Teuflisches Team von Catherine Jinks

Buchvorstellungund Rezension

Teuflisches Team von Catherine Jinks

Originalausgabe erschienen 2008unter dem Titel „Genius Squad“,deutsche Ausgabe erstmals 2009, 608 Seiten.ISBN 3-426-50111-2.Übersetzung ins Deutsche von Bernhard Kempen und Jakob Schmidt.

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In Kürze:

Eigentlich möchte Cadel nichts anderes, als ein ganz normaler Junge sein – doch das ist nicht so einfach, weil sein Vater ein brillanter Schwerverbrecher ist und er selbst noch vor kurzem dazu ausgebildet wurde, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Da kommt das Angebot, sich einem Geheimkommando jugendlicher Hacker anzuschließen, genau richtig: Mit seinen neuen Freunden soll Cadel die Machenschaften seines Vaters aufdecken. Mit Feuereifer stürzt er sich auf die Aufgabe – und muss feststellen, dass er immer noch nicht auf der Seite der Guten steht, sondern Teil eines wahrhaft teuflischen Teams geworden ist …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Traue niemandem!“85

Science-Fiction-Rezension von Eva Bergschneider

„Teuflisches Team“ (orig.: „Genius Squad“) ist nach „Teuflisches Genie“ der zweite Roman um den jugendlichen Computerhacker Cadel. Wie der erste Band wurde auch dieses Buch fetzig gestaltet, wieder mit schwarz gefärbtem Buchschnitt und einem grellorange-schwarzem Cover voller PC-Mäuse, Totenköpfe, Insekten und schriller Symbole. Junge und ältere Leser haben gebannt Cadels „Beinahewerdegang“ zum kriminellen Supergenie in dem Auftaktroman verfolgt, die Messlatte für den Nachfolger liegt also entsprechend hoch. Wie geht’s weiter, mit Cadel, Sonja und seinem nicht weniger als die Weltherrschaft beanspruchenden Vater, Prosper English?

Endlich zuhause?

Cadel lebt nun in einer Pflegefamilie, bei den Donkins. Wohl fühlt er sich dort nicht gerade. Mit einem asozialen Schläger als Pflegebruder, der nicht ganz so dumm ist, wie er die anderen glauben macht, hat es er immer noch recht schmächtige Cadel nicht leicht. Die einzigen Lichtblicke sind seine Besuche bei Sonja, doch auch ihre Wohnsituation ist kaum erträglich. Und dann bekommen die Beiden ein verlockendes Angebot. Angeblich ist Clearview-Haus eine Wohngruppe für auffällige Jugendliche, in Wirklichkeit macht eine Gruppe von Nerds Jagd auf ein Unternehmen aus der Hinterlassenschaft Phineas Darkkons. Ihr Auftraggeber gibt dem Unternehmen die Schuld für den Tod seines Sohnes. GenoM bietet Genomanalysen an. Die Firma schreibt sich die „Maximierung des genetischen Potentials“ auf die Fahne, betreibt letztendlich Eugenik.

Cadel und Sonja stoßen zum Genius-Team dazu und finden ein Hardware-Schlaraffenland vor. Doch allmählich mehren sich die Zeichen, dass Cadel auch hier nicht auf der Seite der „Guten“ agiert, besonders nachdem Prosper English die Flucht aus dem Gefängnis gelungen ist.

Eine Achterbahnfahrt – nicht ganz so hoch hinaus

Im Vergleich zum ersten Teil „Teuflisches Genie“ lässt es Catherine Jinks zunächst ruhiger angehen. Erst als einer der Mitbewohner bei den Donkins, Keule, Cadel zum Äußersten reizt, blitzen dessen alte Tugenden wieder auf: die der betrügerischen Manipulation. Hier stellt die Autorin klar, worin sich „Teuflisches Team“ entscheidend vom Vorgänger unterscheidet: Cadel ist reifer geworden und mit ihm auch der Stoff, aus dem ihr „Nearfuture“-Thriller gemacht ist. Es geht nicht mehr um die Weltherrschaft, sondern um knallharte Geschäftsinteressen. Cadel will sich nicht mehr manipulieren lassen. Doch auch sein Supergehirn kann die perfiden Absichten, die hinter der scheinbar sauberen Fassade lauern, nicht erahnen.

Leiter der Gruppe sind der smarte Trader und Judith, ein Späthippie und Finanzgenie. Neue schrille Typen treten auf, wie die aufdringliche Lexie und der unberechenbare Hamish, aber auch alte Wegbegleiter, wie der Gazo Kovacs. der Junge mit dem betäubenden Körperduft. Die ebenfalls hochintelligente und schwer spastisch gelähmte Sonja blüht in „Teuflisches Team“ nahezu auf. Nicht nur als kluger Kopf, sondern vor allem als Persönlichkeit und moralischer Beistand, wenn ihr Freund in Versuchung kommt, Gemeinheiten auszuhecken.

Außerdem stehen ihm nun die Sozialarbeiterin Fiona Curey und Inspektor Saul Greeniaus zur Seite . Cadel ist näher an für ihn wichtige Menschen heran gerückt. Das gilt vor allem für seinen Vater Prosper English, dem er nicht nur, was Tricks und Finten angeht, sondern auf emotionaler Ebene nun als ebenbürtiger Gegner gegenübertreten kann.

Catherine Jinks schrieb auch den mittleren Teil ihrer Trilogie im gewohnt legeren Stil, humorvoll und gespickt mit aufblitzendem Sarkasmus. Ihre Hauptfigur kann, auch wenn keinerlei bewusst konstruierte Ähnlichkeiten erkennbar sind, einen gewissen „Harry Potter“ Charme nicht verleugnen. Trotz seines scharfen Verstands ist er ohne wirklichen familiären Beistand ein verloren wirkender Jugendlicher, mal mehr, mal weniger vernünftig, mal leichtfertig und launisch. Auch „Teuflisches Team“ besticht durch einen konstant hohen Spannungslevel, einem clever konstruiertem Plot und einem atemberaubenden Show-Down.

Insgesamt geht es in der Fortsetzung der Serie allerdings nicht ganz so turbulent zu, sie kommt nicht ganz so „evil“ herüber, wie der erste Roman. Dafür wirkt „Teuflisches Team“ psychologisch mindestens genau so ausgefeilt, wenn nicht sogar einen Tick emotionaler und tiefgründiger als „Teuflisches Genie“. Der Australierin Catherine Jinks gelingt es mit dieser Serie Teenies und Eltern gleichermaßen zu faszinieren. Ihre Fans erwarten gespannt das Buch mit dem „teuflischen“ Finale, das im Original den verheißungsvollen Titel „The Genius Wars“ tragen wird.

Ihre Meinung zu »Catherine Jinks: Teuflisches Team«

Jule zu »Catherine Jinks: Teuflisches Team«13.07.2009
Diese Bücher sind doch einfach genial!!! Ich habe den ersten Band aus der Schülerbücherei ausgeliehen, war sofort begeistert und habe dann das nächste selbst gekauft. Den driten, den ich schon mit Spannung erwatre, werde ich dann wohl auf Englisch lesen, das geht schneller (Obwohl er ja wohl etwas kürzer werden wird, wie Catherine Jinks sagt, es sei zwar toll, lange Geschichten zu lesen, aber nicht, sie zu schreiben^^). Ich kann jedem wirklich nur empfehlen, diese Bücher zu lesen.
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