Die Flüsse von London von Ben Aaronovitch

Buchvorstellungund Rezension

Originalausgabe erschienen 2011unter dem Titel „Rivers of London“,deutsche Ausgabe erstmals 2012, 480 Seiten.ISBN 3423213418.Übersetzung ins Deutsche von .

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In Kürze:

Peter Grant ist Police Constable in London mit einer ausgeprägten Begabung fürs Magische. Was seinen Vorgesetzten nicht entgeht. Auftritt Thomas Nightingale, Polizeiinspektor und außerdem der letzte Zauberer Englands. Er wird Peter in den Grundlagen der Magie ausbilden. Ein Mord in Covent Garden führt den frischgebackenen Zauberlehrling Peter auf die Spur eines Schauspielers, der vor 200 Jahren an dieser Stelle den Tod fand.

Das meint Phantastik-Couch.de: „Der Bulle, die Schauspieler und die Geister“82

Fantasy-Rezension von Carsten Kuhr

Was macht man aus seinem Leben wenn man aus einer Migrantenfamilie stammt, der eigene Vater drogenabhängig ist und die Familie mit Sozialhilfe und der Putzfrauentätigkeit der Mutter gerade so über die Runden kommt?

Eine, nein eigentlich keine Frage für den farbigen Peter Grant, der es dank seiner Faulheit gerade mal so durchs Abitur geschafft hat – er wird Polizist.

Nun muss man wissen, dass die Polizisten in London alle, egal aus welcher Schicht sie stammen und was für Beziehungen sie auch haben, zwei Jahre lang als Bobbies auf den Straßen ihrer Stadt unterwegs sind. Nach dieser Lehr- und Leidenszeit – lassen sie sich einmal regelmäßig von aggressiven Betrunkenen vollkotzen – entscheidet sich, wie es mit der Karriere weitergehen wird.

In seinen letzten Tagen als Bobbie darf Peter bei den Ermittlungen eines Mordes behilflich sein. Soll heißen, er sorgt dafür, dass die Detectives und die Spurensicherung von allzu neugierigen Touristen und Reportern verschont bleiben. Dabei ist das Verbrechen aber auch zu verführerisch bizarr – einem unbescholtenen Bürger wurde der Kopf vom Leibe getrennt – wie man bürokratisch die Rübe-Ab Tat nennt.

Nun steht und fällt jede gute Polizeiarbeit mit den Informanten. Als eine ungewöhnliche Erscheinung Peter den Tathergang schildert, glaubt er zwar zunächst vielleicht zu viel von dem Kraut seines Vaters inhaliert zu haben, doch die Geschichte, die ihm ein Geist erzählt, lässt sich verifizieren.

Im Handumdrehen ist er zu einer höchst geheimen Ein-Mann-Spezialeinheit abkommandiert – und Lehrling eines polizeilich bestellten Zauberers. Götter und fleischgewordene Flüsse, Vampire und Geister helfen ihm in der Folgezeit, dem Serienkiller – ja, es werden noch weitere Menschen ermordet – auf die Spur zu kommen. Dass er sich dabei mit Honoratioren anlegt und seine Libido auf der Strecke bleibt, ist noch lange nicht das Schlimmste – nein, aber dass seine Magie reihenweise seine Handies zerstört, das erklären sie mal dem Beamten, der für die Beschaffung und Ausrüstung der Polizei Londons zuständig ist …

Frischer Wind für so uniforme Sub-Genre

Ben Aaronovitchs Auftaktband zu der übersinnlichen Polizei-Reihe um Peter Grant, von der im Original bislang drei Bände vorliegen, verwöhnt den Leser mit etwas, das rar ist in der modernen Phantastik – mit Humor.

Schon die Wahl des Protagonisten – einen Farbigen, der aus einer sozialen Randschicht stammt, der sich gerade so durchs Abitur rettet und aus Verlegenheit den Polizistenberuf ergreift, überrascht. Das ist nicht unbedingt stromlinienförmiges Heldenmaterial.

Dass er bei einem kauzigen Vorgesetzten in die Lehre geht, dass er mit kapriziösen Schauspielern – verblichen wie lebendig – aneinandergerät und sich mit aufmüpfigen Geistern, eingebildeten Divas und Flussgöttern abgeben darf, trägt zum hohen Unterhaltungswert des Romans bei.

Mit spitzer Feder nimmt der Autor dabei seine Stadt und ihre honorige Gesellschaft mit den typisch britischen Netzwerken aus Beziehung, Stand und Freundschaft auf die Schippe und bringt den Leser ein ums andere Mal zum Schmunzeln.

Das ist abgedreht, erinnert in seiner Schlagfertigkeit und seinem Situationswitz an Monty Python, liest sich aber auch sehr spannend und kurzweilig auf einen Rutsch durch.

Die sehr gefällige Übersetzung tut ein Übriges, die markanten, interessanten und vielschichtigen Figuren zu beleuchten. Dazu gesellt sich eine faszinierende Jagd nach dem Täter, die mit unerwarteten Wendungen aufwartet.

Auch wenn London als Handlungsort noch ein wenig zu diffus ausgestaltet bleibt, bietet der Band einen wohltuend anderen, frischen Ansatz zu der so uniformen Urban Fantasy unserer Tage und dürfte auch Leser außerhalb des Genres ansprechen.

(Carsten Kuhr, Januar 2012)

Ihre Meinung zu »Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London«

PMelittaM zu »Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London«07.05.2016
Peter Grant ist Polizeianwärter in London. Eines Nachts trifft er auf einen Geist, der Zeuge eines Mordes gewesen ist, Peter hat offenbar mystische Fähigkeiten. Daraufhin wird er Thomas Nightingale zugeteilt, der nicht nur eine Sondereinheit leitet, die sich um mysteriöse Todesfälle kümmert und bislang nur aus ihm selbst bestand, sondern auch der letzte Zauberer ist. Er nimmt Peter als Lehrling auf, weist ihn in die Magie ein und stellt ihm einige außergewöhnliche Wesen vor. Und ein Mordfall wäre da auch noch zu lösen.

Eine sehr interessante Konstellation, wie ich finde, und so geht man als Leser zusammen mit Peter staunenden Auges an die Geschichte heran – um, ebenfalls zusammen mit Peter, bald verwirrt die Stirn zu runzeln. Ben Aaronovitch erschlägt den Leser sehr schnell mit vielen verschiedenen Handlungssträngen, die überhaupt nichts miteinander zu tun zu haben scheinen. Viel davon hat mit den Flüssen von London zu tun, wie auch der Titel schon sagt. Dass die Flüsse mehr als fließendes Wasser sind, ist nicht weiter überraschend, schließlich liest man einen Fantasy-Roman. Doch was haben diese mit dem Mord zu tun? Und warum werden die Ermittlungen dauernd unterbrochen – oder gehört das alles doch dazu? Und neben all dem muss Peter sich noch im Zaubern üben, umziehen und hat mit seinen Hormonen zu tun.

Über lange Strecken ist der Roman tatsächlich etwas verwirrend, der Autor scheint sehr schnell den roten Faden verloren zu haben – und doch fügt sich zum Ende alles recht gut zusammen. Über die Auflösung muss man zwar auch ein bisschen grübeln, aber am Ende habe ich recht zufrieden den Reader ausgeschaltet – und bin nun vielleicht sogar bereit noch einen weiteren Roman der fünfteiligen Serie zu lesen. Leider fehlt es dem Roman etwas an Spannung, das Buch zwischendurch aus der Hand zu legen fällt nicht wirklich schwer, man sollte aber schon dran bleiben, um den Überblick zu behalten. Gegen Ende zieht die Spannung dann doch noch an und vor allem die Szenen in der Oper fand ich richtig gut.

Warum auch immer, ich hatte ständig das Gefühl, der Roman würde in der Vergangenheit spielen, wahrscheinlich wirkte seine Stimmung so auf mich. Doch Begriffe wie „Handy“ oder „Plasmafernseher“ holten mich immer wieder in die Gegenwart zurück. Tatsächlich hätte er wohl auch funktioniert, wenn er ein paar Jahrzehnte früher gespielt hätte.

Interessant sind vor allem die Charaktere – und hier muss ich wieder auf die Flüsse zurückkommen, auf Mutter Themse, Vater Themse und ihre Nachkommenschaft. Ich wusste gar nicht, dass es im Zusammenhang mit London und Themse so viele Flüsse gibt. Auch Peter konnte schnell bei mir punkten, er erzählt selbst in Ich-Form, wodurch man tatsächlich die Geschichte mit ihm zusammen erlebt, und ist mir sehr sympathisch, ebenso wie Thomas Nightingale, der sicher in den Nachfolgeromanen noch mit einigen Überraschungen aufwarten kann. Der Autor lässt Einiges an (britischem) Humor in seine Erzählung einfließen, so dass sie zwar manchmal voller Umwege scheint, aber nie zäh ist.

Wie schon gesagt, am Ende war ich zufrieden mit dem Roman, es lohnt sich also, dran zu bleiben, auch wenn man zwischendurch Hänger hat. Als Gesamtpaket konnte die Geschichte mich überzeugen, so dass ich 4 Sterne vergeben und auch eine Empfehlung ausspreche, wer sich auch gerne einmal an einer etwas anderen Geschichte versucht, sollte zumindest einen Blick riskieren.
KitKat zu »Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London«29.09.2013
Ein Feuerwerk trockenen Humors
Vor Phantasy kann man sich in der heutigen Zeit fast nicht mehr retten. Immer mehr und mehr Autoren schmeißen Bücher über Vampire, Werwölfe, Zauberer und jede erdenkliche andere Art an übernatürliche Wesen auf den Markt; wobei es durchaus einige verpasst haben ihrer Story auch nur das allergeringste Maß an Individualität oder Raffinesse mitzugeben. Zu einem großen Teil liest man einfach immer und immer wieder das Gleiche.
Nicht aber bei Ben Aaronvitch. Er sticht mit seinem Debütroman derart eindrucksvoll aus der Masse empor, dass man sich nicht nur in einer anderen Sphäre, sondern gleich in einer anderen Galaxie, oder sogar einem parallelen Universum glaubt. Wie aus einem Schnellfeuergewehr feuert er Salve um Salve köstlich trockenen Humors auf seine Leser ab, die diesen gelungenen Genremix zu einem unvergesslichen Leservergnügen erheben.
Auch seine Darstellung der Phanatasyelemente unterscheidet sich stark von allem, was ich bisher gelesen habe. Magie wird hier aus der Sicht des Police Constable Peter Grant wahrgenommen, der sich bemüht die Hintergründe auf eine wissenschaftliche Weise zu begreifen. Nie zuvor habe ich über jemanden gelesen, der sich Gedanken darüber macht, wie bei einem Zauber der Energieerhaltungssatz anzuwenden ist, oder wie andere grundlegende Gesetze der Physik nicht außer Kraft gehoben werden, wenn man Magie erst einmal als eine reale Tatsache akzeptiert hat. Das mag für alle, die sich schon in der Schule vor dem Physikunterricht gefürchtet haben, jetzt eher abschreckend klingen, aber Aaronovistch schafft es daraus zusammen mit der Darstellung seines leicht abzulenkenden Protagonisten, der mit einem typischen Serienhelden eher wenig gemein hat, ein an Unterhaltungswert und Witz nur schwer zu übertreffendes Gesamtwerk zu weben, dass man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte.
NobbyR zu »Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London«25.09.2013
Der Roman von Ben Aaronovitch ist eine originelle, schwarzhumorige Mischung aus Krimi/Polizeiroman und Urban Fantasy, in der sich Realität und Übersinnliches auf clevere Art verbinden. Es ist fast so, als wäre ein erwachsener Harry Potter der Mordkommission beigetreten. Trotzdem ist "Die Flüsse von London" alles andere als ein Kinderbuch! Spannend, witzig und mit faszinierendem Detailreichtum stellt das Buch den großartigen und vielversprechenden Startpunkt einer hoffentlich langen Serie von Büchern dar. Sehr empfehlenwert!
Cerridwen1965 zu »Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London«03.07.2013
Also ich habe mich - ehrlich gesagt - vom Cover des Buches und von der Beschreibung auf dem Umschlag verführen lassen, dieses Buch zu kaufen.
Und ich war extrem positiv überrascht, kann mich also meinem Vorkommentator nicht anschließen. Wenn man weiß, dass Nebencharaktere wie Molly und Leslie in den weiteren Büchern näher vorgestellt und beleuchtet werden, kann man nicht wirklich von "Potentialverschwendung" schreiben.

Meine Meinung zu diesem Buch ist folgende:
Der Stil ist sehr flüssig, die - teilweise - sehr ausführlichen Ortsbeschreibungen können manchmal ein wenig störend wirken, aber wer sich für London interessiert, der sollte begeistert sein. Die Charaktere passen hervorragend in Aaronovitchs Welt, und je mehr man von ihm liest, desto mehr gewinnt diese Gestalt.
Es ist wirklich schwer auf Einzelheiten einzugehen, ohne wichtige Details vorweg zu nehmen, ich kann jedem, der abwechslungsreiche Fantasy-Krimis mit "Nebenbei-Lerneffekt" liebt "Die Flüsse von London" nur allerwärmstens ans Herz legen!! Ich habe mich keine Minute gelangweilt!
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
Vivi zu »Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London«24.11.2012
Mir hat das Buch total gut gefallen...

Den Schreibstil des Autors fand ich sehr abwechslungsreich, denn es gab immer wieder witzige Stellen und ich musste öfters mal während des Lesens schmunzeln. Dann gab es immer wieder Stellen in denen ganz plötzlich etwas vollkommen unerwartetes passiert ist, ohne das man darauf vorbereitet wurde. Ich habe öfters eine Stelle zweimal lesen müssen, da einfach etwas geschehen ist, mit dem ich nicht gerechnet hätte. Dadurch finde ich wird das Buch sehr erfrischend und auch nie langweilig. Was mich ein bisschen gestört haben, waren die Beschreibungen von Orten oder allgemein der Umgebung. Sie waren nicht zu lang aber irgendwie habe ich mir oft nicht so viel darunter vorstellen können. Außerdem hatte ich nie eine Ahnung wo in London ich mich gerade befunden hatte, da es zwar im Buch immer genannt wurde, ich aber mich überhaupt nicht in London auskenne. Aber wahrscheinlich hat dieses Problem fast niemand, weil ich vermute dass die Orte ziemlich bekannt sind, an denen sich die Haupthandlung abspielt.

Mir hat auch der Hauptcharakter sehr gut gefallen, denn ich konnte sehr gut mit ihm mitfühlen und seine Gedanken waren meistens lustig zu lesen, da er oft eine sarkastische Art zu denken hat.
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Hakuchan zu »Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London«16.11.2012
Ein richtig packendes Buch! Ich musste mir danach sofort die Fortsetzung besorgen!

Ich denke, dass Aaronovitch von Anfang an eine Serie geplant hat. Die Vergangenheit der Hauptfiguren wird nur hie und da angedeutet, man erfährt nur langsam mehr über ihre Geschichte. Trotzdem ist das Buch voller spannender Elemente und London voller spannender Figuren und Wesen, es macht richtig Spass mit Peter Grant durch die Stadt zu streifen. Peter ist auch keiner dieser Helden, die sich total tollpatschig von einer Katastrophe in die andere manövrieren. Trotzdem ist er nicht der Superheld à la Bourne. Er hat seine Schwierigkeiten mit der Magie, der neuen Welt und muss doch einige Fehlschläge einstecken, aber nie so, dass man sich über ihn ärgert.

Ich kann das Buch nur jedem empfehlen, der eine leichte und spannende Lektüre sucht. Es ist nicht die typische Fantasygeschichte. Doch genau da ist der Hund begraben, es ist wieder einmal etwas anderes.
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tedesca zu »Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London«10.10.2012
Der erste Teil dieser Serie macht uns bekannt mit Peter Grant, einem ehrgeizigen jungen Polizisten, dessen Karriere ganz plötzlich eine ausgesprochen überraschende Wendung nimmt. Sein ganzes Leben gerät durcheinander, wie ihm plötzlich an einem Tatort ein Geist erscheint. Den natürlich nur er sehen kann, seine Kollegin ist da eher skeptisch, doch schon bald trifft Grant auf Unterstützung und muss erkennen, dass ein Geist noch das Harmloseste ist, mit dem er sich in Zukunft beschäftigen wird. Er beginnt eine Lehre als Magier, seine neue Mitbewohnerin ist ein Vampir, und sogar sein kleiner Hund scheint über eine übernatürliche Spürnase zu verfügen.

Die Lage spitzt sich zu, als die übernatürlich gesteuerten Morde rapide zunehmen, und letztendlich gipfelt das Ganze in einem unglaublichen Finale, in dem nicht nur Punch und Judy ihren guten Ruf verlieren (das sind die englischen Pendents zum österreichischen Kasperl und Pezi), sondern feine Damen und Herren in einer wilden Raserei auf einander losgehen und einen halben Stadteil verwüsten.

Amüsant, spannend und liebenswert würde ich sagen - auf Teil 2 freue ich mich schon. Das Hörbuch wird von Kobna Holdbrook-Smith wirklich sehr gut gelesen und weist ein Tempo auf, für das man auf jeden Fall gut Englisch verstehen sollte. Alles in allem ein wirklich vergnügliches Erlebnis, das ich auch Printfans nur empfehlen kann, das Buch gibt es auch auf Deutsch (Print und HB) als "Die Flüsse von London".
benfi zu »Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London«09.08.2012
Ehrlich gesagt wußte ich nicht wirklich, was mich mit diesem Buch nun erwartet , dafür hatte ich sehr viele unterschiedliche Rezensionen hierzu gelesen. Der leichte und mit trockenem Humor unterzogene Schreibstil von Autor Ben Aaronovitch lässt den Leser sich sehr schnell in den Seiten wohlfühlen und die Charaktere sind allesamt sofort griffig und sympathisch. Allerdings darf man hier keinen actiongeladenen Thriller oder gar ein blutrünstiges Horrorspektakel erwarten. Dafür ist die Art des Schreibens von Aaronovitch zu detailverliebt. Er legt großen Wert auf Ortsbeschreibungen und genauen Erkärungen von den Handlungen der Hauptcharaktere. Manchen Leser mag das verschrecken, doch ich finde es gar nicht so lästig. Gerade die örtlichen Gegebenheiten um den Fluß Themse sind für die Story recht wichtig. Auch dieses Ding namens 'Magie' und die 'Zauberei' bedarf stellenweise genauerer Beschreibung und da der Autor seinem Buch einen möglichst realen Touch verschaffen mochte, sind diese Erläuterungen unumgänglich! Nur so schafft man sich als Autor ein eigenes (wenn auch kleines) Universum - bei den Kultwerken 'Herr der Ringe' oder 'Dune' ist es nicht anders. Trotz alledem gibt es harte sowie actionsgeladene Stellen in dem Roman, der mir wirklich sehr gut gefallen hat und dessen so köstlicher Humor wirklich die Würze verschaffte. Eine Skizze von London hätte dem Buch gut getan - im ebook zumindest nicht vorhanden, daher punktemäßiger Abzug.
85°
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Marlinchris zu »Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London«18.04.2012
Na, das kann ich nun überhaupt nicht finden!
Hab mich lange nicht so gut unterhalten gefühlt -
allerdings: ich hab das Original gelesen und inzwischen den 2. Band (wieder in Englisch). In der Übersetzung kommen die umgangssprachlichen Formulierungen wohl auch nicht so rüber und der Reiz der Geschichte liegt sicherlich nicht unerheblich im Sprachstil. Schade.
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tassieteufel zu »Ben Aaronovitch: Die Flüsse von London«07.02.2012
Constable Peter Grant hat gerade seine Ausbildung abgeschlossen und ist nun enttäuscht, das er einen öden Schreibtischjob bekommen soll. Doch wie so oft im Leben kommt es anders. Die Begegnung mit einem Geist hat Folgen,so wird er der Einmannabteilung von Inspector Nightingale zugeteilt, die sich mit magischen Vorkommnissen beschäftigt und schon bald ist Peter ein "Zauberlehrling" der sich neben der Polizeiarbeit auch mit dem Lernen von magischen Formeln u. Zaubersprüchen beschäftigen muß.

Zunächst beginnt das Buch eher wie ein normaler Krimi, das hat mir recht gut gefallen, auch als
die ersten magischen Dinge auftraten war ich noch ganz angetan von dem Buch, aber je weiter
die Geschichte voranschritt, um so schwerer habe ich mich getan. Ich kann gar nicht so genau
festmachen woran es letztendlich lag, ich lese sehr gern Krimis und mag ab und an auch mal
Fantasy, besonders wenn verschiedene Genres vermischt werden. Wenn es einem Autor gelingt,
eine in sich schlüssige, glaubwürdige Welt zu erschaffen, dann habe ich keine Probleme mit
Magie, Fantasyelementen oder Mysterie, aber eben genau das ist dem Autor hier nicht gelungen.
Da sind zunächst die beiden Erzählstränge, einmal um Mutter und Vater Themse, 2 Flußgötter
die sich wegen eines Territorialstreits in den Haaren liegen.Zum anderen ist da die Story um den mörderischen Untoten, der sich in die Köpfe von unbescholtenen Bürgern einnistet und sie zu
wahren Gräultaten anstiftet. Diese beiden Geschichten laufen parallel zueinander, haben aber am Ende nichts miteinander zu tun. Ich hatte da immer noch auf eine Verknüpfung gewartet, die dem Geschehen vielleicht noch eine andere Wendung gegeben hätten. So plätschert die Geschichte um die Flußgötter ohne große Höhepunkte vor sich hin und wird am Ende auch ehr unspekatkulär aufgelöst. Die magische Geschichte u m den Geist war dann schon etwas spannender aber insgesamt war mir die Story einfach zu wirr und unlogisch, bei der Auflösung blieb viel zu viel offen und ich hatte das Gefühl, das hier einfach noch irgendetwas fehlte.
Auch bei der Figurenzeichnung gab es für mich viele Defizite. Peter Grant ist ja zunächst ein ganz
normaler junger Mann, als er plötzlich mit Magie konfrontiert wird, nimmt er das völlig gelassen hin
als sei es das normalste der Welt, auch seine Kollegin und Freundin Lesley akzeptierte mir das
viel zu schnell, hier hätte ich mir mehr Tiefgang gewünscht. Inspektor Nightingale und sein Haus-
ädchen Molly sind ja nun 2 wirklich interessante Charaktere, aber leider bleiben die blass und
farblos, man erfährt nur sehr wenig über sie, hier wurde viel Potenzial verschenkt und das ist
schade.
Der Spannungsbogen konnte auch nicht durchweg gehalten werden, dafür gab es zwischendurch einfach zu viele zähe Passagen. Die Flußgötter erschienen mir recht "weichgespült" mit etwas mehr Konflikten und Animositäten untereinander hätte dieser Erzählstrang etwas aufgepeppt werden können und bei der Geistergeschichte hätte dem Ganzen eine andere Auflösung auch nicht geschadet, hier endet einfach alles sehr abrupt.
Der Schreibstil ist ganz flott, dadurch läßt sich das Buch flüssig lesen, ist aber für mich nichts was
lange im Gedächtnis bleiben wird. Da gibt es doch viele Autoren, denen es wesentlich besser
gelingt, eine überzeugende, glaubwürdige magische Welt zu erschaffen, die man als möglich
annehmen könnte.

FaziT: Eine Geschichte mit ganz interessanten Ansätzen und Wendungen,die mich aber letztend-
lich nicht wirklich überzeugen konnte, ich hab dem Autor "seine" Welt einfach nicht abgenommen
und bei den Figuren wurde viel Potenzial verschenkt. Durch einen lockeren, flüssigen Schreibstil kann man das Buch zwar ganz flott lesen, aber ein Nachfolgeband wird für mich nicht in Frage kommen.
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