Der böse Ort von Ben Aaronovitch

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2013unter dem Titel „Broken Homes“,deutsche Ausgabe erstmals 2014, 400 Seiten.ISBN 3423215070.Übersetzung ins Deutsche von Christine Blum.

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In Kürze:

Seltsame Dinge geschehen im Skygarden Tower, einem berüchtigten Sozialwohnblock in Südlondon. Dinge, die eine magische Anziehungskraft auf Police Constable und Zauberlehrling Peter Grant ausüben. Zunächst geht es nur um ein gestohlenes altes Buch über Magie, das aus der Weißen Bibliothek zu Weimar stammt. Doch dann weitet sich der Fall rasant aus. Denn der Erbauer des Tower, Erik Stromberg, ein brillanter, wenngleich leicht gestörter Architekt, hatte sich einst in seiner Zeit am Bauhaus offenbar nicht nur mit modernem Design, sondern auch mit Magie befasst. Was erklären könnte, warum der Skygarden Tower einen unablässigen Strom von begabten Künstlern, Politikern, Drogendealern, Serienmördern und Irren hervorgebracht hat. Und warum der unheimliche gesichtslose Magier, den Peter noch in schlechtester Erinnerung hat, ein so eingehendes Interesse daran an den Tag legt …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Ein wohlschmeckendes Pint für Fans der Reihe“87

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

In London als Polizei Constabler seinen Dienst zu verrichten ist harte Arbeit. Wenn man dann noch einer Spezialeinheit angehört, die merkwürdige Fälle zugeteilt bekommt und von einem waschechten Magier als Zauberlehrling unterrichtet wird, dann wird das Leben erst so richtig interessant.

Peter Grant, dunkelhäutiger Londoner Polizist hat in den letzten Monaten mehr als genug Aufregung gehabt. Nicht nur, dass er den Englischen Flussgöttern begegnete, auch das Aufeinandertreffen dem renegaten, voll ausgebildeten Magiern, die es eigentlich gar nicht geben dürfte, hat sein Dasein, nun sagen wir einmal, bereichert.

Ein Verkehrsunfall bringt ihn und seinen Chef auf die Spur des Gesichtslosen, wie sie den Magier nennen, der ihnen solch große Kopfzerbrechen bereitet. Die weiteren Nachforschungen bringen sie in schmerzhaften Kontakt mit einer russischen Nachthexe, einem Buch aus der Weißen Bibliothek zu Weimar und dem Skygarden Tower Südlondons, der nicht nur ein dunkles Geheimnis hütet – wie unser Polizist scherzhaft am eigenen Leib erfahren muss . …

Es ist schon beeindruckend, wie es Ben Aaronvitch bereits zum vierten Mal gelingt übernatürliche Elemente mit einem interessanten Kriminalfall zu verknüpfen und dabei voller hintergründigen Humor zu unterhalten.

Wie in den ersten drei Romanen gelingt es dem Autor mit leichter Hand uns seinen Plot ans Herz zu legen. Dabei geht es zunächst gewohnt unspektakulär zu, die oftmals triste Polizeiarbeit lullt uns Leser ein. Dass und wie sich die Hinweise, die Verbrechen und Abenteuer dann zu einem letztlich sinnvollen, logischen und überraschenden Bild fügen, ist eines der Geheimnisse des Erfolgs der Bücher. Jedes Detail passt sich nahtlos in das spätere Bild ein, eigentlich unbedeutend scheinende Vorkommnisse beleuchten spätere Ereignisse aus einem anderen Winkel.

Dazu kommt die sehr plastisch beschriebene Bühne (London), die markanten Figuren (allen voran Peter und sein Lehrherr) und eine Magie, die den Nimbus der Realität atmet. Aus diesen Bestandteilen braut der Autor sein mehr als wohlschmeckendes Pint, das für Neuleser zunächst nicht recht zu durchschauen ist, da viel aus den ersten Bänden vorausgesetzt wird. Wer aber die Reihe kennt, der wird sich begeistert zurücklehnen, der sehr gefälligen Übersetzung folgen und es sich munden lassen.

Ihre Meinung zu »Ben Aaronovitch: Der böse Ort«

geronimox zu »Ben Aaronovitch: Der böse Ort«11.12.2014
Eine Anmerkung vorab: Die »Peter Grant« Romanserie ist voneinander abhängig und bezieht sich in ihren Inhalten jeweils auf die Vorgängerbücher. Sie sollte möglichst in der korrekten Reihenfolge gelesen werden. In jedem Buch werden neue Personen vorgestellt, auf die in den Folgeromanen ohne erneute Erklärung Bezug genommen wird.

Zum Inhalt der obigen Couch-Zusammenfassung habe ich nichts hinzuzufügen.

Die »Peter Grant« Romane bieten eine humorvolle, intelligente und kurzweilige Unterhaltung, die sich in ihrem Inhalt immer auf eine ganz spezielle Region oder Szene des modernen Londons bezieht. Gerade diese Mixtur zeitgenössischen Großstadtlebens und modernem Polizeiapparats in Verbindung mit althergebrachter Magie macht den Reiz dieser Serie aus.

Die Hauptpersonen – so Bizarr sie auch daherkommen mögen – sind sympathisch und interessant, die angenehm knappgehaltenen Fälle (pro Taschenbuch ca. 400 Seiten in großer Typo) lassen sich flüssig lesen und am Ende jeder Folge ist Luft für eine interessante Fortsetzung.

Mein Fazit: Humorvolle und kurzweilige Modern Fantasy – ich bin ein Grant-Fan und freue mich schon auf die nächste Folge.

8/10

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benfi zu »Ben Aaronovitch: Der böse Ort«15.06.2014
Autor Ben Aaronovitch hat nun den vierten Roman um seinen angehenden 'Zauberer der Moderne' Peter Grant auf den Markt gebracht. Diesmal widmet er sich der Architektur; nach dem 'Underground', der 'Jazz-Szene' sowie den Flüssen der Großstadt also nun um von Menschenhand erschaffene Gebäude. Dabei ermittelt Peter und Kollegen eher ruhig und gemächlich. Seine Gedanken, welche vollgepackt mit Zynik und Ironie sind, machen da das Mitlesen interessant. Dazu bildet diese Mischung aus der faszinierenden Großstadt London, dem Erlernen der Magie sowie deren Vergangenheit und das Ermitteln der Hauptcharaktere eine unwiderstehliche Kombination, die eigentlich auch nicht übermäßige Hektik und Action benötigt! Aaronovitch scheint für seine Romane oft durch die Weltstadt zu streifen, denn wie er diese beschreibt ist beinahe schon wie aus der Realität gerissen zu nennen. Die Handhabung und Wirkung von der Magie bringt er auch ziemlich gut dem Leser rüber, dass man fast schon dazu geneigt ist, selber mal anhand einer Forma kleines Irrlicht entstehen zu lassen. Interessant ist auch der Blick in die Architektur, welche der Autor aber zum Glück auch nicht übertrieben hat. Das gewisse Etwas bietet schließlich das spannende Finale, welches einen tollen 'Cliffhanger' für den/die nächsten Romane bietet. Die Leserschaft darf also erwartungsvoll auf den nächsten Roman warten...
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