichte kommt wurde ich enttäuscht (genauso, wie die Mannschaft von Quest) und hatte fast keine Lust mehr weiterzulesen. Nette Ideen, die anscheinend bei dem Bastei-Groschenroman "Sternenfaust" schon einmal zu lesen waren, natürlich in anderer Form.
Alles in allem ein Roman, der auch ein B-Movie hätte sein können, oder werden wollen.
Rolf.P zu »Andreas Eschbach: Quest«01.03.2008
Witzig und intelligent wird man in eine interessante und auf seltsame Weise bekannt-fremdartige Welt entführt.
Immer wieder findet man bei lesen Grund zum schmunzeln, aber auch zum Nachdenken.
Die Charaktere sind sehr gut gezeichnet und immer für eine Überraschung gut, wenn man glaubt, sie zu kennen. Wie auch bei allen anderen seiner Bücher kann man sich von diesem Buch einfach nicht lösen, ehe man es durch hat.
Die Story ist wieder einmal eine völlig andere als alle vorherigen Romane von ihm.
Sollten sie also ein Buch suchen, das sowohl unterhaltsam als auch anspruchsvoll und inspirierend ist, kann ich Ihnen Andreas Eschbachs "Quest" nur wärmstens empfehlen!
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