Sphären des Himmels von Charles Sheffield

Buchvorstellungund Rezension

Sphären des Himmels von Charles Sheffield

Originalausgabe erschienen 2001unter dem Titel „The Spheres of Heaven“,deutsche Ausgabe erstmals 2008, 512 Seiten.ISBN 3-404-24379-X.Übersetzung ins Deutsche von Ulf Ritgen.

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In Kürze:

Weit in der Zukunft steht die Erde unter Quarantäne. Eine pazifistische außerirdische Spezies hält die Menschheit für gefährlich und blockiert deren Raumfahrt. Dennoch hat das Militär der Erde hat einen Weg gefunden, die Quarantäne zu umgehen. Als sowohl die Aliens als auch das Militär im Weltraum Schiffe verlieren, beauftragen beide den Experten Chan Dalton damit, die Vorfälle zu ergründen. Die Aliens befehlen ihm, gewaltfrei vorzugehen. Dumm nur, dass Chan Dalton bei seiner Ermittlung auf heftige Gegenwehr stößt. Fest steht: Wehrt er sich mit Gewalt, wird die Quarantäne der Erde vielleicht nie wieder aufgehoben …

Das meint Phantastik-Couch.de: „Unterhaltsamer Spaß für zwischendurch“79

Science-Fiction-Rezension von Holger Schmidt

Chan Dalton ahnt nichts Gutes, als er von der Erdregierung für eine wichtige Mission rekrutiert wird. Seit über der Erde eine Quarantäne herrscht, die allen interstellaren Verkehr für die Menschheit verbietet, konnte Chan nicht mehr zu den Sternen reisen. Der einstige Anführer einer Gruppe von Sternenreisenden ist heute „einer der ranghöchsten Vollstrecker des Herzogs von Bosnien“, eine Stellung, die ihm viel Macht beschert. Eigentlich hatte Chan mit dem Weltraumgeschäft abgeschlossen, doch durch geschickte Drohungen kann man ihn noch einmal dazu überreden, ein Sternenschiff zu betreten.

Angefordert wird Chan von der „Stellaren Gruppe“, den Repräsentanten einer Gemeinschaft, bestehend aus drei intelligenten, außerirdischen Spezies. Diese Gruppe ist es auch, die, nach mehreren Vorfällen, bei denen Menschen beteiligt waren und intelligente Wesen ums Leben kamen, eine Quarantäne über die Erde verhängt hat. Die Außerirdischen verabscheuen jegliche Gewalt, können sie weder selbst ausführen noch von anderen Spezies dulden.

Diese Quarantäne ist nur möglich, weil jeglicher interstellarer Verkehr auf so genannte „Links“, Tore an spezifischen Punkten im All, angewiesen ist. Raumfahrende Spezies kontrollieren diese Portale, können sie einrichten und, wie im Fall der Menschheit, verschlossen halten. Doch nun ist ein bisher unbekannter Link erschienen, der zu einer geheimnisvollen Region namens „Geyser-Swirl“ führt. Alle Schiffe, die diesen Link benutzt haben, sind nicht wieder zurückgekehrt. Chan Daltons Mission ist also klar: Er soll herausfinden, was sich am anderen Ende dieses Link-Knotens befindet. Ohne sein altes Team will Chan sich dem Unbekannten nicht stellen, doch dazu muss er seine ehemaligen Kameraden zuerst finden.

Auf einem der verloren geglaubten Schiffe muss sich Bonny Rombelle ganz anderen Problemen stellen. Sein derzeitiger Arbeitgeber ist der steinreiche, aber leider in jeglichen praktischen Dingen völlig überforderte Captain des Raumschiffes. Schon allein auf ihn aufzupassen wäre für Bonny Arbeit genug, doch da ist auch noch dessen schöne Gespielin, die Bonny gehörig den Kopf verdreht.

Stümper im Weltall

Dem Leser wird schnell klar, dass er es hier nicht mit einem bierernsten Buch zu tun hat. Chan Daltons Stellung und die Umstände seiner Rekrutierung sind eher unterhaltsam als glaubwürdig. Sein Team besteht aus einem Haufen chaotischer Lebenskünstler, deren Talente bei einer Weltraummission nicht unbedingt gebraucht werden. Eine interessante Ansammlung exzentrischer Typen, die nicht ohne ihr zahmes Frettchen verreisen oder auch einmal einen Schluck einer unbekannten Flüssigkeit kosten, bevor sie sie analysieren.

Die Sphären des Himmels als Hard-SF zu bezeichnen und Stephen Baxters oder Gregory Benfords Romanen gleichzusetzen, ist etwas gewagt. Sheffield hat hier einen vor allen Dingen unterhaltsamen Roman abgeliefert. Man kann seinen Stil eher mit dem Jack McDevitts vergleichen, dessen Romane zwar auch wissenschaftlich fundiert sind, aber den „Spaß an der Sache“ nicht vermissen lassen.

Langer Atem kurzer Sinn

Es gibt einige Längen im Buch und teilweise ist die Handlung etwas zu vorhersehbar. Nachdem die Personen in einem Handlungsstrang schon mit den Konsequenzen aus den Taten einer anderen Handlungsebene leben müssen, springt Sheffield sogar in dieser zweiten zurück, und beschreibt die Ereignisse, die soweit geführt haben. Ein Beispiel für mehrere Stellen, an denen man hätte kürzen können.

Eine Bündnis von Außerirdischen, die die Aggressivität der Menschen als bedenklich einstufen im Kontrast zu einer gefährlichen Mission, die vielleicht ohne Gewaltanwendung nicht zu meistern ist – eigentlich eine interessante Kombination. Wirklichen Tiefgang oder philosophisch-ethische Gedankenspiele sucht man jedoch vergebens. Zu kurz kommen auch die eigentlichen Umstände der Quarantäne und die Drogenprobleme einiger Figuren. Diese Elemente der Geschichte hätten etwas mehr Aufmerksamkeit verdient. Es fällt lediglich auf, dass die Figuren letztlich nicht durch ihre speziellen Fähigkeiten die Situation meistern, sondern dadurch, dass sie als „Team“ zusammenhalten, sich gegenseitig unterstützen. Das ist zumindest ein kleiner Lichtblick.

Das überraschende und clever ausgetüftelte Ende des Buches verleitet letztlich aber dann doch zu einem positiveren Urteil. Ein kurzweiliger Spaß für alle, die Science-Fiction nicht nur mit kreativem Physikunterricht gleichsetzen.

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