Der Dämon des Kriegers von Ari Marmell

Buchvorstellungund Rezension

Der Dämon des Kriegers von Ari Marmell

Originalausgabe erschienen 2010unter dem Titel „The Conqueror´s Shadow“,deutsche Ausgabe erstmals 2011, 544 Seiten.ISBN 3-442-26783-8.Übersetzung ins Deutsche von Wolfgang Thon.

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In Kürze:

Gerade noch rechtzeitig kann Cerris verhindern, dass ein Trupp Söldner seine Familie ermordet. Widerwillig muss er sich eingestehen, dass ihn seine düstere Vergangenheit eingeholt hat. Denn einst war er der Kriegslord Corvis Rebaine, der mit seiner Armee aus Ogern und Barbaren die zivilisierten Reiche erschütterte. Um seine Liebsten zu schützen, sammelt Cerris erneut Menschenfresser, Hexen und Söldner um sich. Doch diesmal will er die zivilisierten Reiche retten – und wenn er sie dafür vernichten muss!

Das meint Phantastik-Couch.de: „Abenteuer-Fantasy – das Rollenspiel lässt grüßen“55

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Corvis Rebaine, der Schrecken des Ostens, wie man den Heerführer vor fast zwanzig Jahren auch nannte, hat sich zur Ruhe gesetzt. In einem kleinen Dorf weitab der großen Städte hat er, der einmal das Imperium beinahe erobert und sich zum Herrscher aufgeschwungen hätte, sein Glück gefunden. Eine liebevolle Frau an seiner Seite, zwei Kinder und ein Heim, was braucht es mehr, zum glücklich sein?

Selbst die Quelle seiner magischen Kraft, den in einem Diamanten gefangen gesetzten Dämon, hat er – sicher aufgehoben versteht sich – abgelegt. Doch wie das Schicksal, unfreundliche Zeitgenossen mit allzu viel Ambitionen und die Dämonen selbst es wollen, ist sein Glück nur von beschränkter Dauer. Einmal mehr macht eine Armee aus Söldnern und Magiern sich auf, das Reich mit Krieg zu überziehen. Vordergründig geht es um die Herrschaftsbürde, doch in Wirklichkeit ist die Schlange, wie Audriss sich nennt, hinter einem verschollenen Zauberbuch, das seinem Besitzer die ultimative Macht verleiht, her. Und er weiß, dass er ohne die – unfreiwillige – Hilfe von Corvis sein Ziel nicht erreichen wird.

Eine Gruppe marodierenden Söldner entführt Corvis´ Tochter, und unser Recke macht sich einmal mehr auf, die alte Dämonenrüstung anzulegen, seine Gefährten zu sammeln und den Kampf aufzunehmen – ein Kampf aber, der von den Dämonen geschickt hintertrieben und für eigene Zwecke missbraucht wird …

Das Potential nicht ganz ausgereizt

Was Ari Marmell hier als ersten Band eines Zweiteilers – Die Tochter des Kriegers folgt im Dezember 2011 – vorlegt, das kann man getrost in die Rubrik der Romane, die sich der typischen Rollenspiel-Szenarien bedienen, einreihen.

Wir haben unseren eigentlich edlen Recken, der sich aber auch nicht scheut, um seine Ziele zu erreichen, Unschuldige über die Klinge springen zu lassen. Ihm zur Seite steht ein allen Klischees zuwiderlaufender Oger, eine menschenfressende Zauberin und ein aufmüpfiger, intriganter Dämon. Zusammen mit ihren geschickt requirierten Truppen ziehen sie gegen den Aggressor.

Die durchaus spritzigen, zum Teil recht vergnüglich und lustig zu lesenden Dialoge Corvis´ und seines Dämons sind eines der Highlights des Buches. Marmell hat seinen Dämon überzeugend ausgestaltet. Dieser trinkt schon einmal die Seelen aller Menschen eines ganzen Wirtshauses inklusiver der Kinder der Huren, um zu Kräften zu kommen, und sucht immer wieder seinen Herren und Meister dazu zu verleiten, Böses zu tun. Auch Corvis selbst handelt nach dem Motto „Der Zweck heiligt die Mittel“. Immer hat er das große Ziel vor Augen, Kollateralschäden nimmt er auf dem Weg dorthin in Kauf.

Die einzelnen Kapitel beginnen immer mit Rückbesinnungen auf die Zeit, als Corvis noch der Schrecken des Ostens war und dokumentiert dem Leser auf diese Art und Weise langsam und nachvollziehbar das damalige Geschehen, das in die laufende Handlung ausstrahlt.

Der Plot selbst ist spannend und kurzweilig aufbereitet, es gibt auf dem Weg ins Finale viele Geheimnisse zu enthüllen und Kämpfe zu bestehen. Finstere Gegner tauchen auf und müssen bezwungen werden, das Abenteuerliche steht im Zentrum des Buches.

Nicht ganz gelungen ist dagegen die Zeichnung der Figuren. Diese bleiben, von einigen wenigen Ausnahmen abgesehen, relativ flach und stereotyp. Hier zieht sich der Autor ganz auf seinen Rollenspiel-Hintergrund zurück, ohne den Vorlagen wirklich Eigenständiges beizugeben.

Insgesamt daher ein zwar spannend und kurzweilig zu lesendes, letztlich aber austauschbares Buch, das sein Potential leider nicht ganz zu nutzen weiß.

(Carsten Kuhr, September 2011)

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