Teuflisches Genie von Catherine Jinks

Buchvorstellungund Rezension

Teuflisches Genie von Catherine Jinks

Originalausgabe erschienen 2005unter dem Titel „Evil Genius“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 560 Seiten.ISBN 3-426-50041-8.Übersetzung ins Deutsche von Bernhard Kempen und Jakob Schmidt.

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In Kürze:

Mit sieben Jahren lernt Cadel, wie man sich in Computernetzwerke hackt. Mit acht legt er schon ganze Städte lahm. Und mit vierzehn beginnt er seine Ausbildung am AXIS-Institut, wo Spionage, Sabotage und Giftmord auf dem Lehrplan stehen. Sein Ziel: eines Tages die Weltherrschaft an sich reißen und damit den Traum seines Vaters erfüllen, eines ebenso brillanten wie eiskalten Verbrechers. Da gibt es nur ein Problem: Cadel soll durch und durch böse sein – und ist eigentlich ein richtig netter Junge …

Das meint Phantastik-Couch.de: „;Lass dich nicht erwischen!“91

Science-Fiction-Rezension von Frank A. Dudley

Der siebenjährige Cadel Piggott ist ein Genie – allerdings ein gefährliches. Mit der unverdorbenen Neugier eines Kindes und der Brillanz eines doppelten Nobelpreisträgers wirft er sich in seine Lieblingsbeschäftigung: Systeme jeglicher Art studieren, analysieren und sie zum Einsturz bringen. Seine Adoptiveltern und Lehrer sind rat- und machtlos, die Polizei ebenso. Klar ist, dass alle den hyperintellektuellen Jungen davon abhalten wollen, regelmäßig die Netzwerke der städtischen Verkehrsbetriebe oder der Regierung zu hacken. Schließlich bringen seine Eltern Cadel bei dem Psychologen Dr. Thaddeus Roth unter. Einmal wöchentlich soll der zwar als unorthodox geltende, jedoch hervorragende Therapeut den Jungen unter anderem davon überzeugen, dass Computer nicht zum Schaden anderer eingesetzt werden dürfen. Doch es kommt gaaanz anders …

Denn was Dr. Roth auf keinen Fall vorhat, ist den jungen Cadel von seinen illegalen Umtrieben abzuhalten, ganz im Gegenteil: Er will einen professionellen Verbrecher aus ihm machen. Doch keinen ordinären, der nachts Tankstellen ausraubt, nein, Cadel soll da weitermachen, wo sein derzeit in strengster Einzelhaft einsitzender Vater, der berüchtigte Dr. Phineas Darkkon, zwangsweise aufhören musste. Bei nichts geringerem als der Erringung der Weltherrschaft. Anweisungen erhält der Thronfolger per DNA-gesteuerter Nano-Kommunikationstechnologie, die Darkkon in einem Hühnerauge verbirgt.

Cadel, der es als hyperintelligenter Überflieger satt hat, ständig die Zielscheibe seiner neidischen Mitschüler zu sein, steigt voll ein. Er perfektioniert in den folgenden Jahren seine bisherigen Fähigkeiten so sehr, dass ihm bei aller Perfidität seiner Eingriffe in die öffentliche Ordnung nun auch nichts mehr nachzuweisen ist. Mit vierzehn überstellt ihn sein Mentor Dr. Roth an eine weiterführende Schule, das Axis Institut. Gründer und Stifter: Dr. Phineas Darkkon. Dort soll der aufstrebende Superverbrecher Kurse belegen, unter anderem in „;Grundlagen des Lügens“, vulgo „;Realitätsvermittlung“, „;Fälschen“ (auch: „;Kulturgeschichte“) und „;das Absolute Böse“, offiziell unter „;Pragmatische Philosophie“im Vorlesungsverzeichnis zu finden.

So seltsam wie sein Stundenplan, so ungewöhnlich sind auch seine Kommilitonen: Etwa Abraham Coggins, der im Selbstversuch Vampire erschaffen will, der Pyrogeniker Clive Slaughter oder Gazo Kovacs, dessen Körperausdünstungen in Stresssituationen derart betäubend sind, dass er permanent einen luftdichten Schutzanzug tragen muss. Die Studenten werden zudem ermuntert, nichts und niemandem zu glauben, alles zu unterwandern und ihre Rivalen auch zu ermorden, falls nötig. Außerdem ist die Erpressung der Lehrkräfte eine alltägliche Übung.

Cadel kommen keine Zweifel an seinem Tun, und so versucht er das komplizierteste aller Systeme zu knacken: Menschliche Beziehungen. Zwar gelingt es ihm, alle Lehrkräfte gegeneinander auszuspielen. Doch als ein Mord geschieht, bricht seine eigene innere Ordnung zusammen. Nun muss er sich auf seine einzige Freundin stützen, die ebenfalls extrem hochbegabte Kay-Lee. Allerdings hat er sie noch nie gesehen, ihre Beziehung existiert nur online, und Cadel ist so ungeschickt, dass sie fast in die Brüche geht.

Der Sohn des Blofeld?

Spontan denkt man an Blofeld, den superbösen Superkriminellen, der die Weltherrschaft erringen will, und dass er nun einen Sohn hat. Auch das Axis Institut könnte die Eliteschule der Organisation SPECTRE („Special Executive for Counterintelligence, Terrorism, Revenge and Extortion“) sein. Und Cadel hat auch alle Ansätze, das Verschwörungsspiel mitzumachen. Doch er überlegt es sich anders.

Catherine Jinks vermeidet auch jegliche Ansätze, aus dem Cadel und seiner Schule eine Art Anti-Potter und Anti-Hogwarts zu machen. Beim lesen kommt dieser Gedanke denn auch nicht auf, so schwarzhumorig und gallig ist oft der Humor, mit dem die Australierin ihren pubertierenden Protagonisten durch die Handlung treibt. Zwar dauert es eine Weile, bis das komplexe Setting steht, doch es zahlt sich aus, am Ball zu bleiben. Denn ab der zweiten Hälfte des Buches nehmen das Tempo und der Lesegenuss stetig zu, wozu das komlizierte Flechtwerk aus den Beziehungen des Axis-Lehrkörpers, ihre mehr als arkanen Studien und Cadels beinahe irrwitzige Pläne unbedingt beitragen.

Doch neben all den Vampir-DNA-Experimenten und Nanotech-Gimmicks steht eigentlich Cadels emotionale Reifung im Mittelpunkt. Sie vollzieht sich langsam und stetig, und der Autorin gelingt es dabei, nie den moralischen Zeigefinger zu heben. Obwohl als SF-Thriller-Schmöker für Jugendliche angelegt, ist das Buch bestens geeignet, auch Erwachsene hervorragend zu unterhalten. „Teuflisches Genie“ zeigt, dass Young Adult längst zu All Age geworden ist. Und das nicht zum Nachteil des Genres.

Ihre Meinung zu »Catherine Jinks: Teuflisches Genie«

Axel zu »Catherine Jinks: Teuflisches Genie«21.09.2012
Das Beste kommt zum Schluss! Die Gewissheit, das auch das schlechteste Buch unter der Sonne einmal ein Ende hat und die Erkenntnis, das das Buch nicht besser wird, obwohl man sich von Seite zu Seite quält.
Es ist mir absolut schleierhaft, wie dieser Schinken einen Verleger finden konnte. Was sich da auf den Seiten abspielt, ist absolut stümper- und grauenhaft. Zum Inhalt ist hier schon einiges geschrieben worden,
obwohl mir dessen Sinn absolut unerklärlich ist. Die Figuren (sowohl Haupt- als auch Nebenfiguren) werden sowas von oberflächlich beschrieben, das man zu keiner Figur auch nur sowas wie Sympathie oder Antipathie
entwickeln kann. Gleiches gilt für Räume und Umgebungen, in denen sich die Figuren bewegen. Der „Hauptdarsteller“ Cadle stakst durch die Geschichte, ist mal hier, mal dort, haut hier in die Tasten eines Computers
und findet irgendetwas…nur wofür dies gut sein sollen, ist nicht erkennbar.
Die Geschichte an sich ist vollkommen hanebüchen, ein paar der Personen reichen unter Umständen aus, eventuell eine Art skurriler Comedy zu entwickeln, allerdings ist auch das ein Schuss in den Ofen. Weil Humor macht
sich auch nicht bemerkbar
Die Geschichte hat keinen erkennbaren Handlungsstrang, es erschließt sich auch kein nachvollziehbarer zeitlicher Ablauf. Gut, ab und zu wird das Alter des Jungen eingeschmissen, aber der Hauptteil der Story ist
nebulös. Des weiteren sind sehr viele logische Fehler eingebaut. Beispiel: Zum Schluss, als Cadle auf die Wiese gebracht wurde um frische Luft zu bekommen (weil der „Stinker“ Gazo mal seinen Schutzanzug ausgezogen hat)
sitzt er kurze Zeit später schon wieder auf der Couch im Haus. Obwohl an keiner Stelle eine Art „Cut“ gemacht wurde. Weiteres Beispiel: Obwohl die Geschichte in Australien spielt, taucht auf einmal ein Beamter der
US-Staatspolizei auf. Was hat der da zu suchen? Erklärung im Buch: „Das ist eine lange und komplizierte Geschichte!“ Das war‘s. Der Typ taucht nicht mehr auf.
Für wen schreibt Frau Junks eigentlich dieses Buch? Welche Zielgruppe will sie ansprechen? Ein Jugendbuch kann es nicht sein. Es wird ja permanent nur ermordet, gemeuchelt, vergiftet, gequält und gefoltert. Soll es dann
mehr Erwachsene ansprechen? Kann ich mir kaum vorstellen, dazu wirkt das Ganze dann doch zu albern und langatmig. Hier ist das Buch unter der Rubrik „Phantasie“ abgelegt. Aber selbst das ist eine Fehlbelegung, es sei
den, man beurteilt die Autorin, der die Fantasie anscheinend unter Zuhilfenahme irgendwelcher Sachen die Phantasie vollkommen durchgegangen und –geknallt ist
Für mich steht jedenfalls fest, dies war mein erstes und letztes Buch der Dame und ehe sie nicht für irgendetwas den Pulitzer-Preis bekommt und in den höchsten Tönen von der weltweiten Presse gelobt wird, werde ich
auch nie mehr was von ihr anpacken.
Daher mein Fazit (ihr könnt es euch denken): 1° Weil es noch nicht mal als leichte Unterhaltung für so zwischendurch etwas taugt. Und all diejenigen, die es trotzdem unbedingt lesen wollen. Leiht es euch in der Bücherei aus;
das ist kostenlos und ihr ärgert euch im Anschluss nicht über das rausgeschmissene Geld
Marcel zu »Catherine Jinks: Teuflisches Genie«21.01.2012
Habe mir das Buch ebenfalls nur aufgrund des ansprechenden Covers gekauft und wurde nicht enttäuscht. Dennoch muss man sich auf eine Lektüre der etwas anderen Art einlassen und sehr viel Durchhaltevermögen beim lesen mitbringen. Eine Identifikation mit dem Hauptprotagonisten Cadel scheint zu Beginn schwierig, gelingt es aber gewinnt das Lesevergnügen die Oberhand.
Lauren zu »Catherine Jinks: Teuflisches Genie«03.12.2010
Ich finde das Buch einfach super , nur das Ende hat mir nicht gefallen... Vielleicht weil es daran lag das ich mir mehr erhofft hatte , wie z.b. das Thaddeus nicht so austickt und die beiden noch eine glückliche Familie werden , oder keine ahnung.
Aber der letzte Satz "Vielleicht bin ich letztendlich doch nicht so intelligent" rettet es wieder.
Esther P. zu »Catherine Jinks: Teuflisches Genie«17.11.2010
der Einband und die viele Werbung in dem Buchladen machten mich neugierig. aber leider wurde ich mehr als nur entäuscht. das Buch ist schlicht und ergreifend öde, man bekommt beim lesen weder einen Draht zu einem der Mitwirkenden, noch baut sich so etwas auf wie Spannung. einer meiner wenigen Fehlkäufe bisher, und die weiteren Bände werde ich mir sicherlich ersparen !
l.loca zu »Catherine Jinks: Teuflisches Genie«14.05.2009
also ich hab mir das Buch auf die schnelle am Bahnhof gekauft und mich nur an dem Einband orientiert :)
auch wenn es nicht mein Genre ist, fand ich das Buch ausgezeichnet. Es ist witzig und spannend und ich habe es in meinem Freundeskreis weiterempfohlen. leider musste man auf den zweiten Teil in deutsch etwas warten aber auch das hat sich gelohnt!
Karin Angerer zu »Catherine Jinks: Teuflisches Genie«27.02.2009
In der Rezension von Frank Dudley kommt etwas Wesentliches nicht zur Sprache, nämlich der emotionale Hintergrund von Cadell. Die Autorin C.Jinks zeichnet eine Persönlichkeit, die von klein auf ohne echte Zuwendung auskommen muss; Cadell lebt bei scheinbaren Pflegeeltern, weiß nichts über seine leibliche Familie und flüchtet sich in die theoretische Welt von Zahlen und mathematischen Ordnungen, zum Teil aus seinem angeborenen Forscherdrang heraus, zum Teil aber auch, um sich selbst einen Rahmen zu geben. Cadell ist hochbegabt und die intellektuelle Herausforderung ist für ihn wichtig wie die Luft zum Atmen; klar ist aber auch, dass er von den erwachsenen Protagonisten der Geschichte als Wunderkind benutzt und manipuliert wird. Jinks beschreibt in ihrem Buch die Entwicklung eines einsamen Menschen, der sich in erster Linie durch seinen Wunsch nach Nähe, Vertrauen und Geborgenheit beschreibt. Er bleibt zurück als Opfer der Erwachsenenwelt, der er auf Grund seines Alters noch für viele Jahre ausgeliefert sein wird.
Also mir als Erwachsener hat das Buch sehr gut gefallen; obgleich mir die zum Teil komplexe Auseinandersetzung mit der Welt der Mathematik bzw. der Computertechnik etwas zu langatmig und fachtheoretisch erschien. Trotzdem fand ich die Beschreibung von Cadells analytischem Verstand, also der ihm typischen Kreativität, unterhaltsam und interessant. Dazu kommt seine sympathische Art und ein Humor, der am Anfang von unschuldiger Neugier geprägt war. Ich denke, Kinder und Jugendliche, die dieses Buch lesen, können sich mit einer Figur identifizieren, die sich trotz aller Widrigkeiten nicht unterkriegen lässt, die aus eigener Kraft positive Werte entwickelt und verteidigt und selbst aus der erfahrenen Katastrophe etwas Gutes zieht. Ich bin neugierig auf den zweiten Band, der im Frühjahr auf den deutschen Buchmarkt kommt!

anka
Sasahara zu »Catherine Jinks: Teuflisches Genie«09.02.2009
Als ich die ersten Kapitel gelesen hatte, war ich mir nicht ganz sicher ob ich es zuende bringe aber dann hat es mich doch gepackt und ich konnte es kaum aus der Hand legen ^^
Irgendwie war es mal was ganz anderes aber das muss nich heißen das es schlecht ist.
Ganz im Gegenteil....anderes find ich gut.

Es ist vielleicht wirklich nicht für jeden Geschmack geeignet aber dennoch zu empfehlen.

-daumen hoch-
Karin J. zu »Catherine Jinks: Teuflisches Genie«14.08.2008
Ich muss sagen, dass das Buch sehr interessant ist. Vor allem für Leute die sich sehr für Computer interessieren und noch für andere dinge die im Buch vorkommen. Das Ende scheint so zu sein weil, dass locken soll auf die fortsetzung. Ich kann mich nicht beschweren das Buch ist einfach nur Toll. Empfehle ich weiter.
Übrigens jeder hat nen anderen geschmack das Buch muss nicht jedem gefallen.
Sophisticated zu »Catherine Jinks: Teuflisches Genie«29.07.2008
Ich muss sagen, dass dieses Buch mich sehr überzeugt hat. Ich kann nicht verstehen, wie sich jemand bei dem Lesen dieses Buches langweilen kann. Der schwarzer Humor zieht sich wie ein roter Faden durch das ganze Buch und wirkt doch nicht zu aufdringlich. Gespannt kann man die Tätigkeiten eines kleinen Genies mitverfolgen und sich selbst in solche Situationen hineinversetzen. Wenn man genau mitliest, kann man sogar was lernen ;)
1 von 1 Lesern fanden diesen Kommentar hilfreich.
DerDude zu »Catherine Jinks: Teuflisches Genie«28.07.2008
Also ich fand dieses Buch schon sehr interessent. Geschichte bleibt über längere Zeit spannend. Vom ende bin ich entäuscht, da es eigentlich keinen wirklichen knalleffekt mehr gibt, schade! Bin auf die Fortsetzung schon gspannt, denke das ich sie lesen werde. Empfehlen würde ich das buch an leute die dieses art von geschichten auch wirklich interessieren, es ist auf keden fall keine Illuminati oder ähnliches dafür ist das ende einfach zu schwach.

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