Charles Sheffield

Charles Sheffield wurde am 25. Juni 1935 in England geboren. Er studierte Mathematik und Physik an der Universität Cambridge, übersiedelte Mitte der 1960er Jahre in die USA und setzte sein Studium an American University in Washington fort, das er als Doktor der (Theoretischen) Physik abschloss. Er arbeitete u. a. für die NASA, als Gutachter für das US-Parlament und den Senat, als Dozent am „American Institute of Aeronautics und Astronautics“ und für die „Earth Satellite Corporation“, wo er es bis zum Vorstandsmitglied brachte.

Seit Anfang der 1960er Jahre veröffentlichte Sheffield eine lange Reihe (populär-) wissenschaftlicher Artikel sowie diverse Sachbücher. Als Larry Niven 1970 sein Meisterwerk „Ringworld“ (dt. "Ringwelt„) veröffentlichte, fühlte sich Sheffield von der Mischung aus Unterhaltung und harten, auf naturwissenschaftlicher Basis extrapolierten Fakten so stark angesprochen, dass er sich selbst als Autor versuchte. 1977 debütierte er mit der Kurzgeschichte “What Songs the Sirens Sang„. Weitere Storys folgten, und schon 1978 folgte ein erster Roman: “Sight of Proteus„, eigentlich eine Folge durch einen roten Faden thematisch verknüpfter Erzählungen, dem der Verfasser zwei weitere Teile folgen ließ. Sheffield beschrieb eine zukünftige Welt, deren Bewohner sich ihre Körper “biotechnisch„ aufrüsten und “verbessern„ lassen, was eine tiefe gesellschaftliche Kluft zwischen den “Normalen„ und den “Veränderten„ aufreißt. Für einen Naturwissenschaftlicher und Vertreter der “harten„ Science Fiction legte Shieffield stets großen Wert auf die Darstellung der sozialen und kulturellen Konsequenzen jener zukünftigen Fortschritte, deren möglichen Kehrseiten er nie verschweigen mochte.

Ende der 1980er Jahre stieg Sheffields literarische Produktion beträchtlich. Als Schriftsteller zunehmend erfolgreich, hatte er sich entschlossen hauptberuflich zu schreiben. In den nächsten anderthalb Jahrzehnten gewann er die meisten “großen„ SF-Preise. Von 1984 bis 1986 amtierte er als Präsident der “Science Fiction Writers of America". 1998 heiratete er Nancy Kress (geb. 1948), selbst eine bekannte SF-Autorin. Im Sommer des Jahres 2002 wurde bei Charles Sheffield ein nicht mehr operabler Gehirntumor diagnostiziert, dem er bereits am 2. November desselben Jahres im Alter von 67 Jahren erlag. [Michael Drewniok]

Phantastisches von Charles Sheffield:

  • McAndrew
  • Jupiter
    • (1995) Higher Education (mit Jerry Pournelle)
    • (1997) The Billion Dollar Boy
    • (1997) Putting up Roots
    • (1998) The Cyborg from Earth
  • Storysammlungen
    • (1979) Vectors
    • (1981) Hidden Variables
    • (1982) Erasmus Magister
    • (1993) Dancing with Myself
    • (1994) The Future Quartet: Earth in the Year 2042 (mit Ben Bova, Frederik Pohl, Jerry Pournelle)
    • (1995) Georgia on My Mind: And Other Places
    • (1998) Convergent Series
    • (2002) The Lady Vanishes: And Other Oddities of Nature
  • Als Herausgeber
    • (1995) How to Save the World
  • Sachbücher
    • (1981) Earthwatch: A Survey of the World from Space
    • (1983) Man on Earth: How Civilization and Technology Changed the Face of the World-A Survey from Space
    • (1984) Space Careers
    • (1994) The World of 2044: Technological Development and the Future of Society
    • (1999) Borderlands of Science