Rendezvous mit Übermorgen von Arthur C. Clarke

Buchvorstellungund Rezension

Rendezvous mit Übermorgen von Arthur C. Clarke

Originalausgabe erschienen 1989unter dem Titel „Rama II“,deutsche Ausgabe erstmals 1991, 602 Seiten.ISBN 3-404-24380-3.Übersetzung ins Deutsche von Roland Fleissner.

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In Kürze:

In Kürze: Im Jahr 2200 – sieben Jahrzehnte nachdem das erste RAMA-Raumschiff einer außerirdischen Intelligenz das Sonnensystem durchquert hat – taucht ein zweites Raumschiff auf. Niemand kennt die tödlichen Gefahren, die in RAMA II verborgen sind. Die von der Erdregierung ausgerüstete Expedition ins Innere des fremden Raumschiffs fördert das ungeheuere Ausmaß der Bedrohung zutage …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Die Neu-Interpretation eines Klassikers“82

Science-Fiction-Rezension von Holger Schmidt

„Die Ramaner machen alles dreifach...“
...war der letzte Satz in dem Klassiker „Rendezvous mit Rama“. Laut Arthur C. Clarke nur eine spontane Eingebung und kein Hinweis auf eine eventuelle Romantrilogie. 1989 war es dann doch soweit, mit dem Autoren Gentry Lee schrieb Clarke nun doch – entgegen früherer Dementi – eine Fortsetzung.

Eine zweite Chance

Das erste Anzeichen für außerirische Intelligenzen traf die Menschheit vollkommen unvorbereitet. Dadurch, dass der Kurs des plötzlich auftauchenden Schiffes das irdische Sonnensystem nur kurz streifte, blieb der Menschheit nicht viel Zeit eine Forschungsmission zu entsenden. Kurzerhand kontaktierte man also das am nächsten gelegene Schiff, welches eine Erforschung des fremden, auf den Namen 'Rama’ getauften Raumschiffes, vornahm. Doch nach dieser ersten Mission blieben viele Fragen offen. Woher kam das Schiff? Wer hatte es erbaut? Und welchem Ziel flog es entgegen?

Als siebzig Jahre nach der ersten Rama-Mission wieder ein fremdes Schiff auftaucht, werden sofort umfangreiche Vorkehrungen getroffen. Diesmal will die Menschheit die Gelegenheit nicht verpassen, hinter das Geheimnis von Rama zu kommen und vielleicht sogar Kontakt mit der Intelligenz herstellen, die diese Schiffe vor langer Zeit auf ihre einsame Reise geschickt hat. Ein Team bedeutender Experten wird zusammengestellt.

Während sich die zukünftigen Astronauten also auf diese wichtige Mission vorbereiten, müssen sie sich auf der Erde mit ganz anderen Problemen herumschlagen. Nach einer langen Krise hat sich die Weltwirtschaft gerade erst erholt, viele Weltraumprojekte wurden völlig eingestellt. Um eine Finanzierung der neuen Mission zu ermöglichen, ist – wie stets in der Raumfahrt – eine positive Öffentlichkeitsarbeit von Nöten. Prädestiniert für diese Aufgabe scheint das Ex-Model Francesca Sabatini, die als Reporterin mit an Bord sein soll. Immer auf der Suche nach einer Sensation, mit der sie ihr Publikum bei der Stange halten kann, durchwühlt Francesca die Vergangenheit der bunt zusammen gewürfelten Crew. Ihre eigenen dunklen Geheimnisse versteht sie dabei jedoch gut zu hüten.

Auch der exzentrische David Brown sorgt für einige Unruhe in der Gruppe. Nach seiner Meinung ist niemand anderes als er selbst dazu in der Lage, das Team anzuführen. Seine Gegenspieler dabei sind Richard Wakefield, das unumstrittene Genie unter den Astronauten und die Schiffsärztin Nicole de Jardins, die „Stimme der Vernunft“ in der bunten Riege von Exzentrikern und Eigenbrötlern.

Die schwere Bürde der Fortsetzung

Viele Hard-SF-Romane pflegen eine eher unterkühlte, steifmütterliche Behandlung ihrer Figuren. So auch in „Rendezvous mit Rama“, dem ersten Buch der Reihe. Während in Band Eins zukünftige Astronauten mehrere Ehefrauen hatten, die sogar voneinander wussten und friedlich koexistierten, machen es sich die Autoren bei den zwischenmenschlichen Beziehungen in diesem Buch nicht ganz so einfach. Im Gegenteil, in Rama-Zwei menschelt es gewaltig. Die ersten zweihundert Seiten erzählen lediglich von den Missionsvorbereitungen und beleuchten zahlreiche Aspekte der vielschichtigen Figuren.

Natürlich stellt sich die Frage, ob ein Buch wie „Rendezvous mit Rama“ überhaupt einer Fortsetzung bedarf. Am besten schneidet dieser zweite Band ab, wenn man ihn nicht als traditionelles Sequel betrachtet, sondern als einen alternativen Roman, eine Art „Rendezvous mit Rama B“. Das Buch baut nur wenig auf den Ereignissen des ersten Bandes auf, muss sich dem zweifelhaften Ruf, den Romanfortsetzungen meist genießen, also kaum stellen.

Für diesen Band wurde die im ersten Buch beschriebene Zukunft etwas überarbeitet. Man hat beinahe des Gefühl, die Autoren hätten die gesamte menschliche Geschichte seit dem erste Zusammentreffen mit „Rama“ konstruiert, bzw. umarrangiert, um die Bühne für das vorliegende Buch überhaupt erst zu schaffen. So ergeben sich durch die wieder konservativere Ausrichtung der Gesellschaft nach einer schweren Krise viele interessante philosophische Dilemma, wenn plötzlich die Existenz außerirdischen Lebens bewiesen wird. Jedoch meint man als Leser hierbei noch die unausgefüllten Fugen des literarischen Mosaiks ertasten zu können.

Ein Hauch von Hollywood

„Rendezvous mit Übermorgen“ ist ein durchaus eingeständiges Buch. Mit einem Hauch von Hollywood- Dramatik erzählen die Autoren die Schicksale der markanten Charaktere. Neben den vielschichtigen und interessanten Figuren, die sich so manchem Dilemma und skrupellosen, menschlichen Gegner stellen müssen, verfolgt der Leser auch noch die spannende Erforschung des fremden Schiffes.

Alles in allem ein guter SF-Roman, voller im Gedächtnis des Lesers haften bleibender Ideen. Auf „Die nächste Begegnung“ darf man gespannt sein.

Ihre Meinung zu »Arthur C. Clarke: Rendezvous mit Übermorgen«

R.Daneel zu »Arthur C. Clarke: Rendezvous mit Übermorgen«22.12.2014
Ein Problem haben die Bücher von Clarke grundsätzlich: sie sind langweilig geschrieben! Man merkt, dass er ein Doktor war. Grundsätzlich ist alles immer nachvollziehbar, jedoch: in allen Rama-Büchern werden auf mindestens 200 (von 600) Seiten irgendwelche Details zu erlebtem von den Protagonisten erzählt. Nicole nimmt zB einmal einen Drogentrunk der ihr helfen soll, aus einer Misslichen Lage zu kommen. Ich habe nachgezählt: auf über 60 Seiten wird beschrieben, wie sie dieses Fläschchen erhält, im Buch wird der Trunk dann genommen und gut ist. Ein Satz...nach 60 Seiten Vorbereitung. Gegen Ende super, wirklich, aber man hätte, wie praktisch alle Bücher von Clarke, die knapp 2000 Seiten der vier Bücher auf 400 zusammenfassen können und man hätte einen extrem guten Roman. Leider, und dies muss ich nach zig Clarke Büchern sagen, sind seine Bücher zu lesen langweiliger als Bücher von Brin. Das letzte Theorem ist das Beste Beispiel für ein Buch, bei dem man nach dem Lesen weniger weiss, als davor. Es hat weder eine wirkliche Linie noch eine interessante Handlung. Auch hier wird im Buch vieles versprochen, dass dann, nach hunderten von Seiten, entweder gar nicht oder in einem Satz aufgelöst wird. Ich lese den Zyklus zu Ende, aber empfehlen würde ich Clarke im grossen und ganzen nicht.
Michael Zöllner zu »Arthur C. Clarke: Rendezvous mit Übermorgen«13.10.2014
Es ist so leicht ein Buch zu kritisieren. gerade weil ich glaubte die gründe für die schwäche dieses Buches erkannt zu haben. Ich wollte die Autoren als opfer der gierigen verlage sehen.

So hatte ich mir während des Lesens vorgenommen Meine Kritik in eine Posse zu kleiden. Es war meine Vorstellung in der Ein Marketing Direktor beiden Autoren mit dem Hinweis auf neuste Trennt Forschung ständig untersagte ihre guten Ideen in den Roman zu schreiben.

Also etwa so:

Was soll denn das mit den besiedelten Planeten. die Leute wollen, sagt unsere Marketing Abteilung
lieber über vertraute Verhältnisse. Das liest sich ja wie ein Sf. Roman. Nehmt das raus. Bringt lieber Autoritäten hinein die die Leute.
kennen. Die Marketing Abteilung sagt die Leute lesen gerne von Päpsten( wir verkaufen gerade Mittelalterromane wie verrückt) und US-Präsidenten schreibt doch etwas über die. Dieser Präsident sollte aber ein hemmungsloser Populist sein. So wie ragen an den haben sich alle jetzt gewöhnt. Also nehmt den als Vorlage.
Der Marketingsmanager den ich mir vorstellen macht eine Pause, bedeutungsvoll schaut er die Autoren an. Bitte bedenkt sagt er das wir 500 Seiten füllen müssen. Die Marketingabteilung hat herausgefunden, dass viele Leser die Charaktere bei Adlerssieg lag als flach empfinden. Nun wir sollten also mehr über die Leute schreiben. Vielmehr ihr solltet mehr über die Leute schreiben. Aber die Leser mögen ja das was Adlers Sieg lag in der Vergangenheit geschrieben hat darum machen wir einen Kompromiss. Wir schreiben viel über die Leute aber, immer das gleiche. Ich will euch das beschreiben, wir nehmen eine Intrigante person und betonen einfach immer wieder, wie furchtbar Intriganten diese Person ist. Bei einer anderen betonen wir einfach immer wieder wie religiös die Person ist bei einer dritten betonen wir die Karriere süchtig die Person ist. Wenn wir das oft machen Kriege bestimmt ein Drittel von den 500 Seiten damit voll. Ja ja! Ruft der Marketingdirektor aus. Immer wieder wird behauptet Marketing lohnt nicht aber seht mal was für wertvolle Tipps erhalten haben.

Da habe ich übrigens gleich noch einen guten Tipp, Esoterikbücher verkaufen sich gut. Bitte vergesst nicht ein bisschen Esoterik rein zubringen. Vielleicht etwas afrikanischer Manier. Afrika ist ja der ein unter repräsentierter Kontinent sagt zumindest die Marketingabteilung. Und seit dem Krieg der Sterne sagen die Marketingsleute sollte es in jeden Zwanzigfilm um die Beziehung zu den Eltern gehen und um die Bestimmung im Kosmos. Also bringt irgend einen je die Leit Reihen. Der muss aber so ein Gutmensch sein besser auf Lebenesoterikkongress Platz eins auf der Rednerliste werden. Ach ja die Leute lesen auch gerne von Affären im britischen Königshaus. Vielleicht könnte er irgend ein Kleinskandal mit und ehelichen Kindern auch in die Handlung einbauen.

Glaubt mir ich will euch helfen die 500 Seiten voll zu kriegen und freut euch was für tolle Ideen ich für die anderen 1009 Seiten noch habe. Das wird noch viel interessanter als das was ihr hier schon vorgeschlagen.

Bei der Gelegenheit Köln müsste mir mal erklären was dieses rama eigentlich ist?

Nun so wollte ich über den Marketingsmanager schreiben. Denn aus dieser Haltung erklärte ich mir den Eindruck in das Buch beim hinterlassen hat. Der Eindruck war es, dass die Geschichte des ersten Romans wiederholt wird und in einer nicht einmal unfreiwillig komischen Art und Weise, das Personal einer Seifen Opera vor dem Hintergrund des Rama Raumschiffes, zusammenhanglos agiert.

Als ich den Roman dann nach mehreren aus der Hand legen endlich ausgelesen hatte und in der Rückschau den Eindruck hatte die meiste Zeit keinen Science-Fiction Roman gelesen zu haben, las ich dann das Nachwort. Meine Marketingsmanagertheorie brach zusammen. Arthur CC schildert den Roman als genau das Produkt das er und sein Co-Autor gewollt haben. Diese Informationen macht nicht betroffen. Vielleicht hat jeder Science-Fiction Autor einen kleinen Marketingdirektor in seinem Inneren welcher ähnlich wie das Alien, im ersten Film irgendwann aus ihm hervorbricht.

Gut was will ich mit so viel Hämme eigentlich aussagen. Der Roman kostet Zeit und bringt die Geschichte vom Rama nicht voran. Die Einfälle sind in ihrer Oberflächlichkeit teilweise ärgerlich. So trägt ein deutscher Admiral dem Namen Heilmann, und beweist sich natürlich als bonniert. Eine Italienerin trägt den Namen Sabatini, welches in Hinsicht auf der das Erscheinungsdatum des Romans eine Effekt heischende und hilflose Entscheidung zugleich ist. Es ist meine Überzeugung dass dieses Autorenteam sich in seiner Kreativität gegenseitig behindert und zu lange Texte produziert.

Die Ambition des ganzen bleibt unklar. Das mag manchen Leser dazu motivieren eine Auflösung der Ratlosigkeit im dritten Teil zu suchen, mich aber lässt das fürchten wieder mit einem solchen Text konfrontiert zu werden. Wer tatsächlich einen 500 Seiten starken Science-Fiction-Roman erwartet wird enttäuscht. Vielleicht wird folgende Idee dem werkgerecht. An einem bestimmten Punkt ihrer Zusammenarbeit haben beide Autoren einfach alle Texte genommen, auf diese nicht verzichten wollen und haben sich die tatsächliche Mühe gemacht diese in eine chronologische Reihenfolge zu bringen.

Und dann war dieser Roman in ihren Augen fertig. Ich bin jetzt auch fertig mit dem Roman. Wieso wollte ich eigentlich dem Roman gerecht werden? Er ist meinen Hoffnungen auch nicht gerecht geworden. Er ist nicht einmal unfreiwillig komisch. Aus Respekt vor den Autoren habe ich mir einige Böswilligkeit in verkniffen. Aus Enttäuschung habe ich doch viele Böswilligkeit geschrieben dich beim zweiten Lesen trotzdem nicht zurücknehmen kann, denn ich habe mich tatsächlich beim Lesen des des Eindrucks nicht erwehren können dass der Teil des Romans der Science-Fiction ist, ein reines Selbstzitat ist und der Teil des Romans der gewöhnliche soziale Beziehungen schildert, eine leicht um modellierte Mitschrift von Fernsehserien wie Denver Clan oder Dallas.

Vielleicht hätte ich mir etwas mehr Zeit lassen sollen und aus dem Abstand mehrerer Wochen meine Meinung niederschreiben sollen. Eigentlich mag ich Science-Fiction Romane und es tut mir fast weh mich so über einen zu äußern. Gerade wenn er von Autoren stammt die über ein so viel höheres Potenzial verfügen!
Ü
Christian M zu »Arthur C. Clarke: Rendezvous mit Übermorgen«24.08.2013
Ich kann die guten Bewertungen für dieses Buch nicht so ganz nachvollziehen.
Ohne den ersten Band und das tiefe Verlangen mehr über Rama zu erfahren, hätte ich es niemals bis zum Ende durchgehalten.
Clarke ist bekannt für seinen nüchternen Stil. Dafür das vernünftige Menschen, vernünftige Raumfahrt betreiben.

"Rendezvous mit Übermorgen" ist eine Seifenoper voller Intrigen; Das Rama-II Raumschiff ist eigentlich nur ein Schauplatz für das Handel ziemlich oberflächlicher Personen, welche eigentlich sämtlich Clarkschen Visionen wiedersprechen. So scheint eine intrigante italienische Reporterin die mächtigste Person der ganzen Exkursion zu sein.

Der Einband ist eine Mogelpackung. Das Buch wurde komplett von Gentry Lee geschrieben, was man auch an jedem einzelnen Satz des Werkes erkennen kann.

Die ersten 180 Seiten sind unerträglich langweilig und für die Story ebenso irrelevant wie die permanenten Rückblenden der einzelnen Protagonisten, welche zwar deren Seelennöte beschreiben aber eigentlich vollkommen unnötig sind.

Wer den Schreibstil Clarkes liebt, wird große Probleme mit diesem Buch haben.

Positiv bleibt mir nur zu sagen, dass das Buch an und für sich, nicht schlecht geschrieben ist und die beiden Hauptfiguren Nicole und Wakefield recht sympatisch sind.
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