Die nächste Begegnung von Arthur C. Clarke

Buchvorstellungund Rezension

Die nächste Begegnung von Arthur C. Clarke

Originalausgabe erschienen 1991unter dem Titel „The Garden of Rama“,deutsche Ausgabe erstmals 1992, 320 Seiten.ISBN 3-404-24383-8.Übersetzung ins Deutsche von Roland Fleissner.

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In Kürze:

In Kürze: Götterdämmerung im Weltall. Ein übermächtige Intelligenz beherrscht die Galaxis. Sie schickt ihre automatischen Schiffe aus, um Spezies, die im Begriff sind, die Schwelle zum Weltraum zu über-schreiten, auf ihre Tauglichkeit für die interstellare Gemeinschaft zu überprüfen. Diesmal ist es die menschliche Rasse, die getestet wird. Ihr Abschneiden ist katastrophal. Sie erweist sich als arrogant und aggressiv. Wird ihr der Raum verschlossen bleiben? Wird sie gar ausgelöscht werden, weil sie gemeingefährlich ist?

Das meint Phantastik-Couch.de: „Eine außergewöhnliche Reise“80

Science-Fiction-Rezension von Holger Schmidt

Verfasste Science-Fiction-Altmeister Arthur C. Clarke „Rendezvous mit Rama“ noch im Alleingang, musste er bei der anschließenden, weiterführenden Trilogie auf eine Zusammenarbeit mit dem Autor Gentry Lee zurückgreifen. Der gemeinsam verfasste Teil 2 des Rama-Zyklus endete mit einem Cliffhanger. Dementsprechend gespannt kann der Leser auf die Fortsetzung dieses Klassikers in deutscher Neuauflage sein.

Die Geschichte Ramas

Bereits im 22. Jahrhundert hatte eine Gruppe von Astronauten Kontakt mit einem extraterrestrischen Raumschiff. Das scheinbar per Autopilot gesteuerte Schiff gab jedoch seine Geheimnisse nicht preis. Unverrichteter Dinge mussten die Menschen aus Rama 1 flüchten, bevor das Schiff unser Sonnensystem wieder verließ.

Als viele Jahre später ein zweites Raumfahrzeug auftauchte, war die Menschheit besser vorbereitet. Diesmal konnten speziell für einen Erstkontakt trainierte Forscher Rama 2 erreichen. Unter den Astronauten waren auch Nicole de Jardins und Richard Wakefield. Gemeinsam mussten sie sich mit anderen Missionskollegen auseinandersetzen, die rein egoistische Gründe auf dieser wichtigen Mission verfolgten. Nachdem das geheimnisvolle Schiff plötzlich die Erde direkt ansteuerte, wurde seitens der Regierung ein atomarer Präventivschlag vorbereitet. Den Forschern blieb nicht viel Zeit, Rama 2 zu verlassen und so mussten vermisste Gruppenmitglieder ihrem Schicksal überlassen werden. Auf der Erde nimmt man seit der erfolgreichen Detonation an, dass Richard und Nicole sowie Michael O’Toole bei der Explosion umgekommen sind.

Doch die vermissten Forscher haben überlebt und auch das Schiff ist unbeschädigt geblieben. Als Rama 2 das Sonnensystem verlässt, befinden sich die drei Menschen an Bord. Unfähig in die Steuerung des Schiffes einzugreifen, können sie nur abwarten, wohin die Reise Ramas sie führen wird. Den Astronauten steht ein unglaubliches Abenteuer bevor, bei dem sie auch eine riesige Raumstation der Erbauer Ramas besuchen werden. Scheinbar sind die Fremden daran interessiert, mehr über alle intelligenten Spezies des Weltraums zu erfahren. Während die Menschen als Versuchskaninchen herhalten müssen, stellen sie sich immer wieder eine Frage: Was wollen die geheimnisvollen Erbauer Ramas wirklich?

Struktur und Schwerpunkte

Wichtigstes Merkmal dieses Buches ist seine Aufteilung in recht unterschiedliche Kapitel: Den Anfang macht ein fiktives Tagebuch Nicoles, das – logischerweise – aus der Ich-Perspektive die Geschehnisse während der Reise erzählt. Teil 2 widmet sich der Erforschung einer fremden Raumstation und wird nun in der gewohnten Erzählsicht geschildert. Weitere Kapitel erzählen von der Rückkehr zur Erde und einer Anwerbung geeigneter Probanden für die unbekannten Zwecke Ramas.

Wie schon in „Rendezvous mit Übermorgen“ liegt der Schwerpunkt dieses Buches eindeutig auf den zwischenmenschlichen Konflikten. Eine systematische, die zahlreichen Geheimnisse enthüllende Erforschung Ramas bleibt aus. Während ihrer Reise zu einem ungewissen Ziel bekommt Nicole mehrere Kinder unterschiedlicher Väter. Für den Leser wirkt die Entscheidung für eine Familie aufgrund der ungewissen Zukunft der Protagonisten teilweise etwas unglaubwürdig. Der langsam wachsende Wakefield-Clan spielt jedoch eine wichtige Rolle für den weiteren Verlauf der Handlung.

Lediglich der zum Ende des Buches führende Handlungsbogen will mit seinem Abschluß nicht recht überzeugen. Viele andere, besser ausgeklügelte Spannungsbögen basieren auf den erwähnten zwischenmenschlichen Konflikten. Diese deuten sich durch die Auswahl von Menschen aus allen Gesellschaftsschichten schon an und spitzen sich im Lauf der Reise weiter zu. Eine eindeutige Stärke dieses Buches. Auf wissenschaftliche Plausibilität wird wenig Wert gelegt. Abenteuerliche Forschungsausflüge in die Weiten der fremden Raumfahrzeuge stellen die wenigen Science-Fiction-Elemente des Buches dar. Nicht jeder Science-Fiction-Leser fühlt sich bei diesen Schwerpunkten wirklich zuhause.

Mehrere unglaubwürdige Entscheidungen der Figuren mildern den Lesespaß etwas. Die weitergeführte Mystifizierung der Erbauer Ramas hält die Spannung jedoch weiterhin aufrecht. Die Story an sich ist außergewöhnlich und bietet eine Reihe unerwarteter Entwicklungen. Wer einen SF-Roman im besonderen über Menschen (in ungewöhnlichen Situationen) sucht, findet in diesem Buch eine interessante Alternative. Fazit: Kein herausragendes Highlight, jedoch gute SF-Unterhaltung.

Ihre Meinung zu »Arthur C. Clarke: Die nächste Begegnung«

R.Daneel zu »Arthur C. Clarke: Die nächste Begegnung«22.12.2014
Ich verstehe auch hier die hohe Bewertung nicht. So, wie die Teilnehmer alles, was geschieht, annehmen, ist es einfach nicht glaubwürdig. Ich glaube einfach nicht, dass man nach 13 Jahren in einem Raumschiff, einfach mal sagt "He, wir werden abgeholt", worauf alle sagen, "Klar, fünf Minuten". Das Buch ist schlicht viel zu lang. Man kann ohne weiteres auf Seite 150 einfach einsteigen, alle vorherigen Infos haben mit der Story nichts zu tun. Auch das Sexualleben (2 Männer, eine Frau), und der Drang, logisch über Inzucht zu schreiben empfinde ich als verstörend, denn auch dies hat mit dem Ausgang des Buches nichts zu tun. Schade, die Space Odyssey Reihe hat mir Hoffnung auf Clarke gemacht, aber mit dieser Reihe mich als Fan verloren, leider, wie oft, extrem langweilig geschrieben, sehr oft viel zu trocken. Die Ideen sind genial, aber die Schreiber verlieren sich rasch in Erklärungen die alles viel zu langatmig machen. Seitenlag über ein weisses Blatt Papier schreiben, aber in knapp einem Satz lässt sich dann immer alles auflösen...bäh...
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